ein ort für

für waberndes, geschnitztes
ein kleines „hallo“ und
ein furchtbarer regenschauer erfasst die säule
hinter der du dich/ ich mich
verkriechst.

was gebrochen wurde
und da steht wie
„ich würde es gerne wegwerfen aber,
jedes mal wenn ich rausgehe
vergesse ich’s.“

heile, heile
gänschen.

Vermin kommentarlos (Dump ohne Kommentare) aha!

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Starred

Doktor Focks

to me, Marzena

show details 1/2/09
kraftwagenfahrer blues
Dezember 11th, 2008 by Dr. Klaus Feratu[14:27] cyze.one: ich bin ein GESTÄHLTES tier
[14:27] cyze.one: aus deinerlei welten ging ich LÄNGST
[14:27] cyze.one: in ein weicheres, toastimperium
[14:28] cyze.one: nun BALD
[14:28] cyze.one: ich werd dich SCHEINEN
[14:28] cREEP-oLDSKOoL: ich treibe auf den offenen straßen umher
[14:28] cREEP-oLDSKOoL: ich stoße traurig den verkehr umher
[14:29] cREEP-oLDSKOoL: ich feiere wilde parties umher
[14:29] cREEP-oLDSKOoL: ich bin umher
[14:29] cREEP-oLDSKOoL: GEH WEG
[14:29] cREEP-oLDSKOoL: GEH WEHR!
[14:29] cyze.one: poller aus milch und metal fliegen in umherstehende schaufensterfresken
[14:29] cyze.one: ich lache die zeit aus
[14:29] cyze.one: und stoppe die uhr, die die ampelschaltung ampeln lässt
[14:29] cyze.one: „DU WICHT“
[14:30] cyze.one: sagt die zeit
[14:30] cyze.one: „was oder wer bist du, dass du mich anzuhalten gesuchst“
[14:30] cyze.one: ich antworte
[14:30] cyze.one: „ich? ich bin nur ich, was man von kaum sonst einer seele sagen kann“
[14:30] cyze.one: die zeit erblasst
[14:30] cyze.one: und macht ein
[14:30] cyze.one: es riecht
[14:30] cyze.one: nach exkrement und angst
[14:31] cyze.one: ich klopfe der zeit auf die schulter
[14:31] cyze.one: „deine zeit ist noch nicht gekommen, zeit. geh wieder an“
[14:31] cyze.one: ich ruhe mich aus
[14:33] cREEP-oLDSKOoL: es roch: nach extremkunst und verschwitzten studenten. deren köpfe halten dich nicht aus. ich blicke starr zurück. ich durchbohre sie.  zeit für neue wunden. die alten

pflaster sind verwaschene geschenke der alten mäzen. sie sind nun tot.
[14:33] cyze.one: aber tot?
[14:34] cyze.one: was ist tot schon? wenn ich die zeit anhalten kann und ihr gebiete, ist tot nichts reales.
[14:35] cREEP-oLDSKOoL: wir sind nicht das maß aller dinge. der gemeine mensch erfährt den tod wie jedes andere getier. eine existenz ist nicht zu bestreiten.
[14:35] cyze.one: der tod und tot ist nicht selbiges
[14:36] cyze.one: ich sage nur und nur du bist nicht tot, wenn ich es nicht sage
[14:36] cyze.one: der tod an sich ist da, aber ich esse kunst wie andere menschen fussnägel
[14:36] cREEP-oLDSKOoL: ich komme an meine fussnägel nicht mehr heran
[14:37] cyze.one: weil deine beine jeden tag um ein dezibell wachsen
[14:37] cyze.one: ich wusste es
[14:38] cyze.one: das experiment
[14:38] cyze.one: ich nenne es
[14:38] cyze.one: GIRR
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nabelschnurschwur
Dezember 10th, 2008 by Dr. Klaus Feratu

ich mag nicht fühlen
diese überwältigende feindlichkeit dir und dir gegenüber
und ich mag nicht fühlen
diese überwältigende feindlichkeit

abschneiden, abschneiden, auflösen
diesen dreckigen rest der nabelschnur
der mich bindet, der mich abhält
dich zu töten, es zu beenden.

fast kann ich dich schrein hören, weinend bald
und wimmernd lieg ich stets im kokon
ich fass die fesseln an, verbrenn mich, ach
hundert tag schon lieg ich wach

die medizin ist rar; ist ein trugbild
ist
nicht recht, nicht wahr
nur eine ablenkung von dem und
von dem ists eine verwunschnene hoffnung
und ich mag nicht fühlen
diese überwältigende feindlichkeit
der nabelschnurschwur, der mich abhält
alles zu beenden
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wurmgesicht
Dezember 9th, 2008 by Dr. Klaus Feratu

hah, ertappt. ertappt beim egal-du-lügst-deine-maske-aus-dingens-hier. mir auch egal, ich habe nicht jahrelang erfolglos punkrock gehört um mir dann vorwürfe wegen allem und nichts machen zu lassen

und immer ist irgendwie der wurm drin. ich sag euch mal wo der wurm drin ist: überall. ich hab nur einfach wieder nicht genug von all dem bunten schnaps getrunken, damit es mir nicht auffallen

würde. ganz im ernst: ich sollte mir wegen meines geringen alkohlkonsums gedanken machen. wenn ich so oft trinken würde, wie ich sage und wie ich denke ich sollte trinken, hätte ich morgens oft und

in 20 jahren immer ein problem. aber ich trinke nicht aus frust, ich rauche nix um den alltag zu verdrängen und den rest kannste eh abhaken. den rest nehm ich aus langeweile. also was soll die

verklärte sicht auf „ich wäre gerne poe und hemingway und saufen macht intressant aber lässt einen blöde riechen“? ich hab keine ahnung, ich denke, die meisten denken n guter autor muss wie n guter

rockstar immer hacke sein und depressionen schieben. stimmt aber nicht. nee warte, stimmt schon. wenigstens eins von beiden. ouha… hab ich grade versucht den leisen vergleich zu schieben, ich wäre

entweder oder? super. eingebildetes stück scheisse. ich bins nicht, ich bin ganz normal und für gewöhnlich fahre ich damit auch ganz gut damit. vielleicht ist es aber mal wieder an der zeit ganz

furchtbar unnormale sachen zu machen. und ich meine damit nicht unter der woche cuba libre zu trinken. so richtig amok und was verrücktes und dummes und alles und ändern. also hier polizei, nicht

amok im sinn von „eh-pistole-schule-ich-spiel-countastreik-und-hör-dessmettl“ nur damit man nicht gleich die soko humbug am arsch hat. ich mein amok im sinn von derbe.

my body, the handgranade. without me.
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Der silberne Sattel
November 3rd, 2008 by Doktor Focks

unsere liebe soll keine geschichte haben, sagte sie ihm direkt beim ersten treffen. er konnte noch nicht einmal eine grußformel von sich geben, da hatte sie ihn schon gefesselt. ihr haar war stumpf

und glanzlos, während ihre augen wässrig aus dunklen höhlen zu stieren schienen. ein grauer pullover, der straff über ihren rotunden körper gezerrt war und die mauvefarbige hose nur knapp zu

verdecken vermochte, rundete das traurige bild ab. einzig ihre stimme ließ ihn taumeln und jede sekunde an sie verschwenden. klänge, so süß wie melasse im warmen sommerregen. worte, die in seine

ohren tropften und wohlig wärmten. dazu verströmte sie einen einzigartigen duft, der beinahe schon etwas zu zuckerig an seiner oberlippe kleben blieb.

er kam immer wieder. doch sie gab nichts von sich preis, wenn sie das zaumzeug erneut schmückte.
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Kinderkrankheit
November 3rd, 2008 by Doktor Focks

der himmel wollte einfach nicht mehr ergrauen. seit wochen schon herrschte bestes klima vor, die sonne erhob sich gegen halb fünf über den horizont und erhellte die folgenden tage mit ihren

mandaringetränkten strahlen. vögel, insekten und getier labten sich an der warmen luft und ließen dem spieltrieb freien lauf. alles schien in einer art von außen induzierter fröhlichkeit zu

ersticken.

es war beinahe so, als ob eine unbekannte macht versuchte, die griesgrämigkeit von der ganzen welt zu verbannen. und anfänglich gelang dies auch. wohlgefärbte leiber lachten aus pausbäckigen

gesichtern einander zu. eng umschlungen versanken pärchen im blütenstaub einer frühlingswiese. mütter, väter und kindsgefolge sprangen übermütig umeinander. selbst büroangestellte lockerten ihre

graue einheitstracht mit bunten seidenkrawatten auf oder kamen gar mit brüllenden blusen zur arbeit.

kaum noch sah man falten in den gesichtern der menschen, die auf ein grübeln oder gar unzufriedenheit schließen ließen. die welt ertrank im freudentaumel. gesättigte farben wohin das auge blickte.
ein paradies hätte nicht gleichsam beschrieben werden können. aber etiketten interessierten hier niemanden mehr. alle labten sich an der unausgesprochenen euphorie.

doch nach einiger zeit zeigten sich die ersten veränderungen.

die frau von gegenüber hatte plötzlich keine kraft mehr in den gesichtsmuskeln. ihr gesicht zerfiel in einen grauenhaften lappen aus rosiger haut, der an ihrem schädel umherwaberte. kraftlos

versuchte sie trotz allem, zu lächeln. denn es war ja sonst alles schön! doch sie machte ihr antlitz damit nur noch schlimmer.

und sie war nicht die einzige. bald gab es keine schönheit mehr im land. der stete drang nach bewegung ließ die menschen als auch die tiere letztendlich an ihre grenzen stoßen. niemand war mehr in

der lage, sich über einen längeren zeitraum zu bewegen. alles lief verlangsamt ab. alles hing schlaff und kraftlos, taumelnd und dennoch bemüht, positiv nach vorn zu blicken. kinder stolperten über

eingegangene katzen, die zuvor im spiel vor kläffenden, ausgemergelten hunden geflohen waren. in den parks türmte sich vertrocknetes getier, was über der ganzen glückseligkeit vergessen hatte,

wasser zu sich zu nehmen. straßenmusikanten zupften kraftlos an ihren banjos und entlockten ihren instrumenten verstimmte töne. dabei verzogen sich ihre weichen gesichter zu garstigen kopien echten

lächelns.

bald fiel alles in sich zusammen. nur die sonne erstrahlte jeden tag auf’s neue.
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Chinapfanne (Neuaufladen trotz starker Nachfrage)
November 2nd, 2008 by Doktor Focks

böser wolf hin, böser wolf her. schapfspelze im ausverkauf letzte woche. die zeiten haben sich geändert. „wohin des weges?“ darauf sprang wirklich keine mehr an. nichtsdestotrotz. den roten fusel

trank er immer noch genau so gerne wie die erste flasche. bitte nicht zu teuer, denn wie zum teufel soll man denn so richtig „hacke“ (volksmund) werden? frohnaturen waren sein hobby, verlorene

seelen sein beruf. ach ja, man vergesse nicht das töpfern und die zwei stunden, die er in der woche  bei seinem wienerischen psychiater seiner wahl auf der barocken ledercouch verbrachte.

dennoch – irgendwie war er nie so richtig zufrieden und auch nie so recht ungehalten über den jetzigen zustand seines lebens. wenn er es recht bedachte, hatte er alle möglichkeiten offen. gut, der

schmerbauch war ein kleines makel, den er aber mit sitte und anstand geradeheraus trug und offen zur schau stellte. das konnte nicht jeder. er schon. ein mannsbild mit stil. das kam nicht von ihm,

das hatte man hinter vorgehaltener hand hinter seinem rücken geflüstert, begleitet von jugendlichem kichern und aufsteigender schamesröte.

er dachte nicht mehr länger darüber nach. es war sonntag und er hatte gerade seine hände tief in den opferstock gesteckt. er wühlte gedankenverloren darin herum. taschengeld für die allabendliche

göttliche kehlspülung. nun musste er doch ein wenig grinsen. aus dem augenwinkel bemerkte er, wie ihn eine junge nonne beobachtete.
sie hatte ein rundes, ansehnliches gesicht und sah ihn keinesfalls vorwurfsvoll an. wie sie da so den rechten mundwinkel zu einem kleinen, spöttischen lächeln nach oben zog – das entsprach so gar

nicht den lehren der katholischen schulen, die sie besucht haben musste.
erst jetzt sah er ihre augenklappe. er schürzte seine lippen und schlenderte lässig in ihre richtung, blickte dabei aber scheinbar desinteressiert in alle himmelsrichtungen. das hatte james cagney

in einer dieser alten gangsterfilme auch mal gemacht, dachte er sich. das kommt bei nonnen und hausfrauen gleichermaßen an.

die nonne, sein wirres gegucke richtig (was ist schon richtig?) interpretierend, rannte auf ihn zu und säuselt ihm folgendes in seinen gehörgang: „wir unterbrechen die sendung für ein bisschen

werbung in eigner sache: treten auch sie der heiligen kirche des du bei. bei du darf keiner machen, was ein anderen will, es sei denn, der anderen meinung ist von solch unterdrückter natur, das sie

einer heiligen sache – was immer noch im auge des betrachters lag – gleich kam. jedenfalls, mein freund, kann man bei du, was im weitesten sinne eigentlich uns heißt, sich selbst, was ja für andere

gewissermaßen du bedeutet, eine laufbahn einschlagen, eine großartige. du also, reflexiv gesehen ich, wenn ich du wäre, kannst dir ja mal, also sie, wir sind ja nicht per du, überlegen ob wir nicht

etwas für uns, also für dich, gewissermaßen sie, wären.“

er haderte nicht lang. nicht mit sich selbst und erst recht nicht mit der rabenschwarzen bibelfrau. „ein gläschen absynth™ schw…?“ gerade noch rechtzeitig schaffte er es mitten im wort inne zu

halten. er wusste was erwartet wurde. er wusste ebenso genau was seine person erwartete. vor allem wenn ihn begehrender hunger plagte. jener war so unermesslich groß geworden, dass er manchmal

schon dachte, dass er diesen begriff pachtete. das augenklappen-fräulein wich seinem blick aus und richtete ihren scheuen blick gen boden. es war schon abend und sie wollte heute unbedingt noch in

die klosterküche, um nach dem holunderschnapps zu sehen. „ein gläschen, zwei, drei…“ die natur gab und sie würde nicht ablehnen. das kann beim besten willen keine sünde sein auch wenn die

knochenharte schwester gundehla ganz anderes behauptete.

