Bitte leg jetzt auf

Und ich schreib und schreib und die Gedanken hören nicht auf. Und die Tage ändern daran nichts und das Bild geht nicht weg und die schwere auf der Brust nimmt und nimmt nicht ab.

Die Dummen sagen, die Zeit heilt alle Wunden. Die Zeit schafft Wunden. Die Wunden, die die Zeit wirklich heilt, waren von Anfang an nicht so schlimm. Da musst du schon selber was für tun. Der Zeit sind deine Wunden scheißegal. Die Zeit, die Zeit isst Menschen auf.

Und so vergehen die Stunden und ich bin noch immer hier und rauch. Steh noch immer und hier und… warte? Warte worauf? Es gibt so viel zu sagen und doch eigentlich nichts. Es gibt ja kaum mehr was zu atmen.

Und so steh ich endlich auf und aus der Tür und du auf auf dem Balkon und ich seh mich selber weggehen. Nicht einmal dreh ich mich um, aber dein Gesicht geht nicht weg. Geht niemals weg. Manchmal frage ich mich, ob wir noch immer wären, wer wir waren, wenn alles anders gekommen wäre.

Aber ist es nicht. Wird es nicht.

„I’ve been here before. I deserve a little more.“

Ich möchte dahin nicht zurück. Weil das dumm ist. Wer will schon zu etwas zurück? Was soll man machen, wenn man darüber entsetzt ist, das man darüber nicht traurig ist? Ist es dann nicht schon viel zu spät? Und warum kommt das jetzt alles gleichzeitig? Wie ein wunderschöner Sturm, mit Wetterleuchten und den tollsten pfirsich und lila farbenen Wolken, gleichmäßigem Regen – nur das man diesmal mittendrin ist. Und nicht genau weiß, ob man jetzt bleibt, weil man eh schon nass ist und rennen einfach nichts bringt. Da hat man einmal wieder die Chance, dass das Leben so ist wie in nem Lied von Adam Duritz. Dann sollte man das auch nutzen, oder?  Zu etwas hin, nach vorne. Dahin kannst du wollen, wenn du schlau bist. Schlau. Haha.

Ich kann jederzeit auflegen. Jederzeit. Nur nicht jetzt.

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