Pitchwochen

„Hallo!“

„Hallo?“

„Ja, sag mal, du siehst aus wie einer dieser Hipsterdesignertypen…“

„Aha.“

„Also, wir haben gerade Pitchwochen bei uns in der Agentur und bräuchten da noch jemanden, der einfach mal so ne coole integrierte Expericence und so Lean Usability of Content und so Joy of Hastenichtgesehen und Benchmark. Kannste das? “

„Auch so mit Strategie und Apps?“

„Ja klar! Kannste? Haste Zeit?“

„Nee, sorry. Ich mach nur Print.“

„Wie Print? Was soll denn sowas, das ist doch blöde!“

„Ja, aber ist mit Goldideen.“

So oder so ähnlich dachte sich Garbor, müsste das Gespräch mit dem blonden Mädchen am Flughafen abgelaufen sein, wenn er nicht einfach weiter in Kerouacs „On the Road“ gelesen hätte und sie nicht in ihrer brand eins oder c/o berlin oder Offscreen oder Kinfolk gelesen hätte. Aber das Mädchen war ein älterer Mann und das einzige, worin er blätterte waren die SMS seiner 17 Jahre jüngeren Geliebten, die er auf seinem Blackberry  gerade löschen wollte, bevor er zu seiner Familie nach Hause flog.

Frankfurt war die Hölle: Alle waren da, keiner wollte es, die wenigsten konnten es ändern. Und den Geruch von all dem Schwachsinn bekam man auch mit einer Flasche Bollinger nicht aus den Klamotten. Also noch mal fix das Macbook aufgeklappt und die Präsentation finalisieren, bevor der Frühling endlich kommen konnte und der Dünne auf seinem Fixie brüllend und besoffen vor seinem Fenster erscheinen würde.

„Gaaaaabrbrbroooo! Guuuu ma! Ich hab ein Blackberry fuuundn! Nackftooos, hahaha! Komm, iii gehen in n Duncker und bnehhmm uns als wä wir über dreißig!“

Digital Besoffski Design mit Fokus auf Interface Döner.

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