Rezept für Enttäuschung

„Dann schauen wir mal, was du uns heute mitgebracht hast, nicht war, Garbor?“

„Ja! Toll, Dünner. Danke für die Einladung in deine Sendung. Heute machen wir Enttäuschung. Nicht die klassische Version, die ihr eventuell von euren Eltern kennt oder die aus den Filmen. Die hier ist ein bisschen anders, etwas komplizierter, aber dafür habt ihr auch ne ganze Weile was davon!“

„Ach, Mensch, super. Was braucht man alles dafür?“

„Weisst du, eigentlich kann man da fast alles für benutzen: Arbeit, Beziehung, Familie, Freunde, was man am liebsten hat, bzw. eher nicht so sehr. Das tolle an Enttäuschung ist, das es super-individuell ist. Wenn man Bock hat, kann man auch noch ein paar Leute dazu einladen — aber ich persönlich genieße das doch eher alleine.“

„Warum?“

„Was soll denn die Frage jetzt?“

„Öh.“

„Ja, ganz toll. Denkste, weil das deine Sendung ist, muss ich hier deine Scheißfragen etragen? Du hättest doch ohne mich überhaupt nichts. Du würdest noch immer auf einem verdammten Klo, in irgendeinem beschissenen Klub auf dem iPhone so einer besoffenen Blondine Koka ballern und den nächsten Tag weder gucken noch atmen können. Ohne mich würdest du nicht mal ansatzweise wissen, wie sich Enttäuschung anfühlt.“

„Siehste.“

Wenn ich ganz ruhig dasitze, dann komme ich vielleicht raus hier.

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