sie sah sich um, er drehte seine hüften gen ihren, die hand ans gesäß. so schlenderten beide flugs aus den heiligen hallen der kirche in das gleissende sonnenlicht der sünde.
er wollte es wissen. er war ein mann, der einfach nur mann sein konnte. sie spürte dieses verlangen auch, obgleich sie dem du und dem wir, als auch dem uns und dem dich verschrieben war. trotz

allem, da sie schon wegen ihrer beinahe makellosen schönheit innert der nonnenschaft geächtet wurde und obendrauf, ja – obendrauf! diese liderliche augenabdeckung tragen musste, was scherte es dann

das du ich wir uns du uns, wenn sie ein wenig zucker, ein bisschen honig, ein quäntchen zuneigung in ihrem schnöden leben bekam?

er strich sich über sein bäuchlein und hielt sie fest, aber nicht unangenehm im arm, als der glockenturmmann an der pforte zum kirchengarten erschien und rasselnd hustend kicherte.

herangaloppierend, sensenschwingend, zeter und mordio schnaufend kamen die reiter der alkolakypse den beiden näher, sie hatten auf ihrem sünden-sonar bereits früh einen ausschlag sondergleichen

ausmachen können und ließen sich nicht zweimal bitten, wenn es darum ging – ähnlich wie david hasselhoff – für recht und ordnung zu sorgen. in voller kampfmontur, die eigentlich nur aus

baströckchen und einer piratenmaske bestand (das budget ließ nichts besseres zu),  erschienen sie im rücken der beiden, überrannten sie fast und fällten den glockenturmmann wie eine alte eiche mit

ihren morgensternen. langsam und zufrieden drehten sie sich zu den beiden, die sich vor angst und schande auf dem boden kauerten, und schrien (mit verstellter, weibischer stimme): „der

drecksbanause liest oben in seiner kemenate schmuddelheftchen, soooo ja nun nicht. beim besten willen und mit neunmal auge zugekniffen nicht. nö nö nö!“

der anfängliche schock, der ihm in die glieder gefahren ist ob der düsteren keulenschwingenden rabauken, verebbte nach einer kleinen weile nur. er sprang behände auf, schiebte seinen schmerbauch

leicht zur seite und zückte gleichzeitig und behende sein in bronze – nicht kupfer – gegossenes schweizer messer. „halunken, ihr seid doch nichts als junge aufmüpfige banausen. vermag euer mikriger

verstand das vor euch heilig liegende nicht zu begreifen?“ sein puls raste. seine augen weiteten sich vor zorn. seine passion für körpersymphonien in hochglanzoptik und die damit verbundene

solidarität zum glöcknermann waren des zornes beweggründe. das schwarze fräulein machte sich im grunde doch ganz gut auf dem erdboden. diese bittersüssen gedanken vermochte er jedoch diesmal zu

verschweigen. er fuchtelte ein kühnes „w“ in die luft und schrie gegen den lauen herben abendwind an „macht dass ihr weggkommt bevor meine milde den rachegelüsten weicht!“

schnipp schnapp zappzerapp – soviel elan hatte er lange schon nicht mehr in sich gespürt. er führte das messer behände in gurgel, augen, schienbein und auch bäuche. er zerschnitt die biblischen

retter des anstandes, um seinen heutigen gewinn wohlbehalten in die seinigen vier wände zu geleiten.

besudelt  von flüssigkeiten, deren herkunft er nicht erfahren wollte, blickte er sich um. niemand stand dort, um ihn ob seines sieges zu beglückwünschen. niemand fiel ihm sehnsüchtig in die arme.

niemand schaute ihm dankesvoll in die augen.

er blickte auf den boden.
zwischen all den überbleibseln menschlicher und nichtmenschlicher ritterschaft fand sich auch eine schwarze, mit undefinierbarer flüssigkeit getränkte augenklappe.

er schluckte. nur kurz..
reiss dich am riemen, mann!
sein schweizer messer auf den boden richtend, schritt er mit gesenktem kopf der abendsonne entgegen.

zumindest hatte er jetzt genug geld in der tasche, um seinen geist für die nächsten 4 stunden zu betäuben.

das ende von du und ich, von uns und dem, was wir allgemeinhin als WIR bezeichnen, mag uns zu dieser stunde als verworrene, ja phantastische, verunglimpfung des glaubens, der bekundungen einzelner

an eine sache, derer WIR UNS öfter im unklaren sind als DU und ICH es eigentlich aushalten. ER jedenfalls macht darum sicherlich kein großes brimborium.
er weiß es viel, viel besser als WIR. ICH für meinen teil habe heute etwas gelernt: nicht nur macgyver kann mit dem taschenmesser umgehen und der glöckner ist nicht immer der unschuldige bucklige.

denkt mal drüber nach.

doktor focks – miss marzipan – dr. klaus feratu, berlin im september 2006
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die maske trägt früchte
Oktober 31st, 2008 by Dr. Klaus Feratu

ich fühle mich schon geborgener.
irgendwie so unschuldig, aber noch immer
bahnbrechend.
wie ein würfel unter deinem beil.
wie ein kleines katzenhaftes schattending.
ein bisschen wie

tüll.

heute keine gewalt – ich bitte mich darum.
es wird nicht gehen.
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ein ort für
Oktober 31st, 2008 by Dr. Klaus Feratu

für waberndes, geschnitztes
ein kleines „hallo“ und
ein furchtbarer regenschauer erfasst die säule
hinter der du dich/ ich mich
verkriechst.

was gebrochen wurde
und da steht wie
„ich würde es gerne wegwerfen aber,
jedes mal wenn ich rausgehe
vergesse ich’s.“

heile, heile
gänschen.
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Als es noch damals war.
Oktober 30th, 2008 by Doktor Focks

lassen wir doch einfach mal 15 jahre verstreichen. dann ist es wieder 1993. da waren noch betonstützpfeiler vor jedermanns brille montiert, durch die das grau des berliner winters beinahe wieder

rosig erschien. der teer zwischen den groben kopfsteinpflastern schimmerte jungfräulich im schneeregen, während ich mich in ein kostüm zwängte. unausstehlich. ich stank nach altem schweiß und

günstigem cognac. weil ich gefallen wollte. oder war. vielleicht traf eher letzteres zu. tage zuvor hatte ich bereits meine ernährung von natürlich auf mononatriumglutamat umgestellt. meine stirn

dankte es mir mit alltäglichen runzlern und groben beulchen, die im schein der tanzschuppenbeleuchtung blässlich schimmerten.

ich hasse gitarrenmusik. außer der, die mir gefällt. als ich das sagte, hatte ich bereits eine ganze hand oder faust im gesicht. es traf keinen knochen, es war eh alles fleischig. und so klatschte

ich behende auf den boden, um den geschmack des echten lebens zu kosten.

so lange ist das doch noch gar nicht her, denke ich so bei mir, während ich mich wieder aufrappele.
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Fanpost
Oktober 30th, 2008 by Doktor Focks

ich schrieb mir gestern nacht einen brief aus pappmaché.
aufgeklebte blümchen und duftende tinte täuschten meine augen.
ich dachte, es wäre eine verbeugung vor der weiblichkeit der kunst.

wie ich mich geirrt hatte.

es waren worte aus der mühle meines tagtäglichen erzfeinds.
sie stachelten die maßlosigkeit in meinen gliedern an.
sie raubten dem tag die mitte.
sie kenterten vor meiner küste.

entnervt blies ich mein leuchtfeuer aus,
mit dem ich mich bereits selbst zu überstrahlen drohte.
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Schadhaft
Oktober 30th, 2008 by Doktor Focks

Ich fühlte ein inneres Drängen, ein Zwicken, ein Knirschen.
Genau hier. In der Mitte meiner Brust. Als ich darauf eindrosch, erfuhr ich Schmerzen sondergleichen.

Warum, warum, warum.

Diese Fragerei machte mich ganz wahllos und zerfasert.
„Halt die Maul!“ tönt es aus der U-Bahn, während ich versuche, meinen Fuß aus der Tür zu zerren.

Ich bin jetzt endlich da.
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Counterstreich
Oktober 30th, 2008 by Doktor Focks

regennass lässt du dein haar
in wildem taumel auf die knie fallen.

ich applaudiere exaltiert,
um mich gekonnt aus der affäre zu ziehen.

nebenan laufen gekreuzte straßen
meilenweit auseinander. asphalt an asphalt.
eine vermählung der kälte im flirrenden
licht der morgendämmerung.

nein, es ist keine liebe.
es ist das verlangen, was mich verteibt.
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Instrumental
Oktober 30th, 2008 by Doktor Focks

mir ist kotzübel – du sprengst meinen umkreis aus gutmütigkeit und machst dich über die perlen lustig,
die ich in deiner miesmuschel wähne. vielleicht bringt mich ja jemand zum bahnhof.
irgendwie möchte ich abgeholt werden. und wenn es nur von einem lied ist, was aus den mikroskopisch kleinen ohrstöpseln plärrt,
die das große mädchen neben mir um ihren langen, weißen hals hängen lassen hat.

ich weiß es nicht.

wissen ist nicht immer die macht, die einem den beat stiehlt.
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ich brauche jemanden der für sich spricht.
Oktober 30th, 2008 by Dr. Klaus Feratu

ich habe imens viel tüll in meinem mund. heraus kommen phrasen und halbwahre nettigkeiten, aber ich meine es meist nett oder habe einfach keine meinung. ich lache verhalten oder zu laut und meine

das alles doch garnicht ernst. ich hasse ja niemanden, aber ich habe die schnauze oft voll. ich bräuchte dringend jemanden der mich vertritt, ich will nen munddouble und jemanden, der alle meine

termine auf nachher verlegt. viel nachher. ich will ne gelbe pelzmütze, wo lebt. der soll so passanten beleidigen und mit steinchen auf die werfen. und wenn die mich dann anmachen – alter dann ich

hab ne axt. ne verfickte riesenaxt. auch aus tüll. im regen total unzugebrauchen.

aber das pelztierechen IST cool. das heisst… sagen wir mal… schnabou. ja, also. schnabou ist mehr so mein bester freund geworden, weil wir auch zusammen im krieg waren.
in kambodscha. bei diesen roten krähen oder wie die hiessen. aber die haben immer so gebrüllt, die hat man nie verstanden. die stimme überschlägt sich bei den asiaten auch total schnell. viel

schneller als bei so kartoffeln wie mir. jedenfalls hab ich da den schnabou lieb gewonnen, der hat aspirin getickt damals. und wegen dit rumjeschreie – na ihr versteht schon.
ich hab mitm rauchen aufgehört damals, war keine gute idee, aber nu bin ich halt nichtraucher. wenn man einmal damit angefangen hat kann man auch nicht mehr anders.

der schnabou und ich haben dann den herbst erfunden um die leute vom sommer abzulenken und sich rückwirkend auf den so richtig zu freuen. quasi wie ein weltraum-zeit-taxi. ist unsere neue

geschäftsidee, weil sich ja mit design kaum die miete und die ganzen drogen bezahlen lassen. auch selbst wenn man keine nimmt. alles nicht so einfach geworden, in dieser zeit, wo man alles machen

kann aber auch nichts echt muss und vor allem dann auch nie was wirklich will. ausser sommer und ruhe eben.

der schnabou trinkt am wochenende mit mir. dann lalle ich wenigstens den mal voll. und gott redet auch nur zu mir, wenn ich hart besoffen bin.
bilde ich mir jedenfalls ein. aber an jeder legende ist ja immer ein fünkchen wahrheit dran und so. schön mit dem regen.

ich bin nur so eingebildet, weil ich so unglaublich viel fanstasie habe.
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club sand wich
Oktober 8th, 2008 by Dr. Klaus Feratu

[12:08] Jördis: man könnte auch noch ei drauftun
[12:08] cyze.one: bacon + ei + pommes
[12:08] Jördis: also kreativer als „clubsandwich“
[12:08] Jördis: sowas hab ich schon mal gegessen
[12:08] cyze.one: grade fischi & judith nach oben beordert
[12:08] Jördis: so mit bacon und ei auf brot
[12:09] cyze.one: ey jördi, ich hab sandwiches erfunden
[12:09] Jördis: kann mich aber nicht merh erinnern, wo das war
[12:09] Jördis: du? hahahahahaha!
[12:09] cyze.one: ich hab schon mehr sortn sandwiches gemacht als sich subways ausgedacht hat
[12:09] cyze.one: ich mache seit 23 jahren sandwiches
[12:09] Jördis: ich bin viel älter als du
[12:09] Jördis: wie stehen da die chancen?
[12:09] cyze.one: ja, aber ihr hattet 40 jahre keine sandwiches
[12:09] cyze.one: die hiessen STULLEN
[12:09] Jördis: ;)
[12:09] Jördis: haha!
[12:10] Jördis: wir haben „westverwandschaft“
[12:10] cyze.one: ich BIN westverwandschaft
[12:10] Jördis: du bist aus berlin
[12:10] cyze.one: lol
[12:10] cyze.one: 1:0 für mich
[12:10] cyze.one: danke
[12:11] Jördis: :-p
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du hast den spass an der gewalt verloren
September 16th, 2008 by Dr. Klaus Feratu

