Der Delfin und die Uhrzeit

Der Delfin machte Garbor Sorgen. Ständig verstellte er den Wecker. Ach, was heißt hier Wecker? Eigentlich verstellte er alles. Das Bett war das einzige, das er noch nicht angerührt hatte.

„Wie, warum? Ist doch offensichtlich: So wie es ist, ist es nicht richtig. Da stelle ich es um.“

„Aha. Und warum ist es so wie ich es vorher hatte nicht richtig?“

„Hmm?“

„Hast mich schon verstanden!“

„Ja. Aber ich habe keine Lust es zu erklären. Mir wäre lieber, du würdest es selber rausfinden. Und jetzt nicht googeln „Wie man Sachen richtig macht, obwohl man  denkt, sie wären bereits richtig.“

„Erm?“

„Okay. Ich erkläre es dir. Du musst so tun als wäre alles falsch und dann einfach alles ein bisschen oder manchmal auch doll anders machen. Dann guckst du dir an, ob so, wie du es neu gemacht hast vielleicht besser ist. Entgegen deiner Natur und Gewohnheiten. Für zwei Wochen. Also, ich mein jetzt nicht, Zahnpasta in den Toaster oder nen Kollegen abstechen, wenn er was Dummes macht. Aber in die Richtung.“

„Ist das jetzt so eine Kacke, die 23 jährige Mädchen unter ihre Instagram-Bilder schreiben? Wie ‚Wenn du die Welt wirklich verändern willst, fang heute an‘ oder so eine Scheiße?“

„Nein. Das ist ne Verarsche. Ich mache das eigentlich nur aus Langeweile. Ich bin ein sprechender Delfin, der in Pankow wohnt und Angst hat, was mit ihm passiert, wenn er jetzt nochmal alle Folgen Gilmore Girls guckt. Stattdessen stelle ich Sachen um.“

„Was ist mit trinken? Sollen wir nicht lieber trinken?“

„Okay.“

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