Ausflug mit Krokodil

Das Atmen fiel Garbor schwer. Es mag daran gelegen haben, das er unter Wasser war. Jedenfalls glaubte er das. Von oben schien ganz leichter Sonnenschein zu ihm durchzukommen. Er fühlte eine Schwere auf seinem Brustkorb und einen fahlen Geschmack im Mund. Er öffnete vorsichtig die Augen und stellte zu seinem Erstaunen fest, das er statt unter Wasser in seinem Bett lag. Das Flauschekrokodil saß auf seinem Brustkorb und starrte ihn an, eine kleine Taschenlampe in seinen Händen haltend.

„Aha! Doch nicht tot. Gut!“

„Häh?“

„Na, ich wollte morgen einen Ausflug machen. Und wie du sicher weißt bin ich weder im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis noch komm ich mit meinen Füsschen an die Pedale in deinem Auto.“

„Was? Wieso?“

„Weil ich die Fahrerlaubnis verloren habe im Sommer. Ich habe auf die Touristen am Hackeschen Markt mit Schwipp-Schwapp geschossen während ich laut Scooter gehört habe. Die Polizei hat gesagt, das geht so nicht. Ich habe angeboten andere Musik anzumachen, aber die waren irgendwie sehr pingelich.“

„Nein, ich meine, warum morgen der Ausflug sein muss?“

„Weil morgen ist schon fast bald Frühling! Desdawegen!“

„Es ist der 25. Januar, mein flauschiger Freund.“

„Ja und? Wenn man nicht n bisschen kreativ denkt, wird das alles nischt. So ein Ausflug ist gut für die Seele! Man muss klein anfangen mit dem Frühling. Rom ist ja auch nicht an einem Tag niedergebrannt worden.“

„Nein?“

„Nein. Das hat mehr als eine Woche gedauert. 19. bis 26. Juli im Jahre 64, wenn ich mich recht erinnere. Nero war zur der Zeit Kaiser. Wusstest du, dass das Programm zum brennen von CD-ROMs für den PC deswegen so hieß? Nero Burning Rom. Nerd-Humor.“

„Aha.“

„Wollen wir jetzt was spielen?“

„Nee, ich muss jetzt echt noch schlafen, ich muss morgen doch in die Agentur.“

„Keine Sorge, ich hab schon eine Krankmeldung rausgeschickt. Ich weck dich dann so gegen 10, dann fahren wir los. Nachti, Garb!“

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