[14:13] cREEP-oLDSKOoL: kotze kann und will süß-säuerlich sein. chinesen kennen das. ich rede mit offenem mund gegen die windmühlen der erkenntnis an. denn nur im gleichgewicht des traumes schweben

die wünsche der menschen.
[14:14] cREEP-oLDSKOoL: wer wagt es denn. wer will? und wollen muß gelernt sein. schreiben und klären. um des friedens willen.
[14:14] cyze.one: das die klärung alleine keine reinheit bringt aber deren ursprung ist, wussten sicher die kubisten auch schon
[14:14] cyze.one: wir aber exaltieren das auf eine neue ebene
[14:15] cyze.one: eine stufe der erkenntnislosigkeit, die sich nicht nur gewaschen, sondern die sich auch noch durchgesetzt hat
[14:15] cyze.one: wir SIND kubisten
[14:16] cREEP-oLDSKOoL: du verstehst die zentralität nicht mehr. runde um runde eckst du an. herausgebroch’ne zähne, der arzt setzt leise spritzen. dann schichtweise trauer. während nebenan die

mohikaner kriegsbeile in schachteln aus ebenholz legen.
[14:16] cyze.one: und das ist nicht daniel day lewis‘ konzept gewesen
[14:17] cyze.one: er ist sich dessen unbewusster als du dein täglich brot mit heisshunger zu verschlingern vermagst
[14:17] cyze.one: es ist UNERTRÄGLICH heiss geworden

hol ihn dir wieder. du hast den spass an der gewalt verloren.
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krieg. im kopf. vielleicht.
August 12th, 2008 by Goldene

gerade habe ich gelesen „bitte schreiben“. dabei bin ich gar nicht eingeladen. und so fühle ich mich auch. nicht eingeladen. aber das hier ist ja auch keine party, sondern das „wahre leben“ (nein,

keine fanfaren bitte). ich würde mir einfach wünschen, das mehr surreales passiert. von mir aus sollen uhren zerfliessen. und der rest. mir doch egal. robyn singt sich gerade die seele aus dem

leib. da müssen wohl auch so einige probleme am start sein, wie man so schön im volksmund sagt. dafür hat sie aber eine der wenigen stimmen, die ich ertragen kann. nicht wie fingernägel auf der

schiefertafel. oder benzingeruch an der tankstelle. nur bedingt erträglich. auch wenn die versuchung gross ist.
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übernachten bei sich selbst
Juli 27th, 2008 by Dr. Klaus Feratu

heute vollkommen durchnäßt auf dem balkon und zudem noch neben mir aufgewacht. hatte es wohl kommen sehen müssen. musik läuft noch auf „deutlich-lauter-als-die-nachbarn-wollen“, mit der polizei

muss ich aber einfach nicht rechnen. schließlich ist das hier eine hautpstadt und die ordnungshüte (KALAUER, IHR PENNER) müssen sich um die präventive vermeidung von terror und akten kümmern. so

ein bisschen emo tut ja kaum wem was zu leide, ausser den emos. den tut ja aber auch alles was. aber jedenfalls hier so: balkon. ich liege also da und versuche mit vorzustellen, wie der wind meine

haare in mein gesicht weht, die sind aber grade frisch auf 3mm defragmentiert worden. ich versuche mir vorzustellen, wie der wind die häuser gegenüber wegpustet und dahinter den blick auf die nicht

vorhandene, malerische seen-landschaft preisgibt. ähnlich unrealistisch, wie die sache mit meinen haaren… oh verdammt, in zwanzig minuten ist wieder geisterstunde und ich bin völlig unvorbereitet.
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gesicht vs geschnetz
Juli 25th, 2008 by Dr. Klaus Feratu

während der regenumhangmann sich dem taxistand näherte, fiel ihm auf, dass er kein bargeld bei sich hatte. er zögerte kurz und fasste dennoch den entschluss die fahrt zu buchen. gesicht gegen

geschnetz, taximann gegen halbautomatische handfeuerwaffenreinigungsutensilie. einen handelsüblichen q-tip. wattestäbchen. er klopfte sich ab und dem mann auf die schulter. „stadtmitte“ hieß es nur

heiser. im radio lief leise irgendeine jazz-schmonzette: tingeltangelbob in dur-moll, rauf und runter die ganze partitour, dann links hinter der litfaßsäule abgebogen um die ampel in der phase noch

zu bekommen.

grüne welle. und das direkt an der havel. pah.
wer auf die idee mit dem versalen ß gekommen war musste dringend mal eine woche auf einem mobilen scheisshaus übernachten, sowas dachte sich der regenumhangmann. zack, zack, ein paar warme ohren

und schon ist wieder mehr licht im oberstübchen. eine plakette für gradlinieges denken bekommt man schliesslich nicht für irgendiene lapalie angeheftet.
der regenumhang bedeckte kauz rollte sich bei knapp 12km/ h aus dem auto und eröffnete wenige sekunden später das feuer auf sein ex-beförderungsmittel.

besser keine zeugen. er hatte eingemacht vor aufregung.
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history repeating
Juli 25th, 2008 by Dr. Klaus Feratu

warum auch nicht, weil ist ja immer das eine, das selbe, gleiche sogar manchesmal – und wer würde schon was anderes behaupten können? wenn der hauptmann an der einen stelle nicht weiterkam, hatte

er eine besondere art. er hatte so etwas wie einen freibrief. verbrieft sogar. und diese gabe
er konnte damit durch wände sehen, gedanken lesen, eine grosse kanne milch zum umfallen bringen und sogar kleine lebewesen von der erdfläche verschwinden lassen. aber er konnte es nicht aufhalten.

ein ums andere mal geschah es also und der hauptmann zerbrach sich seinen, mit schütterem haupthaar bedeckten, kopf. er wand sich im schlafe, guckte löcher in den, von der abendsonne orange-

violetten, himmel und lies hin und wieder eine träne ob seiner ohnmacht fallen. er konnte den lauf der dinge nicht ändern.

„nen hemmingway hinlegen“, dachte er am freitag lange zeit. aber das aufräumen wollte er seiner haushälterin nicht zumuten. „manche dinge ändern sich von alleine und andere wieder ändern alleine

nur sich, menschen sind dinge und dinge sind sachen, ja…“, grübelte er dann noch eine weile vor sich hin, bevor er ein weiteres bier öffnete.

der hauptmann war ein normaler mann gewesen, so machte er sich selbst immer denken. aber er war es nicht. der freibrief und diese schlimme gabe. das war auch er. er konnte nicht weiter denken. es

machte ihm den sommer zu schwer.
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Leichenlied
Juli 24th, 2008 by Doktor Focks

schwelgend
sitzt dein herz
am rand der liebe
als du dich öffnest
falls du dich öffnest
weil du dich öffnest
purzeln dachschäden und andere kleinigkeiten
kullernd in den ausguss

wie sie da reinrutschen
so lustig und spiralenartig
überkommt es dich ganz plötzlich

giraffenhalsig starr
lachst du ins loch
ha ha

im gefrierschrank der zukunft
nur ein meer aus salz und zucker
dazu passen einfach keine chips
eher kuchenkatzen aus schokolade

wortklauberei! sag ich dir
gehirnfeilscheirei! schreit dein arzt
GEHINSBETT! greint deine mama

ach! aber! oh weh!
du sagst mal wieder nichts
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Freiwild
Juli 19th, 2008 by Doktor Focks

sein bruder hatte recht gehabt. wäre er bloss nicht in die stadt gefahren. die leute hier starrten ihn an, als sei er ein aussätziger. dabei hatte er sich redlich mühe gegeben, ordentlich

daherzukommen. seine beste hose war frisch gewaschen, gestärkt und gebügelt. er war früh zu bett gegangen und zeitig aufgestanden. nach einem ausgiebigen frühstück machte er sich auf den weg. die

glänzenden fassaden der modernen geschäftshäuser bildeten bedrückende kontraste zu den altbauten, die entweder hinter baugerüsten versteckt waren, oder ihre nacktheit durch abblätternden putz

schamlos zur schau stellten. wiederholt kam er an einem dieser geklonten kaffehäusern vorbei. der duft, der aus den offenen eingangstüren kam, war verlockend, aber fausto hielt sein geld mit

geballter faust in der tasche fest. es war abgezählt und er war nur aus einem einzigen grund in der stadt. „peter lorimars buchenwald“, einer literaturhandlung mit besonderen werken. >>Guten Tag,

Herr… Entschuldigen sie bitte, ich habe ihren Namen vorhin am Telefon nicht ganz behalten. Aber sie hatten sich durchaus recht eindringlich beschrieben. So habe ich sie gleich erkennen können. Noch

bevor sie meinen kleinen Laden betreten haben. Setzen sie sich, nehmen sie platz!<< Herr Lorimar hiess Fausto willkommen und wies ihn an, es sich auf einem sperrigen, antiken Stuhl bequem zu

machen. Ein schwieriges Unterfangen, wie Fausto bei sich dachte.Lorimar zog die Brauen hoch. Er schien erstaunt. >>Wofür danken sie mir denn, junger Mann? Ich konnte doch noch gar nichts für sie

tun.<< Fausto räusperte sich. Er hatte die lange Reise über in die Stadt kaum ein Wort gewechselt. >>Ich danke ihnen für ihre Zeit. Niemand hat mehr Zeit heutzutage. Alles geht so schnell. Sie

entschuldigen. Mir ist etwas schwindlig.<< Vorsichtig fügte er hinzu: >> Diese vielen Menschen da draussen.<< Herr Lorimar stand wortlos auf und brachte ihm ein Glas Wasser. Es war frisch und kalt

und Kondenstropfen perlten an der Aussenseite ab. Fausto trank hastig. Lorimar zog ein großes, in Leder gebundenes Buch aus dem Regal hinter ihm. Er strich beinahe zärtlich über den Einband und

legte es langsam und behende auf den Tisch. >>Sie suchen dieses Buch.<<  sagte er eindringlich. Fausto wischte sich den Mund mit seinem Hemdsärmel ab und senkte den Blick. „Über die Waldbewohner –

Legenden und Wahrgeschichten“ stand auf dem Deckel in goldenen Lettern und gebrochener Schrift. >>Sie müssen es nicht bezahlen, sie müssen mit mir auch nicht über den Grund reden, sie müssen sich

nicht rechtfertigen – sie müssen mir nur versprechen, das ich sein Herz bekomme.<< Fausto war nun gänzlich seiner Stimme beraubt. Er verstand nicht so recht, schluckte kurz und nahm dann mit einem

kurzen Nicken das Buch in Empfang. Die Worte in dem Buch, das wusste er, würden ihm eine mächtige Waffe sein. Er weinte. Er war nicht traurig, er hatte nur Mitleid mit IHM.
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Nichts von alledem
Juni 10th, 2008 by Doktor Focks

Seit ich einen Bart trage. Seit dieser Zeit versuche ich unterschwellig, den Übergang von Kopf zu Hals zu kaschieren. Es gibt nämlich keinen mehr. Mein Kinn wuchert in eine undefinierbare, weiche

Masse aus Fettgewebe aus. Meine ganze Statur hat sich geändert. Nicht, daß ich kein hübsches Kerlchen wäre. Ich sehe sogar blendend aus und betrachte mein Antlitz gerne im Spiegel. Aber diese

grundsätzlichen strukturellen Veränderungen, die seit ein paar Jahren schleichend Einzug in mein biologisches System gefunden haben, sind nicht mehr wegzurationalisieren. Zumindest nicht, ohne

meine Wenigkeit mit Abstinenz, furchtbaren Dehn- und Streckübungen und sonstigen, raffinierten Quälereien aus der Men’s Health zu traktieren. Für solche Spielereien bin ich mir einfach zu schade.

Da tut es eine gute Flasche Rotwein doch auch. Oder ein gesundes Steak mit Rosmarinkartoffeln. In guter Gesellschaft. Aus gutem Hause. Mit vorzüglichem Wortwitz und einer Handvoll Zwinkern in den

leuchtenden Augen.

Na also!
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Heldors neue Abenteuer
Juni 10th, 2008 by Heldor

„Nun, wollen wir wieder Freunde sein?“

„Du bist tot!“

„Das ist es, was ich dich glauben ließ. Ich bin wohlauf. Reich mir deine Hand.“

Nur zögerlich streckte Heldor seine Hand entgegen. Es war unglaublich. Wie war das möglich? Noch vor wenigen Tagen hatte er dem Dormann den Leib zerschnitten und mit seinen Innereien geprahlt. Das

soll alles nicht gewesen sein?

„Nun, Dormann, wie kommt’s? Ich denke, du bist mit eine Erklärung schuldig!“

„Alles zu seiner Zeit, jetzt reiche er mir bitte zunächst mein Gescheide.“

„Das habe ich auf den Luderplatz geworfen, damit sich der Fuchs daran laben kann. Es ist nichts mehr übrig.“

Der Dormann tat gleichgültig. Es wächst ja eh nach. Heldor, noch immer leicht verwundert, und der Dormann schlenderten am Flußufer entlang.

„Ich bin mit den zwanzig Leben des Calypso gesegnet“, sagte der Dormann endlich. Als ob dies alles erklären würde. Heldor spürte die Wut in sich aufsteigen. Diese Wut und der Zorn, die ihn schon

sein gesamtes Leben begleiteten und bereits für wundervolle Augenblicke gesogrt hatten.

„Calypso ist mir unbekannt. Abgesehen davon kann ich den Namen Calypso nicht…AUSSTEHEN!!!“ Mit diesen Worten stieß er dem Dormann sein Faustmesser mitten ins Genick.

„Vortrefflich, ihr habt es wieder einmal geschafft. Wir sehen uns allerdings bald wieder. Auf gute Freundschaft.“ Mit diesen Worten verstarb der Dormann.

