Lachen, mit Licht an.

Der Dünne hatte wie immer seine wunderschöne Pferdemaske auf und lehnte an der Bar. In seiner Linken ein Glas Gin Tonic, in seiner rechten ein Nokia 6210.

„Garbor? Kannste mich hören? Ja, hier Dings, ich bins. Dünner! Wie? Wo ich bin? Ich bin in der Mitte von Frankreich. Also GENAU in der Mitte! Ist das nicht abegfahren? Warum ich anrufe? Nein, ich habe kein Ahnung, wie spät es ist, nein! Aber darum rufe ich auch gar nicht an! Ich wollte dir nur sagen, es ist gut! Also, ich meine, hier. Klar. Klar, ja. Aber es gibt hier keine Zigaretten, Garbor. Kannst du dir das vorstellen? Alter! Ich sage dir. Ob ich wieder trinke? Ja klar! Das ist es doch. Wenn ich nicht trinken würde, wäre mir das mit den Kippen doch wurscht! Ob ich wissen will, was du machst? Nee. Eigentlich gerade nicht. Aber warte, ich kann es raten: Du schläfst gerade, weil du voll zu tun hast, wa? Was? Warte mal… hier ist voll laut und so… Siehste! Kenn dich doch. Also. Hier, wir sind hier, wegen Muschis und Wellen. Hab ich das schon gesagt? Nee? Egal. Nee! Eben nicht. Ist ja die Mitte von Frankreich. Hahahah. Krass, wa? Na egal ey. Warum haste eigentlich angerufen? Garbor? Ey. Ach, Penner.

Garbor wachte wie immer mit einem fahlen Geschmack auf der Zunge auf. Es war exakt 7 Uhr, genau wie die letzten 114 Tage auch. Jeden Tag wachte er um die selbe Uhrzeit auf, egal, wann er in der Nacht davor ins Bett gegangen war. Wieder hatte er diesen seltsamen Traum, der einfach keine Sinn machte. Warum sollte der Dünne ohne ihn mitten in Frankreich sein? Aber es stimmt schon. Er hatte den Dünnen lange nicht gesehen und er machte sich langsam Sorgen um ihn.

Es war also Zeit für Alkohol. Normalerweise lockte das den Dünnen an, wie Licht die Motten.

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