Kategorie: Vermin Diaries

Benjamin Apfelbaum schreibt Kurzgeschichten, kurze Essays über sich selbst, seine diversen Persönlichkeiten und die Dummheit der Anderen.

Lachen, mit Licht an.

Der Dünne hatte wie immer seine wunderschöne Pferdemaske auf und lehnte an der Bar. In seiner Linken ein Glas Gin Tonic, in seiner rechten ein Nokia 6210. „Garbor? Kannste mich hören? Ja, hier Dings, ich bins. Dünner! Wie? Wo ich bin? Ich bin in der Mitte von…

Nicht kompliziert

Nach zwei Tagen in Bochum kam Garbor nach Hause. Als er die Tür zu seiner neuen Wohnung aufschloss, sah er das Flauschekrokodil am Tisch sitzen und Zettel sortieren. „Hallo Garb.“ „Na, Flauschi, was machst du so?“ „Gut das du fragst, Garbor!“ „Aha… und?“ „Na einfach…

Die Zukunft

Drei Monate waren vergangen. Juni, Mai, April.150 Prozent mehr. Mehr Arbeit, mehr Entscheidungen, mehr Verzweiflung, mehr Denken, mehr Fühlen, mehr Liebe, mehr Alles. Naja, weniger Schlaf und weniger Geld. Das es so werden könnte, war Garbor im April bewusst geworden. Aber jetzt, jetzt wo es…

Langsam, langsam

„Is hab hööööstens einem virtel Liter kntus, Graaabo. Hössstens!“ Garbor beobachtete den Dünnen, wie er vorsichtig zur Seite taumelte und das Mädchen dabei langsam lächelnd an ihrer Hand drehte, während ihr Kleid beiläufig seine Beine streifte. Alles in Zeitlupe und alles in einem wunderschönen Licht von Tulpen…

Wiege mich in Sicherheit

Atmen. Konzentrieren. Bitte wieder einschlafen. Doch jetzt, wo schon alles so schön brennt, da können wir uns doch auch einfach hinsetzen und uns ein bisschen wärmen. Dem schönen Feuer zusehen und uns davon ein bisschen einlullen lassen. Vielleicht sogar ein bisschen näher rangehen und die…

Bitte leg jetzt auf

Und ich schreib und schreib und die Gedanken hören nicht auf. Und die Tage ändern daran nichts und das Bild geht nicht weg und die schwere auf der Brust nimmt und nimmt nicht ab. Die Dummen sagen, die Zeit heilt alle Wunden. Die Zeit schafft…

Geschichten von Garbor

Ich lese neue, alte, ausgedachten Geschichten von Garbor, dem Dünnen und dem Flauschekrokodil. Am 17. März um 19 Uhr. Im Vilja Café in der Maximilianstraße 1 in Pankow. 5 Euro Eintritt.

Ich wollte

Ich wollte mich konzentrieren. Ich wollte mich entscheiden. Wollte ich? Ich wollte ausgehen und da stehen und Pausetaste und das Gefühl von dabei, dabei und doch wollte ich nur gucken und einfach mal so fragen, wie’s dir eigentlich so geht. Nein. Ich wollte rauchen. Ich…

Stroboskop-Horoskop

In die falsche Richtung geatmet, im Kreis gedacht und dann los. Mit leichtem Schritt entführt unser Held und aller Liebling der Dünne das scheue Mädchen auf die Tanzfläche, hält sie zart an der Hand und wartet. Das Licht geht aus, die anderen Gäste verlassen (zu recht)…

Ausflug mit Krokodil – Teil 2

„Bin im Auto, kommt runter, in 10 Minuten geht’s los“, stand auf dem Display des Firmentelefons, das Garbor in einer Woche abgeben musste. Also anziehen, Haare hochbrüllen, Air Max an und die Treppe runter, in das was in ein paar Wochen der beste Frühling dieses Jahres werden…

