Kurz vor Sommerzeit

Des Nibblers Beine waren kurz angezogen. Sommer. Jedenfalls bald. Und darauf sollte man sich schließlich vorbereiten. Denn den Sommmer mochte noch jeder: Eis und Möpse. Was der Nibbler hingegegen mochte (Eis und Möpse waren ihm schnuppe), war der vereitelte Duft von Veilchen. Ab und an mineralisches Plättschern vorm Haus; ein Nieselregen aus Pino Grigio und mildem Schwermut.

Er ließ die oberen Fenster ab jetzt offen. Die darunter waren waren immer geschlossen. Einen guten Grund für Gardinen mit albernen Stickereien (Katzen, die Vögel auf dem Kopf sitzen hatten und vor Lebkuchen-Häusern saßen) hatte er früh erkannt: Man konnte sie zur Seite schieben und aus dem Fenster schmulen. Wenn nun einer dieser jungen, talentierten Internetfotographen auf der Straße standen und gegen das Licht und hin zu den piko-blanko geputzen Scheiben fotografierten, sah er aus wie ein Agent aus den 70ern.

Manchmal fragte er sich, ob es tatsächlich an den Gardinen lag, am warmen Licht der untergehenden Sonne oder am mittelbraunen Hut, den er einst von seinem Großvater (oder irgendeinem anderen alten Mann, der damals, in den 80ern Hut trug) stiebitzt hatte.

Auch das hatte irgendwie mit Sommer zu tun. Keine Frage der Zeit, sondern der absoluten, reinen Willenskraft zu kurzen Hosen.

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