Das Gurkenmasken Massaker

Garbor saß auf seiner Veranda, trank ein kühles Bier und versuchte sich an den vergangenen Abend zu erinnern. Als der Dünne spät Nachts sich auf den Weg in seine Hochhaussiedlung machte, konnte er selbst schon kaum noch lesen. Oder sprechen. Oder laufen. Oder schreiben. Jedenfalls beinahe. Denn er setzte sich offensichtlich noch in seine Badewanne, um sich eine Gruedbsfsdhfiasfvorfotzenmaske aufsdsjdiüsdzumalen. Und dann doch nicht. Er stand auf und vergaß die letzte Nacht. „Alles Vergangenhedshdffheit und eh alles und so. Hahaha! Behinderter, Du, pass bloß auf, die Schwuuuuu… Mein Gott, wie ich ich mich … wuiii! Nein, nein, geh weg. Jaaa, ich will keine Tablotten und ich will kein Koks. Ich will nichts. Nein…. Nein, nein. Fick dich mal schön, du brauchst nicht so zu tun. Ich habe, … nein, schick den Dünnen weg. Ich brauche heute nichts. Wieso? Ja, ja, sag Mama das. Haaach, ich bin… so…. müde… geh…. weg.“

Manche Geschichten klingen in den ersten paar Sätzen einfach scheiße. Aber ich habe dann und wann keine Lust sie zu löschen. Gerade nicht, wenn ich betrunken bin und einen Muskelfaserriss mit mir rumtrage. Oder deine Mutter. Dann erinnere ich mich lieber an die Zeit, in der Garbor gedankenverloren auf meinem Balkon saß und sich für viele Stunden, in die Dunkelheit starrend, mit seinem Dingensda, Gewissen, beschäftige. Dann atmete er schwer und grinste von Zeit zu Zeit. Er spuckte über die Brüstung und nestellte eine weitere Zigarette aus seiner Brusttasche hervor, nickte kurzzeitig ein, während er leise murmelnd Vergangenes passieren lies und wachte anschließend um sich schlagend wieder auf. So verbrachte er Stunden, fing an wirres Zeug auf Papierservietten zu krizteln, g0ß sich neuen Wodka ein, hustete leise und lehnte sich wieder in den alten Angelstuhl zurück.

Der Dünne bin ich, der Dünne bist Du.

Steckenbleiben, in seinem Schuh.
Meilen gehen, schlafen nicht.
Atmen braucht man heute nicht.
Des Waldes Dunkel rührt mich kaum,
will nicht erwachen aus diesem Traum.
Neben mir, da stehst du stets
gehst mit mir, nen Teil des Wegs.
Und doch wünscht ich,  ich wär bei dir.
Lieber noch: Du wärst bei mir.

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