Heldors neue Abenteuer

Geschrieben von Heldor. Unserem Freund.

„Nun, wollen wir wieder Freunde sein?“
„Du bist tot!“
„Das ist es, was ich dich glauben ließ. Ich bin wohlauf. Reich mir deine Hand.“

Nur zögerlich streckte Heldor seine Hand entgegen. Es war unglaublich. Wie war das möglich? Noch vor wenigen Tagen hatte er dem Dormann den Leib zerschnitten und mit seinen Innereien geprahlt. Das soll alles nicht gewesen sein?

„Nun, Dormann, wie kommt’s? Ich denke, du bist mit eine Erklärung schuldig!“
„Alles zu seiner Zeit, jetzt reiche er mir bitte zunächst mein Gescheide.“
„Das habe ich auf den Luderplatz geworfen, damit sich der Fuchs daran laben kann. Es ist nichts mehr übrig.“
Der Dormann tat gleichgültig. Es wächst ja eh nach. Heldor, noch immer leicht verwundert, und der Dormann schlenderten am Flußufer entlang.

„Ich bin mit den zwanzig Leben des Calypso gesegnet“, sagte der Dormann endlich. Als ob dies alles erklären würde. Heldor spürte die Wut in sich aufsteigen. Diese Wut und der Zorn, die ihn schon sein gesamtes Leben begleiteten und bereits für wundervolle Augenblicke gesogrt hatten.

„Calypso ist mir unbekannt. Abgesehen davon kann ich den Namen Calypso nicht…AUSSTEHEN!!!“ Mit diesen Worten stieß er dem Dormann sein Faustmesser mitten ins Genick.
„Vortrefflich, ihr habt es wieder einmal geschafft. Wir sehen uns allerdings bald wieder. Auf gute Freundschaft.“ Mit diesen Worten verstarb der Dormann. Heldor schien zufrieden. Abfällig aulte er dem Leichnam des Dormanns in das entstellte Gesicht. Er bezweifelte ein Wiedersehen. Dennoch wollte er sicher sein. Die gute alte Gitarrensaite! Stets dabei und immer griffbereit. Mit fünf geschickten Zügen war des Dormanns Haupt vom Rumpf getrennt. Der schwere Schaftstiefel trat polternd gegen Dormanns feisten Kopf, so daß dieser im hohen Bogen in den Weiher flog.
Meister Adebar war erfreut. Mit zwei schnellen Schnablestichen waren die Augäfpel aus den Höhlen entfernt.

Jetzt war Heldor ein wenig neidisch. Hatte er dem Storch doch das Beste überlassen. Wie dumm. Er nahm sich vor, zukünftig die Augen selbst zu verspeisen. Bei dem Gedanken an diese Köstlichkeit lief ihm das Wasser im Munde zusammen.
Jetzt konnte er nicht mehr an sich halten. Gierig sprang er auf den Storchen zu und knickte ihm den Hals um. Da! Die unverdauten Augäpfel waren noch zu spüren. Maßlos begann Heldor am Kopf des Vogels zu saugen. Er saugte und saugte, bis er an das Ziel angelangt war: leicht mit verdauungsbrei vermengte Augäpfel des Dormanns. Hmmmm! Was für ein Genuß! Köstlich!

Mit einem Lächeln und einer leichten Erektion schlief Heldor ein.

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