das fängt ja gut an

das gesicht gezerrt mit einem kurzen seufzer suchte garbor das verflixte ding namens messer. einen apfel schneiden wollte er nur fix und dann hatte er die gesamte küche umgegraben. letzter jahr wahr es das selbe: müsli wollte er und dann putzte er fenster bis nach mitternacht, dann noch auflauf vorbereiten und staubsaugerbeutel austauschen. er war nach sicherlich kein besonders fanatischer putzteufel oder ein pedantischer sauberling, aber er hatte diese macken. manchmal ging es einfach nicht anders.


hinter und vor ihm, um ihn herum und überall wo man hintreten konnte standen nun töpfe, auf der arbeitsplatte ein halb geschnittener apfel. garbor stand auf und riss das fenster auf. er nahm einen topf nach dem anderen und pfefferte ihn auf den innenhof. „verfickte scheisse“, brüllte er den töpfen hinterher, „alter, wer braucht denn bitte drei verschiedene suppentöpfe?“. es klingelte an der tür.

„nabend frau dingenskirchen, wo brennt’s denn?“, fragte er die ältere, belanglos gekleidete frau, die mit hochrotem kopf auf seiner fußmatte herumtrappste.
„herr garbor, wo es brennt? bei ihnen offensichtlich! es ist 21:24 uhr am sonntag und SIE werfen ihren ganzen hausstand auf mein sauber angelegtes beet!“, keuchte die dickliche dame ihm entgegen.
garbor musste leise rülpsen, gestern abend hatte er bei seinem vater leckere bouletten gehabt, die zum leidwesen von frau dingenskirchen ordentlich mit knoblauch angereichert waren.
„achsooo, das meinen sie! ja, also, ich habe ja nur einen apfel schneiden wollen und dann habe ich diese unordnung in meiner küche bemerkt. ich wollte die ganzen sachen nur eben rausstellen, damit ich in allen ecken klarschiffmachen kann. ich hoffe sie nehmen mir das nicht übel, aber das beet habe ich von hier oben in der dunkelheit garnicht sehen können. tut mir leid! echt!“, versuchte er in bester schwiegersohn-manier auszudrücken, doch seine nachbarin schien das nur bedingt zu beruhigen: „hören sie, morgen früh ist das alles wieder pikobello-superduper-ordentlich da unten, sonst können sie was erleben!“, schnaufte sie.

„jaokaykeindingschönenabendnoch“, brubbelte garbor, während er bereits die tür schloss und mit den gedanken wieder am rechner saß und das nächste spiel startete. „ich kann mich einfach nich ernsthaft länger als eine halbe stunde mit irgendwas beschäftigen. ein glück.“ er ging ins bad und putzte sich die zähne.

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