Auf dem Teppichboden der Realität

Garbor dachte, die Dinge würden anders bleiben oder gleich werden oder sich in ein neues, unerklärliches aber irgendwie ehrliches Durcheinander entwickeln. Aber das würden sie nicht. Die Anzeichen waren klar, auch wenn sie nicht deutlich waren. Da war nur so etwas wie Atem. Und Fragen.

Zum Beispiel: Warum in Hotelzimmern nicht mehr geraucht werden konnte. Obwohl doch jeder wusste, dass man nur da wirklich rauchen musste. Wer war schon mitten von nirgendwo mit zu viel Zeit, einer Minibar und Gedanken alleine, ohne rauchen zu wollen? Nur vollkommen zurechnungsfähige Menschen mit Ahnung. Und dazu konnte sich Garbor nun wirklich nicht zählen. Wenn man ehrlich war, hatte er sogar schon größere Probleme mit dem zählen an sich. Acht. Einunzwanzig. Neununsiebzig. Und atmen.

Undvonvorn.

Garbor legte sich auf den samtweichen, roten Teppichboden und kontrollierte, ob er den Lichtschalter von dort aus mit gezielten Würfen der kleinen Jack Daniels Flaschen umlegen konnten.

Nein. Konnte man nicht. Garbor nahm das als klares Parabel: Aus der Entfernung Licht in das eigene Leben bringen, das ging einfach nicht. Man musste sich schon die Dings und so dreckig machen… Herrje.

Undvonvorn.

„Sach mal, du Pappnase. Haste jetzt wieder den Verstand verloren? Und überhaupt, ist das nicht n bisschen wenig Inhalt für ne Parabel? Ich mein, ich hab ja jetzt auch nicht studiert oder so, aber…“

„Klappe, Dünner. Du bist eh eigentlich nicht da, also, halt die Luft an.“

„Warum guckst du nicht einfach wieder Drive und stellst dir vor, du wärst Ryan Gosling oder so?“

„Mach ich doch. Der dicke Bruder von Ryan Gosling ohne Auto und Scorpion-Jacke halt. Sonst eigentlich alles exakt genauso.“

„Alles klar, dann mach mal weiter, Ryan. Ich geh dann mal raus eine rauchen, hält man ja alles nicht aus sonst.“

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