aufräumen muss sein

am morgen nach dem vorfall mit frau dingenskirchen fühlte sich garbor schuldig. er zog sich eine frische boxershorts an, ging in die blitzblank geputze küche und schaute aus seinem großen fenster. im vorgarten war nichts zu sehen. hatte er nicht gestern abend in einem wahnsinnigen anfall alle töpfe aus dem fenster katapultiert? er ging ins wohnzimmer, von da auf den balkon und rutschte von der dort montierten rutsche in den garten. alles war „pikobello“, genau wie die gedrungene dame es gewünschte hatte. er setzte sich inmitten des erdbeerfeldes und schloss die augen. garbor versuchte sich krampfhaft zu erinnern. er fiel sanft zur seite und schlief in der sengenden mittagssonne ein.


er stand auf einem kleinen, grasbewachsenen hügel und blickte über ein über eine lange, unebene wiese in richtung eines kleinen hofes am rande des horizontes. eine packung zigaretten in der hand, das hemd halb aufgeknöpft, die hose etwas zu eng und komische stoffschuhe an seinen brennend heißen füßen. „alter, ich seh ja aus wie so ein mitte-hero, was’n hier los?“ er öffnete den obersten knopf seiner hose, zog die schuhe aus, nestelte eine der filterlosen kippen aus dem softpack, zündete sie an und lief über das saftige gras in richtung des hofs. „und dabei rauche ich in echt gar nicht mehr… riecht aber auch so verdammt gut. gefällt mir hier — gestern habe ich noch auf dem wohnzimmerboden gesessen und geweint.“

als garbor wieder erwachte brannte seine rechte gesichtshälfte und sein mund war staubtrocken. er stand langsam vom erdigen boden im innenhof auf, klopfte sich ab und ging zurück in seine wohnung. heute war aufräumen dran, die küche sah schon seit tagen aus wie nach ’nem krieg.

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