Gemischte Gefühle

„Ja? Hallo? Zimmerservice? Ich hätte gerne eine große Portion gemischte Gefühle, eine Flasche Champagner und dazu einen kleinen Plastikeimer. Ja… ich warte. Ja, Zimmer 104. Exakt. Garbor. Meinen Nachnamen? Den verrate ich doch ihnen nicht, soweit kommt’s noch.“ Rastlose Müdigkeit gepaart mit einer ungesunden Mischung…

Labile Seitenlage

Garbor war müde. Das war unfassbar untertrieben. Er war so unmotiviert, dass er Angst hatte, vom Stuhl zu fallen und einfach so liegen zu bleiben. Er überlegte noch den Dünnen anzurufen, damit er ihn in die stabile Seitenlage drehen konnte, um nicht an Sabber und…

Nervenseegen

„Was machen die ganzen Gören denn hier? Is Pankow jetzt das neue Prenzlberg oder was? Sach doch auch mal was, Garbor. Das ist auch deine Stadt!“ „Mein lieber Dünner, du hast recht.“ „Wie jezze, Garb? Keene gutbürgerlichen Widerworte und tolle Erklärungen zum natürlichen Gentrifizierungsprozess und…

Auf dem Teppichboden der Realität

Garbor dachte, die Dinge würden anders bleiben oder gleich werden oder sich in ein neues, unerklärliches aber irgendwie ehrliches Durcheinander entwickeln. Aber das würden sie nicht. Die Anzeichen waren klar, auch wenn sie nicht deutlich waren. Da war nur so etwas wie Atem. Und Fragen.…

Ausflug mit Krokodil

Das Atmen fiel Garbor schwer. Es mag daran gelegen haben, das er unter Wasser war. Jedenfalls glaubte er das. Von oben schien ganz leichter Sonnenschein zu ihm durchzukommen. Er fühlte eine Schwere auf seinem Brustkorb und einen fahlen Geschmack im Mund. Er öffnete vorsichtig die Augen…

Wichtige Fragen auf unwichtige Antworten

Garbor lachte im Kreis. „N-N-Noch einmal stürmt, noch einmal, liebe Freunde! Der Kampf ist aussichtlos, also lasst ihn uns glorreich verlieren und dann wie Helden gen Himmel fahren.“ „Garbor, Gaaarbor! Uffwachen, du Hirni!“ „W-W-Was los? Wo binnich?“ „Biste jetzt scheiß Heinrich der Fümpfte oder was? Brüllste…

Schlaraffenland

„…mein lieber Herr Dünner, so geht das aber nicht. Ich muss sie jetzt bitten die Rechnung zu begleichen und dann zu gehen!“ „Leider: Nein.“ „Wie meinen?“ „Nun, ich denke, das mit dem Zahlen. Ich wüsste nicht wofür? Wissen sie, guter Mann, was habe ich denn nun…

Beschreibung keiner Entscheidung

Das gute (das Gute) an mir ist, dass ich alles beschreiben kann. Hier ein Beispiel. Links von mir (also wenn sie jetzt vor mir säßen), sonst rechts. Aber vor mir steht der Monitor, da könnten sie nichts sehen. Jedenfalls ist da das Glas mit dem Pinot…

Rezept für Enttäuschung

„Dann schauen wir mal, was du uns heute mitgebracht hast, nicht war, Garbor?“ „Ja! Toll, Dünner. Danke für die Einladung in deine Sendung. Heute machen wir Enttäuschung. Nicht die klassische Version, die ihr eventuell von euren Eltern kennt oder die aus den Filmen. Die hier…

Der Nächste. Bitte.

Seit mehr als 20 Jahren schreibe ich jetzt und bis jetzt habe ich immer gesagt, ich will das nicht für Geld machen. Ich glaube das heißt auch so viel wie „Ich habe Angst es für Geld zu versuchen, weil ich dann keine Ahnung habe, wie…