Montag, oder die Abkehr von der Traditionsarchitektur.

Garbor saß am Eingang der Pagode und aß Erdnüsse. Er hatte eine origamifarbene Leinenhose an. Die Schuhe lagen neben ihm im Staub. Er blickte auf das Tanto in seiner linken Hand, legte es auf die Steinmauer zu seiner linken und nestelte eine Zigarette aus dem Softpack hervor.

Er wartete nun seit mehr als 3 Tagen auf den Dünnen, der, obwohl er seine Ankunft mehrfach durch die Raben hatte bestätigen lassen, auf sich warten ließ.

Rauchen war — natürlich neben dem Trinken — die einzige echte Beschäftigung, die Garbor hier hatte.

Was hätte er auch sonst tun sollen? Hier, an dem Ort, an den der Dünne ihn zu kommen gebeten hatte.

‚Komm nach hier. Bring nichts mit. Keine Erwartungen, jedenfalls. Angst und Zweifel sind okay, Flauschi kannst du auch mitbringen. Sonst nichts. Saufen ist okay. Ich komme am Montag.‘

Aber seit Montag: Nichts. Jetzt war es wieder Montag und Garbor fing langsam an die Ungeduld auszugehen.

„Du könntest mal nachdenken“, erwähnte das Flauschekrokodil beiläufig, als es aus seinem Mittagsschlaf erwachte und sich langsam und gemütliche reckte.

„Was meinst du, was ich hier den ganzen Tag mache, Flauschi?“

„Na gar nichts. Sieht man ja. Nicht mal trinken bekommst du hin. Dafür rauchst du aber wieder ganz schön was weg. Marlboro light. Du Horst.“

„Kann ich dafür, dass die hier in Nirgendwoland keine Parisienne haben?“

„Lenk nicht ab, du Ei.“

„Ich kann mich nicht konzentrieren auf denken. Ich will ja, aber ich kann nicht. Der Dünne hat gesagt, ich soll keine Erwartungen mitbringen. Was soll ich denn machen? Worüber soll man nachdenken, wenn es nicht die eigenen Erwartungen sind?“

„Wie wäre es mit den Dingen, die du nie erfüllen konntest und die dich noch immer beschäftigen?“

„Danke.“

Ein Auto fuhr vor und der Dünne stieg aus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.