Heldor schien zufrieden. Abfällig aulte er dem Leichnam des Dormanns in das entstellte Gesicht. Er bezweifelte ein Wiedersehen. Dennoch wollte er sicher sein. Die gute alte Gitarrensaite! Stets

dabei und immer griffbereit. Mit fünf geschickten Zügen war des Dormanns Haupt vom Rumpf getrennt. Der schwere Schaftstiefel trat polternd gegen Dormanns feisten Kopf, so daß dieser im hohen Bogen

in den Weiher flog.
Meister Adebar war erfreut. Mit zwei schnellen Schnablestichen waren die Augäfpel aus den Höhlen entfernt.
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Jetzt war Heldor ein wenig neidisch. Hatte er dem Storch doch das Beste überlassen. Wie dumm. Er nahm sich vor, zukünftig die Augen selbst zu verspeisen. Bei dem Gedanken an diese Köstlichkeit lief

ihm das Wasser im Munde zusammen.
Jetzt konnte er nicht mehr an sich halten. Gierig sprang er auf den Storchen zu und knickte ihm den Hals um. Da! Die unverdauten Augäpfel waren noch zu spüren. Maßlos begann Heldor am Kopf des

Vogels zu saugen. Er saugte und saugte, bis er an das Ziel angelangt war: leicht mit verdauungsbrei vermengte Augäpfel des Dormanns. Hmmmm! Was für ein Genuß! Köstlich!

Mit einem Lächeln und einer leichten Erektion schlief Heldor ein.
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Die Ballade von Heldor
Juni 10th, 2008 by Heldor

Heldor war ein junger Bursche der Stadt. Ihn zog es in den Wald hinaus. Dort angelangt lief ihm der Dormann über den Weg. Der Dormann sagte: „Wohin des Weges, übles Geschnetz?“ Er hatte Heldor

unterschätzt. Innert Sekunden waren Dormanns Rumpf und Oberkörper voneinander getrennt. Der Dormann lächelte. Respektvoll sage er: „Ihr führt eine edle Klinge und des Stoßes seid Ihr auch mächtig.

Hier, nehmt mein Gold als Anerkennung.“ Dann verstarb der Dormann. Heldor aber ging seines Weges.

Etliche Woche vergingen. Heldor hatte lange nichts gegessen. Sein Magen rebellierte. „Nun gib schon Ruhe!“, fuhr es aus ihm heraus. Ärgerlich betrachtete er seine Klinge, die ihm einst Allaun, der

Jäger, vermacht hatte. „Nur Du bist mir geblieben, edler Freund.“
Sein Blick wurde trübe. Die guten alten Zeiten. Längst vergangen. Heldentaten der Vorzeit! Geschwätz von damals. Oder gab es doch ein Fünkchen Wahrheit in den alten Überlieferungen? Heldor fasste

einen Entschluss. Ich mache es den Urvätern gleich. Ich werde auch Geschichte schreiben! Ich werde berühmt! Von diesem Gedanken getragen ergriff er sein Schwert und schleuderte es instinktiv zur

alten Eiche hinüber. Das hatte gesessen. Der kleine Rehbock, der noch vor wenigen Augenblicken nichtsahnend auf dem Feld stand, lag nun gurgelnd am Boden. Heldor trat heran.
„Das hast du nun davon…“, murmelte er.
Flink öffnete er die Bauchhöhle und entnahm das Gescheide, die Leber, Milz, Herz, Lunge, Harnblase und das Zwerchfell. Lachend behängte er sich mit den noch gefüllten Darmschläuchen und wusste vor

Glück weder ein noch aus. „Ich bin der Größte!!!!!“Die Milz in seinen Händen zedrückend stolperte er unkontrolliert die Weide hinauf. Das Blut des Herzens tropfte aus seinem Mund. Heldor fühlte

sich das erste mal in seinem Leben frei und unabhängig.

Mit dem Bewusstsein, niemand könne es mit ihm aufnehmen, schlief er friedlich ein…
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Heldors Weisheit
Juni 10th, 2008 by Heldor

Heldor hatte sich ins Gras gekauert. Das Unterholz um ihn herum bot exzellenten Schutz und Deckung. Er wartete hier bereits seit 73 Stunden. Warum eigentlich? Das fragte er sich seit geraumer Zeit

selbst. Es wird mir schon wieder einfallen, murmelte er. Die Hitze und die Feuchtigkeit waren nahezu unerträglich. Unzählige Ameisen und Mücken hatten sich bereits an ihm verlustiert und machten

keine Anstalten von ihm abzulassen. Eine eitrige Beule verzierte sein Gesäß.

Da! Ein Rascheln neben der alten Eiche! Ein Rascheln höchst sonderbarer Art: leise und doch kraftvoll, begleitet von bizarren Dissonanzen…

Heldors Aufmerksamkeit war auf dem Zenith angelangt, sein Körper bis in die letzte Faser gespannt.

Und tatsächlich. Jetzt fiel es ihm wieder ein. Der Moment auf den er so lange unter Schmerzen und Entbehrungen gewartet hatte. Sollte er wirklich jetzt Realität werden? Hatten die Götter der alten

Überlieferung nach Recht gehabt? Ja. ja, ja, ja! Es gibt ihn wirklich!

PEGASUS!

Weiß, groß, majestätisch! Gehörnt! Massiver Muskelansatz und ein Gehänge, welches jeder Beschreibung spottet. Daher kommen die ihm nachgesagten Kakophonien! Wenn ein so massiger Stengel über das

Erdengras schleift, dann summt die ganze Landschaft.

„Haltet ein!“, fuhr es aus Heldor heraus. Ich stelle mich Euch in den Weg! Wagt es ja nicht vor mir die Flucht zu ergreifen! Meine Alaun-Klinge würdet Ihr bitter zu schmecken bekommen! Pegasus

verharrte. Für ihn sehr unüblich konnte man ein leichtes Lächeln unterhalb seiner Nüstern wahrnehmen. Meine Hochachtung!, höhnte er. Du hast es tatsächlich geschafft mich zu finden. Ein Schauer des

Stolzes durchfuhr Heldor. Ja, der Sage nach soll dieses Glück nur sehr wenigen vergönnt gewesen sein. Er, Heldor, war einer von diesen Wenigen.
„Ich bin gekommen, um dich zu Töten, Pegasus! du gilst als Landplage, als überholtes Fossil. Du gehörst vernichtet, so wie Deine ganze Brut! Dein Kopf werde ich abtrennen, Dein Horn verkaufen und

Deine Mähne wird mein schönstes Kleid sein!“

Jetzt musste Pegasus tatsächlich lachen. „Du Narr! Glaubst du, ich wüsste nicht, wie du tagelang im Dreck gekauert hast? Lächerlich auf den Boden gepresst, in der irrigen Annahme du könntest mich

überraschen? Vom ersten Moment an war ich über dich im Bilde! Deine lächerlichen Taten können mir keinen Schrecken einjagen, ich bin gottgleich, ICH BIN DER HERRSCHER DES WALDES!“

Just in diesem Moment brach aus dem Maul des Pegasus ein Schneidezahn heraus. Heldor hatte einen mit Ameisen umwickelten Stein nach ihm geworfen. Die Säure wurde innert Bruchteilen von Sekunden

freigesetzt. Das weiße sagenhafte Pferd bäumte sich vor Schmerz auf.

Diesen Moment der völligen Unachtsamkeit nutze Heldor gekonnt aus und rammte ihm einen stumpfen Ast in die Bauchhöhle. Als sei das nicht genug, landete Pegasus beim Herablassen seines Körpers genau

eben jenen Ast und stieß den Stock noch weiter in sich hinein. Jäh entfuhr Pegasus ein kümmerliches Bellen. Vor Schmerz zitternd und blind vor Wut rannte er auf Heldor zu, dabei vergessend, dass er

noch den Stock in sich trug. Heldor wich aus, zog an der am Stock zuvor befestigten Ahle und brachte damit den gesamten Bauchinhalt zum Vorschein.

Gottgleich hin oder her, Pegasus war tot. Kein Röcheln, kein Klagen. Nur Leere in den Augen des angeblichen Herrschers des Waldes.

Verachtend blickte Heldor auf den bereits zu stinken anfangenden Kadaver. „Du willst meiner würdig sein?“, Heldor spuckte vor Pegasus auf den Boden. „Dort wo Du her kommst, gibt es noch mehr. Ich

werde euch alle finden und sie dir hinterher schicken. Ab in die Hölle mit Euch! Von dir nehme ich mir keine Trophäe. Du warst mir kein angemessener Gegner. Ich würde mich der Lächerlichkeit preis

geben, wenn ich mit deinem albernen Horn, deinem kindischen Schwanz und deinem weibischen weißen Schweif posieren würde.“ Ein Tritt in die Stirnhöhle manifestierte das soeben Gesprochene.

Heldor war zufrieden und enttäuscht zugleich. Der Erfolg machte ihn stolz. Doch wo sollte er jetzt noch eine Herausforderung suchen, wenn selbst ein Gottwesen keinen Widerstand zustande brachte.

Pfeifend ging er seines Weges.
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Die Präambel zu Morgen™ – Vorbeben
Juni 9th, 2008 by Doktor Focks

Manchmal zögerte Gerhard. Aber immer nur dann, wenn es ihm unbehaglich zumute war. Morgen sollte es gewittrig werden und danach wieder trübe. Gerhard hatte vorgesorgt. Seine Bett war frisch

bezogen, er hatte sein Kissen mit Lavendel eingesprüht und sein Kuscheltierchen namens Hellebarde gebürstet und auf der Kommode neben dem Bett platziert. Montag war ein wichtiger Tag. Es sollte

nichts schiefgehen. Daher rückte Gerhard auch alles gerade. Selbst den Teppichklopfer, der unsichtbar hinter dem Duschvorhang hing.

Gerhard fühlte sich wohl. Alles war an seinem Platz. Er schob seinen prallen Bauch vor sich her und streichelte seine dicken Brüste. Er stellte sich vor, er wäre schwanger und könnte Kinder

gebären. Vielmehr noch, er könnte Milch geben. Gerhard war nun sehr erregt und schob seine Hand in seine leichte, seidene Unterwäsche. Nichts regte sich. Er war verwirrt und blickte sich um.

Niemand war im Haus, so daß er sich vorbehaltlos seiner wenigen Kleider entledigen konnte. Als er vollkommen nackt vor dem Spiegel stand, versuchte er sich so zu bewegen, als daß es ihn erregen

könne. Nichts geschah. Gerhard war unsicher, ob er sich überhaupt noch befriedigt ins Reich der Träume bewegen dürfe. Er sah sich verstohlen nach anreizendem Material um, als ihm die Telezeitung

ins Auge fiel. Auf dem Deckblatt war ein volksmusikalisches Duo abgebildet. Er in engem Frack, sie in einer handelsüblichen Dorfledertracht, aus der die Brüste nur so hervorquollen. Es war schon

ein netter Anblick, aber Gerhard fehlte der Pfeffer. Er zündete sich eine Mahagoniduftkerze an und liess das heisse Wachs auf seine Schenkel tropfen. Es tat weh. Und es war nicht richtig. Gerhard

schrie auf und liess die brennende Kerze auf den Haufen Holzspäne fallen, den er zum Weihnachtsbasteln zusammengetragen hatte. Vor Schmerz umherhüpfend bemerkte er nicht den scharfen Geruch, der

sich aus der Ecke zu ihm hervorpopelte. Gerhard rieb sich die verbrannten Schenkel und die Tränen in seinen Augen verboten ihm den Weitblick, den er jetzt so dringend nötig hatte.

Dunkler Qualm breitete sich im Erdgeschoß seines Hauses aus und das Feuer zollte Tribut. Gerhard wurde schwindlig zumute und er hustete ganz doll laut und schrie. Aber es war nur ein leises

Quieken, was da sich da aus seiner Kehle quälte. Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse hatte er sich bereits im Duschvorhang verfangen und um Halt zu bekommen hatte er sich an der

Badeschaumflasche festhalten wollen. Diese hatte sich komplett auf dem gekachelten Boden entleert, auf dem Gerhard wie ein nasser Sack ausrutschte und mit seinem fleischigen Kopf gegen die

blanchierte Emailletoilettenschüssel stiess. Blut und Rotz schossen aus Augen und Nase. Gerhard hüstelte und wollte etwas sagen.

Da hatte er plötzlich eine Erektion und war froh. Der Morgen konnte kommen.
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Die Präambel zu Morgen™ – Folgeschäden
Juni 9th, 2008 by Doktor Focks

Man hat mir meinen Arm ausgeklügelt. Schlaue Schmerzen sind stärkere Gegner im Kampf mit dem Körper. Sie wissen, welche Nervenenden gezupft werden müssen, sie streichen mit Raspeln über die

Stränge, wie über Saiten einer Konzertgeige. Ich versuche dabei, in möglichst unmöglichen Tonlagen zu jaulen, doch meine Stimme klingt heute so anrüchig, so falsch und so strauchig. Ich beisse mir

auf die Zunge und jemand ruft: „Halt dein Maul, Mittagsruhe!“ Ich kann eh nichts mehr ändern und sacke in Tüten aus Plastik zusammen. Die können gleich abgeholt werden. Es ist nämlich nicht nur

Mittagsruhe, sondern auch Montag.
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weil meine art so kacke ist
April 24th, 2008 by Dr. Klaus Feratu

und weil ich schuld bin, weil ich immer danebenliege – mit pfefferminz im herz und weil ich den ton nicht treffe.
das liegt an den zitronen auf meinen augen, dem schrillen blabla in den ohren und dem ständigen, cholerischen gehuste. etwas, das mir das thema unserer konversation zu scheissegal werden lässt,

meinen puls in die höhe, meine augen aus dem kopf. apropos schiessen. über das ziel hinaus und direkt in dein herz. ich bin viel, viel besser als du denkst. ich liebe mich viel, viel weniger als

mir lieb ist. und damit meine ich mehr. warum ist mir eigentlich immer alles so egal, wenn ich mich doch dann aufrege?

