Der fehlende Kalender

Arschlochdonnerstag! So steht es im Kalender — aber der war seit zwei Wochen abgelaufen und stand genau deswegen auch auf dem Balkon. Wegwerfen wollte ihn ja auch keiner so recht, aber wenigstens stand er hier nicht im Weg und keiner musste ihn ansehen. Ganz nebenbei ist das ja auch der einzig gute Grund für Schubladen: Damit man da Dinge, die eigentlich wichtig sind, aber man einfach gerade nicht sehen will, reinpackt. Na gut… für Socken kann man Schubladen auch noch gebrauchen. Jedenfalls war der Kalender in so einer mentalen Schublade gelandet und bis jetzt war es einfach zu kalt, um den Balkon wirklich lange zu öffnen. Folglich wusste niemand, welches Datum nun tatsächlich war. Das Internet war seit der Sache mit dem Desaster abgeschaltet, so dass auch niemand hätte nach dem Datum googeln können. Als sich nämlich herausstellte, dass die Geschichte mit der Melmacexplosion, Alf und dem gleichzeitigen Benutzen von Fönen durchaus wahr sein könnte, hatte man vorsorglich das Internet ausgestellt. Niemand wollte Bloggertwitterfaceberndmenschen darüber reden hören oder am liebsten noch riskieren, dass alle Menschen tatsächlich bei Amazon neue Föne bestellen würden, um das Spektakel wie einen großen, behinderten Flashmob nachzustellen. Und trotz dieser unfassbaren Ungewissheit, welcher Tag denn nun sein könnte, hatte man es einfach im Gefühl: Es musste Arschlochdonnerstag sein.

Und deswegen höre ich jetzt auch We Were Promised Jetpacks – Ships With Holes Will Sink und trinke ordentlich Schorle.

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