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Garbor schlängelt sich durch die bassdurchflutete Flachdachkonstruktion entlang der klirrenden Nebelwände in Richtung Bar. Und immer schön dabei ins Glas gucken. Nur noch ekelig warme Limette drin. Bah! Wann und warum — und ist der Dünne nicht auch gerade wieder da gewesen? Hat er nicht ne Kippe in der Hand gehabt und mit dieser Blonden getanzt? Der Dünne, das ist Einer! Sicher ne Menthol-Zigarette, dieser Schlawiner. Haha. Ha. Wieder mit der Bärenmaske unterwegs und so. Verteilt diese kleinen Dinger und grinst dabei, wie so ein Zurückgebliebener. Also, kann man ja nicht sehen, weil der die Mas… schon klar, Garb. Schon klar.

Bengt hat immer gesagt, das wäre ein Hütchenspieler, der Dünne. Aber für mich sah der Anfangs aus wie einer der studiert hat. Davon gibt’s ja heute so unendlich viele. Also fast so viele, wie es damals Dumme gab. Und Bengt sagt auch, Studierte, das sind die Dummen von heute. Die kommen absolut nicht klar, die Beiden. Mir kann das voll egal sein, mir kommt es nur auf’s Geld an. Ich bin nur noch hier, weil ich feige bin. Der Dünne ist wegen der Frauen hier. Dem ist Geld egal. So ein neumodischer Lebemann. Da! Da isser wieder. Und klar tanzt der mit der Blonden, reden tun se, die.

„Hey Dünner, was machste denn so?“
„Ich? Ich bin im Import/ Export… und du?“
„Ich studier noch, aber ich model nebenbei so n bisschen und wollte später was mit Mode oder Medien machen, vielleicht gehe ich auch zum Fernsehen… was meinste? Mein Freund sagt, ich würde voll gut ins TV passen, weil…“
„Wie, dein Freund? Tschüssikowski!“

Manchmal laufen die Sachen ganz generell einfach nicht so, wie man sie sich vorstellt.

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