„carina, mach dis essen für den ronny waaam – der is kleeein!“, hallt es aus einer ecke der sagenumwoben kleinen bude, vor deren fenster ich grade stehe.
ich weine so ein bisschen, nein, die zitronen sind es. „lass die tür bitte auf, dann kann ich besser sehen, wenn du später am himmel zerschellst.“

der fette mann in meinem kopf stell sich als „gott“ vor und ich stell mir gott vor, wie er über den fetten mann lacht. gott lacht über fette, soviel ist klar. es tut ihm leid! ihm gehen sicherlich

diese ganzen zivilisationskrankheiten tierisch auf den sack. aber gott ist beschäftigt. er sitzt mit sennheiser-kopfhörern auf der terasse und hört outsmarting simon und weint über den fetten,

fetten mann in meinem kopf. der macht sich da breit und garbor und ich (eine person an sich, feige sau, apfel!) rennen vor ihm weg. der fette mann bin ich in 20 jahren. ich freue mich kein bisschen

drauf alt zu werden. der geist verkrüppelt, der bauch wird ein schwammiges ungeheuer und wenn man einmal pro jahr saufen geht, hat man ca. 10 tage nen kater.

ich scheisse drauf, ich mach mir endlich n bier auf und gucke mir diesen verfickt geilen sonnenuntergang an.

alleine.
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Ein Appel zu mehr von ALLEM
April 1st, 2008 by Dr. Klaus Feratu

[22:37] cyze.one: warum nur soviel HASS
[22:37] cREEP-oLDSKOoL: weil blut wärmer ist als wasser
[22:37] cyze.one: was blut aber nicht als als sein lässt
[22:37] cyze.one: als ist als es wurde neu
[22:37] cyze.one: geboren aus zuversicht
[22:38] cyze.one: und dem verlagen
[22:38] cyze.one: nach AWARDS
[22:38] cyze.one: veit wusste, das sie irgendwo waren
[22:38] cREEP-oLDSKOoL: der teufel hat hände!
[22:38] cREEP-oLDSKOoL: und er benutzt sie
[22:38] cREEP-oLDSKOoL: ZUM HALTEN!
[22:38] cyze.one: VEIT hatte sich „du schaffst es“ auf die hüfte tattoowieren lassen
[22:38] cyze.one: er war ein GEWINNER
[22:38] cyze.one: soviel war klar
[22:38] cREEP-oLDSKOoL: silvia wollte von gewinnern gevögelt werden.
[22:39] cREEP-oLDSKOoL: VEIT vögelte sie
[22:39] cyze.one: doch was VEIT AKA GOLD-VEIT gewinnen wollte
[22:39] cREEP-oLDSKOoL: silvia war glücklich
[22:39] cREEP-oLDSKOoL: FÜR DEN MOMENT
[22:39] cyze.one: das wusste nur KAPITÄN ZUR SEE AHAB
[22:39] cREEP-oLDSKOoL: doch da waren IMMER diese anrufe
[22:39] cyze.one: LOL
[22:39] cyze.one: alter
[22:39] cyze.one: ich kann nicht mehr
[22:39] cyze.one: meine hände wimmern schon u-bahnwurst
[22:39] cREEP-oLDSKOoL: hahahahaha
[22:39] cREEP-oLDSKOoL: ich geh ins bett
[22:39] cyze.one: NEIN
[22:40] cREEP-oLDSKOoL: oh aj
[22:40] cyze.one: biefiel VEIT
[22:40] cREEP-oLDSKOoL: hahahahaha
[22:40] cyze.one: es musste doch noch irgendwo ein PICZ sein
[22:40] cyze.one: veit sprach es tschechisch aus
[22:40] cREEP-oLDSKOoL: doch sein telefon klingelte, bevor er ausfallend werden durfte
[22:40] cyze.one: SLIVIA machte das an
[22:40] cyze.one: sie WAR aber auch eine geile stute
[22:40] cyze.one: VEIT war GOLD
[22:41] cREEP-oLDSKOoL: vor jahren war sie einmal an VEITs hüfte entlanggestriffen und hatte sich insgeheim nach devoter hingabe verzehrt
[22:41] cyze.one: sie hatten unter dem pseudonym STUTENGOLD einige schmuddelfilme von sich ins NETZ gestellt
[22:41] cREEP-oLDSKOoL: sie arbeitete HART an ihrem körper und spritzte sich die lippen auf
[22:41] cREEP-oLDSKOoL: SO, wie VEIT es mochte

hingabe ist ein seltsamer bonsai. er hockt manchmal stunden auf der lauer und wimmer sich in die lauen frühlingsnächte. warum wollte keiner erkennen, welche aufmerksamkeit gutes design wirklich

zuteilwerdenseinmusste, damit jemand wie der eine oder andere… also eine gewisse art von grundverständnis für die situation. aber keiner konnte helfen. diese geschichte soll zum nachdenken aurufen,

das soll ich sagen. der verlag verlangt den appell an den geist.
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I SWEET EYES WEEP
März 28th, 2008 by Doktor Focks

Das Leben imitiert die Natur und die Technik imitiert das Leben, Flora und Fauna. Technik imitiert Insekten, aber Insekten leben nicht. Sie funktionieren. Schlüpfen, essen, schlafen. Nocht nicht

einmal das, Insekten schlafen nicht, sie ruhen. Wie Chuck Norris. Chuck Norris ist ein Insekt. Er funktioniert und imitiert das Leben, wie wir die Natur imitieren. Wir leben also nicht, sondern

machen nach. Wir tragen Masken aus Lachen und Geld. Geld imitiert Steine und wir machen das Internet nach, welches das Leben als Insekt im Gottfreien Raum neu erschaffen sollte. Aber die Kopie

trägt immer noch den schalen Beigeschmack eines Videobandes der vierten Generation mit sich.

Daher funktionieren wir als Imitate in einer Umgebung aus Fälschungen und nachgespielten Situationen ohne Schlaf in ziellosem Vakuum.
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An der Wurzel
März 28th, 2008 by Doktor Focks

Jens ging nicht mehr zur Schule. Schon seit 13 Jahren nicht mehr. Er ging auch nicht zur Arbeit. Er fuhr. Entweder mit der Bahn oder mit Kollegen. Es war nie leicht für ihn, da er unter Menschen

den ungleichförmigen Händelschellendrang verspürte, sackhaushoch verlieren zu müssen. Es gab keine Ärzte und er wollte nicht schon wieder sein Leben remixen müssen. Das letzte Mal war Patagonien

beinahe wieder abgefackelt, Zeitungen zerschlissen ihre Ausgaben mit marktschreierischen Titelzeilen, Blondinen knöpften Blusen zu und Großmütter stolperten über die eigene Gebrechlichkeit.

Die Sonne machte Geräusche. Wenn man sein Ohr an die feuchte Erde des Morgens drückt, kann man sie schmatzen hören. Jens liess sich verzehren und gab sein ganzes Wissen der Mutter, die ihn wohlig

duftend in ihre dunklen Arme schloss.
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Fogelmenschen
März 27th, 2008 by Dr. Klaus Feratu

[15:59] Klaus Feratu: fogelmenschen
[15:59] Klaus Feratu: haben KEINE gnade
[15:59] losfischos: fogelmenschen sind der neue antichrist vom mars
[15:59] Klaus Feratu: in moll
[15:59] losfischos: mit tüll
[16:01] losfischos: wenn die wilden flokati-brigaden des mars auf die erde niederfahren um die herrschaft des fogelZ auszurufen…dann, ja dann mein jung ist erdbeer-marmageddon nah
[16:02] Klaus Feratu: und das ist ja nur alle sieben dekaden und nur donnerstags der fall
[16:02] Klaus Feratu: ein glück
[16:02] Klaus Feratu: IST heute dero tag
[16:06] losfischos: mit Eläkeläiset auf den den lippen marschiert die vogelsarmee aus dem schein der funzel im rücken desselben gen herne
[16:07] Klaus Feratu: um dort, und wers nicht weiss wird kalt gemacht, die herrschaft des GRAFEN ZORNU auszurufen
[16:07] losfischos: fotzbliz
[16:07] losfischos: entfuhr es dem prinzessin marcozerstörung
[16:08] Klaus Feratu: und sie ließ die linke titte blicken
[16:08] Klaus Feratu: worauf der prinz von und zu derer seinen milbenzerstäuber verschluckte, daran elendig erstickte, erblasste und damit die dynastie ein jähes ende fand
[16:09] losfischos: *bald auf diesem sender….die sprengung der gestrandeten doppelzentner prinzessin….stay tuned*
[16:10] losfischos: anschließendes baahbeque und forsch eingelegte rinderhoden aus den resten

puh, ein glück gibt’s bald bier!
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ich hätte da mal noch so zweihundertdrei fragen…
März 13th, 2008 by Dr. Klaus Feratu

…aber ich weiss beim besten willen nicht, wie ich all diese und ach was, stotterst schon wieder und lächelst und sagst die falschen sachen, also sagst überhaupt was. warum auf ein mal „du“, wenn du

also ich „ich“ meinst. was sollen denn das für fragen sein? warum sagst du/ ich nicht mal was. und denkst nicht mal nach, bevor du was sagst. iiiich. ich meine mich. wow, immer dieses du du du.

versteckspieler-ei-erkopp.
warum sag ich die falschen sachen?
warum findest du, dass ich die falschen sachen sagen?
warum sagt keiner was er will?
warum will jeder immer das, was der andere nicht will?
oder hören will oder anders findet oder nicht?
warum steh ich in nem vollen raum, aber keiner ist da?
warum steh ich mir immer selber im weg, aber geh nicht weg, geh nicht den weg aussen rum, mittendurch und besser auf den rechten weg? der linke weg war weg, war ne linke nummer und rechts lang gabs

nur kummer. also kein rechter weg, pfad eher so fad und grad noch so gangbar wie der gang in ne bar und nix mit hier – cool – wunderbar.

warum stellt keiner die richtigen fragen?
weil die richtigen antworten immer so unangenehm sind.
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Jessica James, weiblicher Pistolero der ersten Stunde
März 13th, 2008 by Dr. Klaus Feratu

„und dann auch noch gut aussehend“, dachte der herr mit der nickelbrille wenigstens. jessica, die vorher eine lehre als hausfrau und bauzeichnerin für winkelbuden gemacht hatte war seit vergangenem

mittwoch in aller munde. im übertragenen sinne natürlich. wer hätte schon eine ganze person im mund haben können? ein riese wohl auch kaum und selbst von denen gab es nicht mehr viele. wie dem auch

sei, der nickelbrillenmann hustete verlegen in sein tuberkulose-tüchlein und versuchte sich gaaaanz klein zu machen, was ihm augenscheinlich nicht gelang. fräulein james drehte sich blitzschnell

um, durchlöcherte nickelbrillenmann mit ihren beiden colts und lachte dem kleinen hund feist ins gesicht. „niemand wird uns trennen, kleiner hund. schon gar nicht so ein wicht mit brille.“

dieser text versteht sich als aufruf für mehr toleranz gegenüber menschen mit sehschwäche. danke.
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sollen wir?
März 6th, 2008 by Dr. Klaus Feratu

tanzen, bis unsere füße aufhören zu flüstern. von den einsamkeiten die sich anfühlte wie… zuhause. und du stehst unter dem baum, knacken und knurren der wiese um dich herrum. blinzelst du noch

immer in meine hände und hältst das blatt vor meinem mund? ich rede zu viel, während du schweigst und sehe das alles nicht. dein mantel ist so herrlich, wenn der wind an ihm nagt und drei schritte

dahinter: ich. beobachte oft deine wangen und das blitzen. besonders wenn es ganz, ganz kalt ist. sollen wir nicht einfach mal… sitzen bleiben und ach und ach? atmen tut gut. bald wird es warm,

dann gibt es keine ausreden mehr, dann stehe ich an dem baum und warte auf das knacken, das knurren und wünschte: mir sollte besser mal einer eine reinhauen, voller erde der mund und warm alles,

alles. ich halte micht nicht mehr fest, ich fliege besser herum und lache mir selbst ins gesicht, ins fäustchen, ins gesicht. es gibt einfach mehr gute musik für tragische augenblicke als

augenblicke die es wert wären die musik dafür zu spielen. selbst in meinem kopf ist es ganz still geworden. ich werd mal wieder so richtig ausschlafen und dann stell ich mich wieder an diesen baum.

aber nicht bevor ich meine braune jacke anziehen kann. muss noch sechs grad warten.

ich würde so etwas nie auf einen anrufbeantworter schreiben. niemals.
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Das feuchte Erwachen
Januar 30th, 2008 by Doktor Focks

es ist der niedergang der abendländischen kultur. hingerafft durch das virale und bakterielle übel. der mensch ersäuft in bronchialschleim, kommunikation wird durch laute, spasmische huster

übertönt und das röcheln der zuletzt verbleibenden hoffnungsträger der menschlichen rasse erstirbt lautlos im mikroskopischen getümmel bösartiger erregerkulturen, die sich das welterbe als dessert

aufgehoben haben.
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Kaffeelefant
Januar 22nd, 2008 by Dr. Klaus Feratu

