Nicht kompliziert

Nach zwei Tagen in Bochum kam Garbor nach Hause. Als er die Tür zu seiner neuen Wohnung aufschloss, sah er das Flauschekrokodil am Tisch sitzen und Zettel sortieren.

„Hallo Garb.“

„Na, Flauschi, was machst du so?“

„Gut das du fragst, Garbor!“

„Aha… und?“

„Na einfach so. Gut das du fragst. Das suggeriert Interesse. Das kommt bei den meisten Leuten gut an. Besonders bei Frauen, den man imponieren will.“

„Aha. Und, was machst du so?“

„Kompliziert!“

„Wieso?“

„Einfach so. Das antworten die meisten Menschen doch so. Bei euch ist meistens irgendwas kompliziert. Also, jedenfalls sagt ihr das so. Ist es aber nicht.“

„Nein?“

„Nein. Kernspaltung ist kompliziert. Das Leben der meisten Menschen ist einfach. Sie wachen auf, gehen zur Arbeit, dann gucken sie fern und gehen wieder ins Bett. Es wird von Nahrungsaufnahme und dem Gedanken, die Dinge wären kompliziert, unterbrochen. Weil sie von der Idee, dass Dinge kompliziert wären so erschrocken sind, führen sie ein recht banales, aber vor allem unkompliziertes Leben.“

„Aha.“

„Ich meine: Man denkt über Dinge nach. Man spricht, man tut, man verändert sich. Dinge sind Bewegung, Entwicklungen in unterschiedlichen Tempi. Manchmal kaum wahrnehmbar – wie ganz feiner Wind, den bei all dem Lärm kaum spüren kann. Aber was daran, mein lieber Freund ist so kompliziert?“

„Aha.“

„Wollen wir bisschen Fussball gucken?“

„Gerne.“

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