Plan B

Ich bin drei Menschen in Einem, habe Durst für vier, verstehe selten zwei davon und habe kaum Zeit für einen. Ich kann mich nie entscheiden, wer von denen wofür in Frage kommt und hätte hin und wieder gerne mehr von dem Einem besuche. Oder von dem anderen weniger, von keinem aber ständig und niemals zur gleichen Zeit alle zu Besuch. Ich kann mich kaum auf mich konzentrieren und außerdem hab auch nicht so viele Sitzplätze. Der Dünne zappelt nur rum, Garbor trinkt und ich selber stehe auf dem Balkon und starre in die Nacht.

Und doch ist jetzt Freitag und ich sitze alleine zu hause und langweile mich. Der Kühlschrank ist voll und ich habe Zigaretten, Whiskey und vor allem: Keine Lust, dafür aber Kopfweh.

Ich glaube, ich lade einfach alle in eine Whats-App-Gruppe ein, in der wir nur Emojis posten dürfen. Den Rest des Abends packe ich mich auf die Couch zu den Atmenproblemen und dem Fotoalbum darunter, das ich irgendwie vergessen habe anzulegen. Hachherrjeminee, schon wieder Vollmond, da könnte ich endlich wieder in Ruhe jagen gehen. Aber ich traue mich nicht. Nicht das mir dann wieder schwindelig wird und ich dann wieder dann ganzen Tag im Bettchen liege, Pearl Jam hören will, obwohl ja gar nicht mehr 1991 ist. Und das sogar schon eine ganze Weile nicht. Mein lieber Scholli, was ich in der Zeit schon alles an Meilen gesammelt habe! Und zugenommen hab ich auch seitdem! Und wer nicht alles gestorben ist seitdem. Und den Euro haben wir ja jetzt!

Nee, 1991. Du kommst mir nicht mehr ins Haus. Danke. Da brauche ich jetzt aber schleunigst eine Idee, was ich mit diesem Abend noch anfangen soll.

SMS von Garbor „Und, was jetzt?“

SMS vom Dünnen „Und, was jetzt?“

Plan B.

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