[15:35] losfischos: voudriez-vous boire un café?
[15:35] Klaus Feratu: bist du schwul?
[15:36] losfischos: nee, ich gammel nur gerade auf babelfish rum. und die ham nur d –> fr und d –> eng
[15:36] Klaus Feratu: soso, was mach ich jezz nur mit so einer angebrochenen chatterei?
[15:36] Klaus Feratu: du, ich hab burt bacharach angemacht
[15:37] losfischos: sexay! bei euch hing schon immer der geist von las vegas in der luft
[15:37] Klaus Feratu: und irgendwie fing ich auch an so verwegen zu gucken
[15:37] Klaus Feratu: komisch, oder?
[15:37] losfischos: hast du den piraten hut schon auf?
[15:37] Klaus Feratu: nee
[15:37] Klaus Feratu: soll ich aufsetzen?
[15:38] losfischos: hmm, weiß nich
[15:38] Klaus Feratu: scheisse, jetzt läuft chet baker
[15:38] Klaus Feratu: mach auch mal an
[15:38] losfischos: hör gerade seu jorge
[15:38] Klaus Feratu: russ job
[15:38] losfischos: russ meyer?
[15:38] Klaus Feratu: ähnlich nur anders
[15:39] Klaus Feratu: also, kaffeelefant, ja?
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Zerstör die Muschi
Januar 21st, 2008 by Doktor Focks

mandelboy war ein star. er konnte unter wasser ganz doll lange die luft anhalten. deswegen war er im spartenbereich der filmproduktionsfirma midnite entrance auch so beliebt. seine neue rolle

verlangte viel von ihm ab. neben akrobatischen höchstleistungen sollte er auch über zwanzig minuten unter monströsen wänsten und sekundären geschlechtsteilen unterschlupf suchen. wie sollte er sich

dabei das script merken können?

mandelboy zog sich aus und hielt die luft an. ein scheinwerfer zerschoss sein augenlicht und er war für kurze zeit erblindet. regieanweisungen auf tschechisch, schweissperlen auf seinem dünnen

oberlippenbart, dann j., die ihn mit ungebändigter masse auf die gummierte matratze drückte und lautmalerische worte in die unbeheizte halle spie, die das team für die dreharbeiten am wochenende

angemietet hatte.

mandelboy spielte seine rolle gut. nun ging er in ihr fleisch über.

ein schöner film. leider unveröffentlicht.
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Blaues Licht
Januar 21st, 2008 by Doktor Focks

irgendwo da draussen sind menschen, denen ich unaufhaltsam in die quere kommen werde. dann werden beine gestellt, flüche ausgestossen, grimassen gezogen und muskeln gespannt. konfrontation ist wie

>>YO!<< sagen und vorher eingeübte stances einnehmen. ich ziehe dreckige sneakers an, weil die ja sonst dreckig werden würden. und dann setzte ich mich mit der die das auserkorenes ’ne runde auf

den bordstein, fragte nach dem warum, hörte aufmerksam zu und schluge dann unerbittlich mit folgendem satze zu: >>na, dann eben nicht!<< wie eine billige dose feuriger bohnentopf.
wer liesse schon gerne blut fliessen, wenn das ein gefundenes fressen für die hunde wäre. hier wird nichts abgegeben und niemand hat einen vorteil.
das lassen wir mal so stehen und brettern weiter.
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Die Abenteuer des Lupo Fantastico
Dezember 17th, 2007 by Doktor Focks

~inzusammenarbeitmitHerrnKashmirKohlbauch~

Lupo Fantastico hatte sich NICHT getäuscht. heute morgen noch wollte er sich ein volleres haupthaar vorgaukeln, indem er  farnkraut und gräserpollen aus seinem gewächshaus auf seine stirn geklebt

hatte. die witterung draussen hatte nun aber alles zunichte gemacht. lupo lief wie eh und je mit einer friedvoll glänzenden vorkopfglatze umher. „scheisse“, dachte lupo. und das schon zum dritten

male an diesem tage.
jimmy popanz wartete derweil seit einer geschlagenen woche auf lupo. beide hatten ein lockeres treffen vereinbart und wollten sich, mal so zwischendurch und mittendrin, über wichtige geschäfte

unterhalten. dinge, die ihrer beider karriere wieder auf die sprünge helfen sollte. dazu hatte sich popanz bereits 4 gespitze bleistifte und einen dicken karierten block besorgt.
popanz hatte einen plan, den er mit sauberem strich auf die karierten seiten des blocks gezeichnet hatte. ein kreis in der mitte des papiers stellte das „geld der welt“ dar. von diesem kreis gingen

mehrere krakelige linien sternförmig zum blattrand hin. um den kreis herum hatte popanz ebenfalls zwei grosse, blaue punkte gesetzt, unter denen „jimmy“ und „lupo“ stand. beide dieser punkte hatten

ausserdem kindliche greifarme vom künstler geschenkt bekommen, die ungelenk einige der krakellinien umfassten. popanz grinste. er wusste, dies war ein guter plan. wenn bloss lupo bald kommen würde.

der treffpunkt am hafen war scheisse ausgewählt. gerade hier an den auffällig gestrichenen roten pollern kam jeden tag die fette fischfachfrau und preiste mit ihrer kehligen stimme aale, sprotten

und tintenfische an. jimmy hatte sich bereits kerzenwachs in  die ohren geschmiert, weil er es einfach nicht mehr ausgehalten hatte.  das gekreische war zuviel des guten. an den geruch hatte er

sich schon gewöhnt. ihm konnte man nichts so leicht anhaben. er lachte und entblößte makellos ungepflegte zähne, zwischen denen noch wurstfetzen vom vortage umherbaumelten.
so saß er also tagein, tagaus neben dem stinkenden fischstand und wartete zunehmend nervöser auf lupo, der sich langsam und behende auf den weg zu machen schien.

lupo war nicht besonders hell, wenn es um wege ging. oder zeiten. oder laufen.

Am Kay kam eine Zeitung vorbeigeweht, in der zuvor noch stinkender Fisch eingewickelt war. Er konnte aber dennoch ganz deutlich das Gesicht von seinem alten Freund Lupo auf einem der Seiten

ausmachen. Popanz griff sich das Blatt und las. Lupo war Tage zuvor der große Jackpotgewinner im Lotto gewesen uns das Foto stellte einen zufriedenen und frohen Lupo dar, der im folgenden Interview

auf über zwei Seiten über seine Pläne schwadronierte und wie schön es wohl in der Karibik sein soll. Seinen Namen konnte er nirgends in dem Artikel entdecken. Popanz fragte sich insgeheim, ob sein

alter Freund wohl noch kommen würde… Dabei sollte er sich doch nun ein Mofa leisten können, um schneller an den verabredeten Ort zu gelangen.

kaum hatte popanz die zeitung zu einem unförmigen bällchen zusammengenknüllt und mürrisch in das sumpfige hafenwasser geworfen, da erblickte er auch schon von weitem ein gramgebeugtes figürchen,

deren umrisse denen von lupo zu gleichen schienen.

„na, freunschän! dir wer ick helfen…“ dachte sich popanz und schnappte sich kurzerhand einen eimer fischköpfe und eine riesige walfischgräte, mit der er lupo zu verprügeln gedachte. doch natur und

ungleichgewicht gepaart mit schmierigen innereien auf unebenem hafenboden brachten popanz zu fall. er taumelte und stürzte in das niedrige hafenbecken.

lupo hatte alles mit weit aufgerissenen augen gesehen und eilte seinem geschäftsfreund zur hilfe. er streckte jimmy seinen langen arm hin und deutete mit einem nervösen kopfnicken an, jimmy solle

sich daran hochziehen. da lupo nicht der kräftigste war, fiel sein geplantes unterfangen buchstäblich ins wasser.

mit seetang und quallenscheisse benetzt blickten sich beide nun im hafenbecken an. die stimmung schien etwas gereizt, doch lupo wusste nicht so recht, weshalb. er zog die strin kraus und wollte

etwas zur begrüssung sagen. statt dessen ergoss sich ein schwall bräunlichen brackwassers aus seinem mund und lupo brachte nur ein klägliches würgegeräusch zustande.

jimmy war sich nicht sicher, ob lupo überhaupt etwas gesagt hatte. er deutete mit seinen grossen, behaarten pranke auf seine ohren und schrie: „KERZNWACHS, EY! ICK VASTEH KEEN WORT! LAUTER! DU MUSS

LAUTA REDN!“

lupo war entsetzt. irgendwie verfluchte er diesen tag. scheisse, dachte er bei sich. und das schon zum siebten male in dieser woche. neben ihm schwamm unbemerkt ein halb aufgelöster lottoschein.

der gelbe zettel passte farblich prima zum braunen hafenwasser. manche dinge sind eben anderweitig betrachtet harmonisch.
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Morgenweisheit
Dezember 4th, 2007 by Doktor Focks

ein kleiner bub, grad sechzehn jahr, erklomm des grossvatters weiß‘ haar.
dort oben dann, am gipfel hoch, liess er die salzraketen los.
es waren sieben, nein, doch sechs, als er erschrak, wie einst die hex.
denn vor ihm und auch leider unten, sah er die milch im tee verklumpen.
so sprang er hurtig und auch schnell mit seinem schlitten weich ins bärenfell.
dort unten dann, so sagte man, da tanzte er mit wanzen dann.
diese war’n ein lustig völkchen, sie schüttelten ein sahnehäubchen.
das nahm er dann statt jener milch, die klumpig ward, so wahr gott hilf!

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die goldene
Dezember 2nd, 2007 by Dr. Klaus Feratu

etwas, das ich glaube ich schon lange mal so deutlich sagen wollte liegt mir auf der seele – und nun werde ich es endlich los. wie wunderbar, ich lächle über das ganze gesicht. ich sitze nun, um

05:48h am ersten advent im dezemeber 2007 hier und bin mir ziemlich sicher: diese geschichte trage ich, seit vielen monaten bei mir. seit anfang 2006 – fast zwei jahre ist es nun her, da sitze ich

im märz vor dem computer, björn an meiner seite, ein gewisses geheimniss verbergend, und schreibe nachrichten. verstohlen und hinterrücks wie ein 15jähriger knabe der oberrealschule. grinsend,

feixend und voller ehrlicher inbrunst schreibe ich. worte wechseln heimlich hin und her. schwierigkeiten, widrigkeiten sollen folgen. und nun stehe ich draussen in der kälte, denke an dich. dann:

unmut, missgunst und zweifel mögen mir vorher in den weg geworfen worden sein. aber mein guter freund und ich wir zucken mit den schulter und lächeln abwechselnd. wir stehen vor dem knaack und

lachen, wir sitzen in der winsstrasse und lachen, manch zweifel verdrängend. nur nach hause, da will ich nicht hin. meine augen leuchten, schreiben deinen namen und wissen. in drei wochen steht das

osterfest ins haus, mein neuer job läuft gut und unsere wünsche sind die selben. im flugzeug denke ich viel an nichts, ich lenke mich ab so gut es geht. und dann! du. paris und wenig worte in der

metro, ein lächeln und ein duft, heute noch gleich. keine nuance hat sich geändert. manchmal frage ich mich, wer du bist und was du fragst. was dich ängstigt und was dich plagt. warum du unsicher

und sicher bist, woher du deine schönheit und deinen zweifel nimmst. warum du mich liebst obwohl ich dir nicht immer zeige, wie sehr ich es tue…

in manchen jahren habe ich fehler gemacht und ich rede nicht über jede unsicherheit, über jeden zweifel den ich habe. ich denke viel nach über meinen besten freund, vergänglichkeit und über so

etwas wie gott. alles dreht sich, alles bewegt sich. aber selbst sollte ich meckern und fluchen: mein traum hat brunette haare und ein lächeln, das euch die letzten zweifel vor der liebe aus dem

mark zieht. seit dieser gespräche anfang 2006 hat sich meine freude geändert. seit juli/ august 2007 noch viel mehr. ich lebe hier mit dem fernen mädchen, welches als hirngepinst eines

kunstprojektes begann. du warst und bist meine fantasie. mein wunsch. wenn ich ab und an nicht direkt antworten kann: es ist nicht deine schuld. die goldene und ich, mein goldenes ich, du. das ist

es alles wert. bist es stets. wirst es sein. ich. liebe. meine. goldene.
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die lange bank
November 30th, 2007 by Dr. Klaus Feratu

„du… deine freunde sehen nicht aus wie ich“, hat gott mal zu mir gesagt. es war das einzige mal, dass ich ihn getroffen habe. aber das macht nichts. er hat auch viel zu tun. wenn ich gott wäre,

würde ich mir ständig den kopf zerbrechen. ich könnte vor lauter kopfzerbrechen gar nicht arbeiten.
kennst du das? wenn man soviel zu tun hat, dass es einen behindert überhaupt anzufangen? ist schrecklich!mir geht das immer mit offiziellem kram, steuereklärungen und solchen sachen. das lässt man

dann eben noch nen monat liegen, regt sich aber auf, weil man grade wieder blank ist. tz tz tz. komisch. oder nicht? unangenehme sachen machen viele menschen nie sofort, schieben es auf die lange

bank (wo kommt diese redewendung nur her?) und zappen lieber nochmal bei kai pflaume und stefan raab vorbei. nicht das sowas helfen würde – im gegenteil! dieses verhalten würde auch die ganze

menschheit gut erklären. wenn wir also immer die unschönen dinge hinauszögern, was ja an sich auch unschön ist, dann ist dem gott das evtl. auch nicht so lieb, der findet so ein verhalten auch

unschön. und sowas ändert man ja nicht mal so eben. „hier guck mal, die menschen… ey. krieg. schon wieder. selbst der kai pflaume redet drüber. nee, das ist mir aber schon unlieb, da muss ich

dringend mal was ändern.“ und… dämmerts? ist ein teufelskreis. der gott schiebt das auf die lange bank. mit den menschen.
aber was weiss ich schon? ich bin ja nur so n alberner agnostiker mit herbstdepressionen, dem es nicht gefällt wie der kunde auf arbeit wichtige themen wie ein redesign seiner verkackten seite auf

die lange… du weißt schon schon. bank und so.
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wollte ich können, wenn ich ich wäre
November 28th, 2007 by Dr. Klaus Feratu

aber ich bin ja gar nicht hier. wer ich bin? oh. also, ich… ich bin der „ich-bin-gar-nicht-du-pirat“, deine beste freundin von damals und die unfähigkeit sich manchmal zu fragen, warum. wenn man

angst hat zu reflexiv zu wirken, weil dann der bart viel älter wirkt als deine wangen und deine augen schon wieder so lachen als ob sie lieber weinen würden. ich bin du, wenn du auch nach 14 jahren

saufen am wochenende nichts dazugelernt hast, ich bin dein stiller gedanke an jetzt. ich bin deine sehnsucht nach sehnsucht, ich will mehr geliebt werden als irgendwer sonst, aber ich bin mir auch

völlig egal.
ich steh nur im mittelpunkt, weil’s am rand so krass zieht und die anderen mich sonst verlegen fragen würden, was der kerl da in der mitte für n scheiss macht. ich bin so gelangweilt von all dem

stress, dass ich richtig träge davon werde. ich habe keine angst zu sterben, der appetit kommt doch auch manchmal erst beim essen.
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Nackentod macht Wangenbrot
November 6th, 2007 by Doktor Focks

manchmal habe ich gar nichts hinzuzufügen. obwohl ich tausende von meinungen habe, behalte ich das quentchen wahrheit, was ich morgens manchmal in meiner kaffeetasse von vorgestern finde, für mich.

