Die Iden des März

Entgegen aller Erwartungen wird es wieder Frühling. Draußen, vor der Tür, geht es wieder los. Die Art, wie man den Brustkorb herausstreckt und das Flackern der Augen in der U-Bahn. Das knistern in der Stimme und das kurze Stocken zwischen den Sätzen.

„Magst du noch Obst mitnehmen?“

Garbor sitzt auf dem Sofa und schließt die Augen. Die grauen Vorhänge und das milchfarbene Licht geben dem Schein ihrer Stimme den Hauch eines Zaubers. Es riecht nach Tabak, Gladiolen und einer Idee von Unbekanntem.

„Ich würde, wenn ich könnte.“

„Du kannst kein Obst mitnehmen?“

„Nein.“

„Warum nicht?“

Das Gefühl von Rosmarin und Yamazaki belegt Garbors Stirn, sein Hals wird trocken, dann warm, seine Hände jucken und das Gefühl kommt auf, rennen zu müssen. Er erhebt sich langsam aber fast schwerelos, nimmt sie in den Arm und sagt:

„Ich meine, natürlich habe ich auch daran gedacht… vor allem, weil du vorhin gesagt hast und… Ich denke, vielleicht wäre es zu einem anderen Zeitpunkt, an einem anderen Ort – aber nun. Ich bin mir nicht sicher, wie sich das auf unsere Beziehung auswirken würde.“

„Ich wollte wirklich nur wissen, ob du noch Obst mitnehmen willst. Wir schmeißen es sonst weg.“

Den Flur hinunter und rechts, die Tür steht offen, der Hausflur ist kalt und begrüßt ihn mit einem kühlem Windstoß. Auf der Straße angekommen, eine Parisienne aus der Jacke und anzünden. Nachdem er sich sicher ist, das er so weit weg ist, das er sich selbst nicht hören kann, flüsert er: „Herrje.“ und steigt in die U-Bahn.

März. Zeit der Überinterpretationen und des Nieselregens.

 

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