Der Dünne am Strand

Der Dünne stand am Strand. Sicherlich drei Tage. Eventuell auch drei Wochen, jedenfalls hatte er einen immensen Bart bekommen. Er hatte eine kalte Dose Seven-Up in der Hand, die einfach nicht alle werden wollte. Die Wellen kamen langsam daher und umspülten seine Gelenke mit allerlei grünbraunem Gestrüpp und von Kodein eingelullten Gedanken. Die Dose Seven-Up hatte sich in eine Flasche Southern Comfort verwandelt und der Dünne saß auf einem hellgrauen Sofa. Das Sofa Stand in einem Zimmer. Das Zimmer hatte sehr hohe Decken, einen quer durch das Zimmer laufenden Balken von dem ein wunderschöner, filigraner Leuchter hing. Von diesem Leuchter baumelte, mit ganz seichten Bewegungen, der Nibbler. Garbor konnte mit dem reich verzierten Gehstock, den er in seiner mit Siegelringen verzierten rechten Hand hielt, den Nibbler immer wieder ein bisschen anstuppsen.

„Warum machste das, Garb?“, fragte der Dünne.
„Das knarzen des Balkens beruhigt mich“, antwortete dieser nach kurzem Zögern.
„Ja, und mich macht es wahnsinnig“, murmelte der Dünne.
„Ab an den Strand mit Dir, Du Schwachmat.“, brüllte Garbor diesen an.
„Kann ich noch ne Seven-Up?“, fragte der Dünne.
„Pffff.“

Am Strand stand der Dünne seit keiner Viertelstunde, als das Wasser auf einmal aufhörte sich zu bewegen. Die Gedanken hatten den Southern Comfort träge gemacht, der Southern Comfort hatte ihn träge gemacht, er hatte die Gedanken in eine Seven-Up verwandelt, der Nibbler war sicherlich schon kalt. Garbor war eh immer kalt und er konnte kalten Southern Comfort nicht ausstehen. Alkohol musste lauwarm sein, dann schmeckte er wenigstens nicht. Wenn er zu gut schmeckete trank der Dünne zu viel und das brachte das Wasser immer zum Aufhören. Das konnte unterschiedliche Ausprägungen haben. Meistens hörte es aber einfach auf. Und dann stand es unmotiviert in der Gegend rum. Nur dazu waren ja eigentlich Menschen gemacht und nicht Wasser. Er goß die Seven-Up ins Wasser, das sich schlagartig wieder anfing zu bewegen. Kurz darauf tauchte der Nibbler aus dem Wasser auf, Garbor auf den Schultern, beide mit einem seltsamen Grinsen im Gesicht.

„Ey, Dünner“, sagten sie unisono, „lass was trinken gehen.“
„Pfff.“

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