Tagesgeschäfte – Diarium eines Edelmannes (Dienstag, der 25. Mai 2010)

Mein Tag begann unüblich. Ich dankte dem Wecker die frühe Stunde gegen 5:45 Uhr, indem ich mich ein weiteres Mal gegen die Raufasertapete klebte und den Versuch unternahm, eine neuerliche Stunde Schlaf künstlich herbeizuführen. Dann: Aufstand! Ein solches Gerumpel über und neben mir, sodaß es mir versagt blieb, weiter dem Schlafe zu frönen.

Glücklicherweis‘ schien die Sonne nur sporadisch auf mein blässliches Antlitz. Draußen konnte ich so umweglos eine Mischung aus Hochadel und Frischkäse im Gesicht imitieren. Pendlermenschenmassen schienen mich derart kaum oder gar nicht wahrnehmen zu wollen. Hinzu kam, daß ich mir noch ausdenken mußte, warum ich gerade heute, an diesem nachgezogenen Montag, der pfingstlich gesetzt durch den entfallenen Vortag am Dienstag durch eben diesen ersetzt werden mußte, warum ich gerade heute meine Aufgabe nicht zum Abschluße bringen werde.

Doch Verständnis und die wohlige Wärme meiner Bürokemenate empfingen mich und machten all die Zweifel wieder wett, die ich am Wochenende hatte, als man mich mit nachgehaltener Knute zwang, mit der 10jährigen Schildkrötendompteuse aus dem rumänischen Wanderzirkus Oralverkehr zu praktizieren. Die Dame war nicht ganz so mein Geschmack. Zu klein und zu eitel.

Heute wird ein langer Tag. Aufgeschobenes ist nie und nimmer Gehobenes. Ich muß mich halten. Ran!

Kommentar (1)

  1. endlich schreiben auch sie, werter cousin, ein paar zeilen der hingebung in unsere interwebweltsache herein. ich bin zutiefst. gerührt.

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