Des Waldes Dunkel

Mit 15 auf ner Party kennengelernt. Graffiti, Basketball, Boogaloo. Abitur und Operationen, aber Kunst nimmt uns keiner. Wegrennen in der Nacht, weitermachen in der Nacht. Mit dem roten Escort von der Clayallee nach Wedding zu deiner Bestrahlung und wieder zurück. Praktikum, Multimedia CD-ROM. Gemeinsame Ausbildung, chillen bei Moe mit den Jungs, mit dem SLK von Reinickendorf zum Kudamm, Simon-Dach und wieder zurück. Once we were knocking und das Internet rief. Ausbildung geschafft, Geld kommt rein und wir feiern uns selbst, bis Kollege Krebs wieder klopft und du n bisschen kürzer trittst. Sonntag, dein Papa am Telefon: „Zeit sich zu verabschieden“ und alle Jungs sind da. 24 Stunden wach Morphium, Fanta und vorbei.

Dir ist schon bewusst, dass ich da jetzt alleine durch muss? Seit 14 Jahren muss ich da alleine durch. Du Penner. Und atmen und wieder aufstehen und laufen und alles verändern. Lieben und geliebt werden und immer wieder einen Fuß vor den anderen. Ich hab keine Ahnung wie ich es überhaupt mache, weil ich so oft einfach keine Lust habe. Keine Zeit vergeht, in der ich nicht an dich denke.

Konnte ja keiner wissen, dass das alles so laufen würde. Ich bin mir nicht so sicher, ob ich das alles so verdient habe und ob ich überhaupt verstehe, wieviel Glück ich hab. Und nur weil man Glück hat, heißt das nicht, dass man zufrieden ist. Aber wie sollte man aufhören, wenn Freitagnacht mit denen, die da sind, alles ist? Jedes Lächeln, jede Berührung alles ist. Wenn jeder einzelne Atemzug alles ist.

Wie geht sowas? Ich meine ‚Alles‘. Generell.

Atmen.

 

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