Bones
Der Dünne starrte in den Schatten als er sich langsam um die Ecke wund. Er atmete tief ein, blinzelte stark und vergrub seine Fäuste in der Weste, die er an dem kühlen Frühlingstag trug. Es war ein nichtsnutziger Nachmittag, ein Ostermontag an dem man bereits am Nachmittag anfing zu trinken, an dem man über Freundinnen von Freunden lästerte, die europäische Politik, über sozialgesellschaftliche Themen und den nächsten Rotwein sinnierte, bevor die Sonne sich erdreistete unterzugehen. Bevor der Wodka anfing sich in den den Körpern der Beisitzer zu manifestieren wurden Versprechen abgegeben, Treuschwüre erneuert und Gelächter über den Innenhof getreten. Der Dünne atmete schwer bevor er den Hochhauskomplex erreichte und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Er dachte an damals und die Art wie seine Mutter ihn am frühen Abend vom Balkon der Siedlung nach Hause rief und er die Mahnungen ignorierte. Wie er ihn die dunkle Nacht hinabglitt und sich dem Leben der … ach komm. Bei aller Liebe. Der Dünne? Ein Sprücheklopfer und Gernegroß. Nachts kam er heim und eilte schnellen Schrittes die tiefen Hochhauschluchten herab, immer mit einem Auge am Hinterkopf, mit einer Hand am Messer oder der Schreckschusswaffe. Immer bereit seiner eigenen Brutstätte den Rücken zu kehren, den dunkelhaarigen Schaben der Nacht mit bibberndem Antlitz zu entfliehen. Der Dünne. Der Dünne. P.S.: Ich bin ziemlich besoffen. Also Du. Also der Dünne. Altern–Antenne, ey. |