für mich ist egozentrischer als der mittelpunkt der erde. basta. sieben sachen habe ich in meinen rucksack gepackt. sechs davon haben verheerende wirkung auf mein umfeld, die siebte sache holt mich

wieder raus. aus dem schlamassel. nummer sieben darf nur benutzt werden, wenn eins bis sechs nicht bereits alles niedergebrezelt haben, was sich mir und so in den weg stellt.

aber ich habe keine lust und der scheiss sack ist zu schwer und mein nackenrücken tut weh.

ich sitze falsch.

hab ich doch gleich gesagt, als sie mich in den knast gesteckt haben.
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requiem für ein wochenende
November 5th, 2007 by Dr. Klaus Feratu

„pathos, jetzt in der gefriertruhe ihres verbrauchermarktes. auch als light-produkt erhältlich, wenn sie mögen gerne auch mit ein bisschen schrot.“
jedenfalls, und das wollte ich ursprünglich sagen, sitze ich in diesem kleinen raum, als grade drei maskierte und bewaffnete männer hereinstürmen und wie wild nach dem lichtschalter suchen. ich

hatte ja diese restlichtverstärker brille auf. die habe ich aus tirkit mitbringen dürfen, als wir da… na, auch egal. jedefalls sitze ich da so rum, unter dem einen tisch und versuche grade den safe

aufzumachen, als die heinis reinkommen. der eine typ zieht den stuhl nach vorne und ich schieße ihm in den bauch. drei mal. mit dem schalldämpfer hört man kaum was. echt gut. aber der typ windet

sich auf dem boden und seine freunde sofort zu ihm hin, weil der wie ein schwein am schreien ist. den beiden muss ich leider direkt in den kopf schiessen, weil die sonst sicher unkontroliert durch

den raum geballert hätten. tun sie nicht mehr, hihi. als ich dann anfange dem kerl was von dem puder auf die bauchwunde zu tun, damit es weniger stark blutet ist er schon fast weg, aber ich gebe

mein bestes, damit er seinen abgang etwas langsamer und dramatischer feiern kann. dann halte ich ihm die hand und versichere, das es ein versehen ist und er nicht aufgeben soll. währenddessen

durchsuche ich seine sachen, finde sein portmonee und seine adresse, ein foto von seiner familie und seinem hund. armes schwein, der securityarsch. und jetzt muss auch noch seine familie dran

glauben. das alles hätte nicht sein müssen, wenn man mich mit ein bisschen mehr respekt behandelt hätte. ich wollte nur damals, also… ich. ein bisschen. was wollte ich doch gleich? aaaaaaach ist

auch egal. wenn man einmal auf dem feldzug ist, ist man auf dem feldzug. nicht grade philosophisch hochtrabend aber das gemetzel heiligt die mittel.

und während der kerl da am boden liegt und verblutet gucke ich noch einmal in den spiegel, den ich wegen der dunkelheit kaum sehen kann und sehe meine beiden freunde reglos neben mir liegen,

während ich versuche mir den bauch zurück in den körper zu drücken und noch ein paar minuten herauszuzögern. neben mir liegt diese tolle nachtsichtbrille, ich wollte sie meinem sohn schenken…

daraus wird jetzt wohl nichts mehr. aber wenigstens haben die beiden anderen nicht mein versteck gefunden. hihi hiii…iiiih hii. hi hi.
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halte dich an der kurzen leine
November 1st, 2007 by Dr. Klaus Feratu

und wenn du magst, gib dir zucker. einen kleinen eimer pro tag. mach dich gefügig für all die exzesse die da folgen werden. bereite dich stets auf deinen nächsten krieg vor, wer keine munition im

kopf hat, kann auch keine geflügelweste tragen – schon gar nicht an warmen sommertagen, wie dies einer ist. dann stinkt die weste zum himmel, dein teint ist (gelinde gesagt) im eimer und keiner

spielt mit dir. hömel und kellerhussel schon gar nicht. die zurückgebliebenen nachbarskinder aus der laubenkollonie deiner cousins. ich glaube, die stehen immer noch da und spielen ball.

na wenigstens müssen die sich die vorwerfen, monatelang nichts geschrieben zu haben. denen tropft die kreativität nur so aus den haaren. und ich? ich sitz da, wie so ein fetter waschbär und rette

mich von nachtschicht zum nächsten mal crosstrainer. bald fallen mir die zähne aus und ich kann endlich diese fetten platindinger tragen, wie die herren in den rap-videos. wer the jim-yoshii pile-

up nicht mag ist für mich gestorben. ein dummer, plumper mensch.

denn merke: wer keine leere im herzen trägt, kann auch auch entscheidungen treffen, die tatsächlich nicht von belangen sind. aber ich… ich kann einhundert meter weit singen ohne die luft dabei

anzuhalten; wenn ich die augen schliesse könnt ihr endlich wieder träumen und wer mich nicht kennt, der kennt nicht mal die hälfte von dem, was er selber sein könnte. ich mache dich ganz nebenbei

auf all deine unzulänglichkeiten aufmerksam, laut brüllend und voller geifer im atmen, den wilden blick in den armen… der einzige, der aus dieser begegnung mit atemproblemen herauspurzelt bin ich

selbst. ihr? du? bluten. ein bisschen. aus dem mund vielleicht, ja. aber nichts, was deine mama mit einem kleinen „ooch, armes scheisserchen“ nicht wieder hinbiegen könnte. vorausgesetzt ihr habt

noch eine. wenn eure/ deine mama knapp vor einem jahr bei einem flugzeugabsturz ums leben gekommen ist und ihr das video ihrer letzten paar sekunden bei youtube gesehen habt, darunter eine reihe

voller „omfg, tahts the sickest shit i’ve seen in 2 days, ya rly, lol, byekthx“ lesen musstet: fettnäppfchen meinerseits. aber hey, man kann nicht auf alle leute rücksicht nehmen, das ist

schliesslich das internetz.

seit einem jahr habe ich das grab meines besten freundes nicht mehr besucht. ich fühle mich wie ein grosses stück scheisse.
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Der Mann mit der Perlmuttgriffschalenhandfeuerwaffe
Oktober 29th, 2007 by Doktor Focks

da stehe ich nun vor der fensterscheibe und giere auf die auslagen. geld habe ich genug. ich müsste nur den wunsch äussern. aber ich fürchte mich so sehr vor dem übermass. ich weiss, dass ich alles

in mich aufsaugen könnte. ich weiss, dass ich diese komplette marzipantorte mit den beiden zuckergussfiguren inhalieren könnte. aber ich weiss nicht, wie schlecht es mir beim letzten mal ergangen

ist. denn ich habe es schon einmal getan und erinnere mich kaum noch daran. deswegen versuche ich es immer wieder. und meine hand umfasst die kühle eleganz des perlmutts, welches die griffschalen

des edelmetallrevolvers umgibt. und ich habe ihn mit neid und missgunst geladen und die scharniere mit zuneigung geölt. wenn die masslosigkeit von mir besitz ergreift, werde ich ihr gut gerüstet

gegenüber stehen.

>>zwei marzipantorten bitte. nicht einpacken,  ich esse auf dem weg!<<
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Das Dilemma und zwei Spalten Mutterkuchen
Oktober 29th, 2007 by Doktor Focks

Mein Leben ist ein Gleichnis. Ich stelle niemanden meine Qualen anheim, oder aber die Last, derer ich daran zu tragen haben sollte, werde, angenehm.

Niemand ist schuldiger als ich. Dieses Dilemma hat kein anderer in mir als ich selbst, und das nur mir, zu verantworten. Warum die Strafe von anderen annehmen. Ich selbst. Kein anderer. Ihr nicht,

nur ich. Schon wieder 11 Uhr. Und gestern auch.

Verdammt seid ihr, ihr Sekundanten der Zeit! Schenktet uns die Stunde, derer wir dann alsbald beraubt werden. So, als ob es nie geschehen wäre. So, als ob die Zeit ein Gut ist, was es sich lohnte,

anzubauen. Die Zeit ist keiner Ernte unterworfen. Die Zeit sammelt sich in keinem Becken oder Brunnen, aus dem es sich lohnen würde zu schöpfen. Zeit ist keine Maßeinheit. Zeit ist ein Zustand, der

sich nicht messen lässt, da das Ergebnis bereits verronnen ist, sogleich man es sich wissenschaftlich zunutze machen wollte. Wer anderes behauptet, lügt sich und seinesgleichen gar unvorteilhaft

an.

Ich messe dem kein Gewicht mehr bei. Zeit ist loses Werk. Der Mensch ist der Zeit niemals habhaft geworden. Mit Maschinen und Apparaten wurde versucht, etwas zu ergreifen, was wie eine

frischgefangene lebensfrohe Forelle aus der Hand des Anglers wieder in den Flusslauf Ewigkeit entfleucht. Die Uhren der Menschheit mögen etwas zeigen. Aber dieses Maß ist immer zu spät, es hinkt

ihr nach. Der Zeit. So, wie wir sie verstehen, spricht sie nicht. Die Zeit. Sie singt in anderen Tönen und Frequenzen.

Ich suche nicht mehr nach den Antworten. Ich springe in die Fluten und lasse mir dabei zusehen.
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Noch weiter vorn – Hasenpharm-Musikverlag
Oktober 29th, 2007 by Doktor Focks

Terrence Gurly – Noch weiter vorn  (2007)

Neues von der Hasenpharm. Musik zum Kuscheln und Gernhaben.
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Das güldene Steigeisen
Oktober 29th, 2007 by Doktor Focks

das männlein lupfte eine augenbraue, langte in seine schmutziggelbe umhängetasche und gab mir die hülsen. ich schrieb. meine finger wund, die nase tropfend, der blick glasig und entseelt. während

ich also so dastand und mein notizbuch vollkritzelte, hielt mir der kleine mann hinter dem marktstand eine weitere handvoll der bohnen hin. >>hierr – geh auf haus!<< danke, erwiderte ich. raoulph

und ich, wir kannten uns schon seit einigen jahren. ich kam immer zu ihm, wenn ich wunderbohnen kaufen musste. ich wusste allerdings auch nicht, wo ich sonst welche hätte beziehen können.

irgendjemand hatte mir mal von so einer kinderbande erzählt, die sich im nahgelegenen peterspark aufhielt und sich mit dem verkauf der bohnen ihre zigarettenstangen verdienten. ehrlich gesagt war

mir da der schmuddelige raoulph lieber. trotzdem überlegte ich es mir gut, bevor ich wunderbohnen erstand. es war nicht ungefährlich, da der verzehr und sogar schon die zubereitung der speise unter

hohe strafe gestellt wurde. erst gestern liess man einen flüchtigen bekannten von mir, härry den schweden, ganz öffentlich auf dem schlosshof mit honig bewerfen. dabei hatte er nur nach den bohnen

gefragt. ich wüsste auch nicht, was härry damit hätte anfangen sollen. die wenigsten wissen das genau. ich war einer der adepten und konnte die furchtfrüchte so zubereiten, dass sie eine wirkung

erzielten. dazu brauchte man jahrelange erfahrung und ein gutes gespür für die launen der kochwassergeister. die es gab. das konnte wohl niemand abstreiten, der jemals versucht hat, einen topf voll

wasser zum kochen zu bringen. die kleinen gesellen konnten manchertags böswillig und ungestüm sein. wenn man sich also mit den mächten gut verstand, dann war es keine große kunst mehr, die bohnen

geschmackvoll zuzubereiten.

die wirkung war meist unterschiedlich, zielte aber immer in die selbe richtung. sie machte den verzehrenden sehend für dinge, die zwischen den molekülen hausten. den schnabous. im spiegel konnte

man sie sogar hinter seinen eigenen augen sehen. wie sie im kopf rumorten und schabernack ausbrüteten.  scharbernack konnte man dann entweder gedeihen lassen, dies empfahl sich zumeist, oder aber

man entfernte ihn mit eselsblut und schokoladenmhyrre. wenn man zum beispiel viele schnabous erschöpft auf schabernack brütend sah, musste man die menge eindämmen, damit es den schnabous wieder gut

ging. sie waren sehr produktiv, bedürften aber einer menge pflege.

die bohnen waren also notwendig, auch wenn ich auf den pfaden der untugend wandelte. was aber hätte ich sonst machen sollen? ich wäre bald vor den toren der stadt als schwachsinniger in den kuhmist

geworfen worden. so pflegte ich lieber meine schnabous und erntete die saat, die sie mir legten. es war nicht immer eine freude, aber mehr als das eine aufgabe und eine bestimmung.

denn alsbald wollten mir die schnabous das geheimnis des güldenen steigeisens legen. ich konnte es kaum mehr erwarten und suchte hinter meinen augäpfeln beinahe täglich nach geeigneten nistplätzen.

manchmal juckte es auch einfach nur. ach – diese schnabous!
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Zwei Korn und eine Tagesdecke
Oktober 26th, 2007 by Doktor Focks

sie kam auf mich zu und ich sagte kein hallo. dann fing jemand an zu lächeln. so sorglos und ohne eine geräusch zu machen. trotzdem hörte ich , wie sich die haut spannte und es unangenehm nach

fröhlichem schweiss roch. sie war mundgeblasen und naturbelassen. ihr makeup war modern, dick aufgetragen und doch schlicht. es passte zur gelben u-bahnlackierung, wie auch geranien einen balkon

perfekt und bieder schmücken. dennoch würdigte ich der aufmachung mehrere stechende blicke. warum lachst du, fragte ich mich, und ich lachte tatsächlich. ich verzog den mund und versuchte mich

selbst in den verschmierten scheiben gegenüber zu beobachten. es gelang mir nicht. ich öffnete statt dessen den mund und sog luft ein. um nicht zu ersticken. um nicht nur so zu tun, als ob ich

versuchte, zu lachen. ich wollte ja lachen und nicht lächeln. diese unterschiede machen in höhenmetern rekordbergspitzen aus. ich wünschte mich weit weg. zur endhaltestelle mit currywurst und

pommes und einem schalen glas erdbeerlimonade. ich wünschte mir ein kind, was mir fünfen in mathematik nach hause brachte. ich wünschte, ich wäre der typ, der sich die umhängetasche in den schoß

gelegt hat, um an seine butterbrotbox zu gelangen. vielmehr als das wünschte ich mir allerdings, endlich wieder wirklich froh sein zu können, denn ich glaubte mich bereits in der tristesse der

ehrlichen ernsthaftigkeit verloren.
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die gewalt in seiner faust – starring kerren brutzky and the brutzky brothers
September 26th, 2007 by Doktor Focks

„all trife – all life! all good – all knife – all esteban!
take a bath in my shadow and stumble in my footprints.“

wer so etwas schreibt, den mag man schon von anfang nicht leiden. weil es sich so gewollt und wichtig anhört und weil der autor, ausdenker, schriftsetzer und ideenmoulinexmensch sich einen keult,

wenn er seine kopfgeburt auf plakaten und schmierigen betamax videohüllen lesen darf. mir entlockt das heute wieder nur ein müdes herrschaftslächeln. ist insofern schlimm, weil ich mich hoch oben

sicher gesattelt fühle und selbst andré, dem giganten auf den kopf spucken würde, träfe ich ihn denn in der s-bahn. nichtsdergleichen. nur abscheu gegenüber dem alltäglichen gesindel,

geringschätzung gegenüber der obrigkeit und missachtung des sorgfältig aufgetragenen lidschattens der hübschen brünetten, die ausgeschlafen und frisch mir gegenüber sitzt. ich zeichne bomben und

kuscheltiere, weil das nicht zusammenpasst und brutalsüß ist. wie der biß in chilischokolade. dem erfinder dieser speise würde ich ebenfalls zu gerne mal das jochbein durch die nase ziehen. das so

etwas funktioniert, habe ich in einer medizinvorlesung an der charité gesehen. heutzutage glaubt man gar nicht, wo man sich überall anregungen holen kann.

ich spitze meinen bleistift. es gibt noch viel zu tun.
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Fanstasien in Absynth – 46 & 47
September 3rd, 2007 by Doktor Focks

Die Grafik

http://absynth.210879.com/
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Hallo Leserschaft!

Der Herbst ist da und Weihnachten naht. Doch Geschenke gibt es jetzt und überall, wenn man nur genau hinschaut.
Genau hinschauen muß man auch bei Herr Doktor Focks, Frau Goldene und Dr. Klaus Feratu. >>Wir schließen unsere Praxis!<<, lassen sie es trotzig verlauten. Scheinbar verbringen die Drei eine Menge

Zeit in vakuumierten Tetrapacks, deren wohliger Wärme schwer zu entkommen ist. >>Erstunken und erlogen<<, denke ich bei mir und gebe der Kritik recht, die spitzzüngiger nicht daherkommen könnte.

Die Hasenpharmer geben sich keine Klinken mehr in die Hand, sie bewerfen sich damit. Guter Geschmack ist selten geworden. Wenn es allerdings „wie Hühnchen schmeckt“, dann sollte man ruhig mal ein

paar eingelegte Augen darauf werfen. Auch wenn nicht mehr alles Gold ist, was da so glänzt und glitzert, so zahlt man dennoch gerne Kaution für die verbalen Sonnette, die mit ihren archetypischen

Schwingungen ganze Berge von Aspik zum Erzittern bringen. Kaum lässt man sich auf das Trio mit sechs Hirnen ein, schon ist es um die eigene Geistigkeit schlecht bestellt. >>Einmal 50 süß-sauer!<<.

Gourmets essen gut, sie trinken schwer, lachen lauter und weinen bitterlicher als der Rest. Genießen sie dieses mehrgängige Menü und geben sie Gas in ihren Lese-Offroadern. Bis zur 50!

01. Fanstasien in Absynth – Ausgabe 46 – Schmeckt wie Hühnchen!

02. Fanstasien in Absynth – Ausgabe 47 – Paralyse in Aspik (Kaution für Howie Munson)

In Ehrfurcht ersterbender Liebe,

Ralle de Ivory
Entrepreneur und Minnesänger
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Tagestipps aus ganzem Herzen
September 3rd, 2007 by Doktor Focks

ich habe noch kein geschirr.
momentan esse ich immer von diesen lustigen geburtstagspapptellern mit bunten aufdrucken. oder aber ich nehme mir ein schneidebrettchen und bereite mir kalte speisen zu. wie zum beispiel die tolle

schweinehartwurst und etwas emmentaler käse. so bin ich nicht gezwungen, etwas warmes zu kochen. eine andere möglichkeit, die sich mir darbietet, ist, zwei bis drei fläschchen hustensaft mit 60%

igem kodeinanteil hintereinander zu trinken. meist falle ich dann in einen todesähnlichen schlaf, aus dem ich erst nach sechs tagen erwache. damit vermeide ich es, zu essen und kann mich ausruhen.

das zimmer muss danach natürlich gelüftet werden. bis zur nächsten woche, wenn es wieder heisst: lösungen sind auch nur partikel in der problemsuppe!
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Fanstasien in Absynth – Doppelfolge 44 & 45
August 20th, 2007 by Doktor Focks

Die Grafik

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Geschätzte Freunde!

Die Sanduhr hat es vorgemacht, ein feiner Strahl aus winzigem Korn zeigt die Vergänglichkeit des Seins. Eben jenes Gleichnis ist auch auf die Wertigkeit der Zeit anzuwenden. Lange genug haben sich

die Hasenpharmer Marzena Czyzewski (Goldene) , Benjamin Apfelbaum (Dr. Klaus Feratu) und Marco Glienke (Herr Doktor Focks) in ihren selbstgewählten Exilen verbracht. Man ist in sich gegangen und

hat Geheimnisse, Schönes und Fragwürdiges aus den Tiefen der menschlichen Bewusstlosigkeit geholt. Nach beinahe dreimonatiger Abstinenz traf man sich als poetisch ionisiertes Dreigestirn am Abend

des 19. Augusts, um den Herzen Luft zu machen und der Welt mit bunten Farben einen neuen, besseren Strich zu verpassen. Es wurde niemand verschont. Nebst Gedichten, Kurzgeschichten, Bilderzählungen

und dadaistischen Wortklaubereien finden sich in den neuesten Ausgaben der fanstastischen Reihe auch einige sozialkritische Sonette und Lieder über die Liebe und den Verzicht. Auch das bereits als

verschollen galtene Fabelwesen Eichhornmann hat wieder einige Gastauftritte und Hauptrollen. Man darf gespannt sein!
Das bis dato angestaute Material ergoß sich in solcher Fülle, daß man es in zwei aufeinanderfolgenden Ausgaben unterbringen musste. Die Qual der Wahl und Portionierung bleibt allerdings gelassen

auf der Seite der Rezipienten. Ich wünsche viel Vergnügen beim zelebraren Verzehr der Textspeisen.

Die Grafik
01. Fanstasien in Absynth – Ausgabe 44 – Ich leg auf… Und Du hebst ab…

http://absinth.hasenpharm.de/teaser_45.gif
02. Fanstasien in Absynth – Ausgabe 45 – Duschen in Jeans

Mit vorzüglicher Hochachtung,

Ignaz Wortheim
Intendant der Hohen Künste
Walfischfänger-Singverein
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und nun: literatur!
August 16th, 2007 by Dr. Klaus Feratu

voll auf dem berg unter sonne des mangroven-papstes, stand der eichhornmann in voller ausrüstung und blinzelte
sich die zweifel von der stirn. „heute geh ich nach unten, und dann untersuchen wir die grabstätte! wäre doch gelacht,
wenn der schatz nicht da ist“. dokor focks sass in seiner kühlen kommandozentrale und gab ihm anweisungen – er
hatte das ganze areal per gps und satelit um auge. garbor wartete zwei seemeilen vor der küste um den eichhornmann und den schatz entgegenzunehmen. alles war sorgfältig geplant und nichts hätte

schiefgehen können, bis der eichhornmann die präsenz eines unbeschreiblich bösen spüren konnte.

„jungs, ich glaube hier könnte es probleme geben… thomas gottschnalk ist uns gefolgt.“
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Informationen zur Ungeziefersituation
August 14th, 2007 by Doktor Focks

Von den vielen Menschen, die unseren Spielplatz der Worte, Gefühle, Gedanken und Ausbrüche täglich lesen, erwarten die Autoren ein gewisses Maß an Geduld, Ausdauer und auch die nötige

Einfühlsamkeit, um sich der Flut der vielseitigen Textbeiträge stellen zu können.

Mitnichten handelt es sich um gewollte Situationskomik oder eine theatralische Zurschaustellung angriffslustiger Selbstdarstellung, mittels der sich die Autoren gegenseitig beweihräuchern möchten.

Hier entsteht Schreibkunst auf höherem Niveau, welche sich der Kritik offenbaren möchte, dieser aber aus Gründen der Pietät kategorisch ablehnt. Kommentarlos gehen daher viele Fragmente in den

Labyrinthen der versalienfressenden Datenbanken verloren oder verändern ihre aussagende Konsistenz.

Vermeiden sie dies, indem sie lesen und das Wort verbreiten! Kämpfen und erleben, standhaft die Stimme zum Schrei anschwellen lassen! Hier wird Geschichte umgeschrieben und die Zukunft zur

Vergangenheit im transzendentalen Rausch.

Im Namen beider Bittsteller der Schriften sei es ihnen allen, dem Publikum, den Verwertern, dem Stamm, der Familie, den Geliebten, den Feinden und den Erleuchteten, gedankt.

Danke!
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Offener Brief an Gefallene Freuden
August 14th, 2007 by Doktor Focks

ich GESTEHE! und verspreche, einiges besser zu machen. ich möchte zukünftig mehr mit dir machen. das habe ich erkannt. ja, ich möchte sogar mein weiteres leben mit dir verbringen.
die zeit ohne dich ist wie eine wanderung durch finst’re wälder, karge täler und gleißende wüstendünen. ich verdurste, verzehre mich nach dir. in meinen lenden ist eine feuerswulst entbrannt, das

verlangen ist kaum noch zu zügeln.

geissle mic

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danke alter. supercen.hier für disch.

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show details 1/2/09
oooh oooh ooooh oh oh! ich glaub, ich kenn / hab das sample! JOOOOOOOOOOO!

– Show quoted text –
On Fri, Jan 2, 2009 at 10:55 PM, Klaus Feratu <klausferatu@gmail.com>wrote:

danke alter. supercen.

hier für disch.

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Marco Glienke
Kloster-Zinna-Straße 23a
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show details 1/3/09
http://www.youtube.com/watch?v=W0HZTmczaRobut I’m not snitching :P

– Show quoted text –
On Fri, Jan 2, 2009 at 10:58 PM, Doktor Focks <doktor.focks@gmail.com>wrote:

oooh oooh ooooh oh oh! ich glaub, ich kenn / hab das sample! JOOOOOOOOOOO!

On Fri, Jan 2, 2009 at 10:55 PM, Klaus Feratu <klausferatu@gmail.com>wrote:

danke alter. supercen.

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haha, CHWEI kommentare.http://www.210879.com/

und ich kann die verminscheisse jezz killen, oder?

– Show quoted text –
On Fri, Jan 2, 2009 at 11:00 PM, Doktor Focks <doktor.focks@gmail.com>wrote:

http://www.youtube.com/watch?v=W0HZTmczaRo

but I’m not snitching :P

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oooh oooh ooooh oh oh! ich glaub, ich kenn / hab das sample! JOOOOOOOOOOO!

On Fri, Jan 2, 2009 at 10:55 PM, Klaus Feratu <klausferatu@gmail.com>wrote:

danke alter. supercen.

hier für disch.

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Jaq Delacroix aka Benjamin A
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fick die scheisse fett und dann kraul’n wa uns am sack! (ausser marzi, die krault sich die kimme)!

– Show quoted text –
On Fri, Jan 2, 2009 at 11:06 PM, Klaus Feratu <klausferatu@gmail.com>wrote:

haha, CHWEI kommentare.

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und ich kann die verminscheisse jezz killen, oder?

On Fri, Jan 2, 2009 at 11:00 PM, Doktor Focks <doktor.focks@gmail.com>wrote:

http://www.youtube.com/watch?v=W0HZTmczaRo

but I’m not snitching :P

On Fri, Jan 2, 2009 at 10:58 PM, Doktor Focks <doktor.focks@gmail.com>wrote:

oooh oooh ooooh oh oh! ich glaub, ich kenn / hab das sample! JOOOOOOOOOOO!

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