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> <channel><title>Fanstasien in Absynth &#187; Vermin Diaries</title> <atom:link href="http://www.210879.com/category/vermindiaries/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.210879.com</link> <description>De Gustibus Est Disputandum</description> <lastBuildDate>Tue, 24 Jan 2012 22:09:04 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator> <item><title>Komm gut heim</title><link>http://www.210879.com/2012/01/komm-gut-heim/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=komm-gut-heim</link> <comments>http://www.210879.com/2012/01/komm-gut-heim/#comments</comments> <pubDate>Tue, 24 Jan 2012 22:07:32 +0000</pubDate> <dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator> <category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category> <guid
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/> &#8220;Ein Hirngespinnst oder eine Ausrede?&#8221;<br
/> &#8220;Beides.&#8221;<br
/> &#8220;Ja, gerne.&#8221;<br
/> &#8220;Zucker ist da v&#8230;&#8221;<br
/> &#8220;Vorne, ich weiß, danke.&#8221;<br
/> &#8220;Komm gut heim, Garb, komm gut heim.&#8221;<br
/> &#8220;Ich geh gar nicht heim, i&#8230;&#8221;<br
/> &#8220;Treff mich noch mit dem Dünnen?&#8221;</p><p>Plötzlich war das Mädchen der Dünne, das Café war die Bar, Garbor war das Mädchen, der Zucker war im Kaffeepulver und beide prosteten Garbor zu, der hinter der Bar stand und Gläser putzen wollte. Jetzt musste er mit den beiden Russisch Koks trinken, das hatte er davon. Er konnte dem Dünnen keinen Gefallen ausschlagen. Jedenfalls keinen, der mit Grasovka zu tun hatte. Wo gabelte dieser Kerl nur immer die Mädchen auf. Und keines von denen hatte er jemals einen Satz mit mehr als fünf Wörtern sprechen hören. Nur so freundliche Floskelscheiße wie &#8220;Ja, gerne.&#8221; und &#8220;Quatsch!&#8221; oder &#8220;Hahaha, Du bist aber witzig.&#8221;</p><p>Garbor schlug dem Dünnen mit der Flasche mitten ins Gesicht und fiel vom Tresen. Er kippte zur Seite und schlug mit dem Kopf sanft auf das Kissen auf. Er blutete aus der Nase und fuhr sich mit dem Handrücken über die schweißnasse Stirn, stand auf und setzte sich vor den geöffneten Eisschrank. Er buddelte die Erbsen zur Seite, die Kartoffelsuppe und Shrimps, bis er die Flasche mit dem Kaffee fand. Er nahm einen großen Schluck, zog sich den Bademantel über und ging auf den Balkon. Der Dünne legte seinen Arm um ihn und flüsterte ihm ins Ohr:</p><p>&#8220;Du musst jetzt wirklich los, Garbor, es wird Zeit.&#8221;<br
/> &#8220;Ich weiß nicht, ob ich das schaffe&#8230; ich&#8221;</p><p>Doch da stand der Dünne bereits in der Gondel des Heißluftballons und winkte ihm. Er trank die Flasche Grasovka aus und wischte sich die restlichen Scherben aus dem Haar, während der Ballon langsam an Höhe gewann. Garbor lächelte leise vor sich hin, während er sich größte Mühe gab, sich nicht an morgen zu erinnern.</p> <audio
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/> &#8220;Ach, Erfinder? Ich bin Annalenamarieluise. Was erfindest Du denn so?&#8221;<br
/> &#8220;Dich.&#8221;</p><p>Garbor saß auf seinem Stuhl unter der Brücke und las die nächste Seite in seinem selbstverfassten Ratgeber &#8220;Wie man vollkommen normal erscheint&#8221; und schüttelte die Mandarinenschalen von seinem Parka. &#8220;Auf nach Mitte, Garbor, auf nach Mitte, es gibt so viel zu entdecken&#8221;, wollte er gerade denken, aber dann kam das Mädchen aus der Tram um die Ecke, winkte ihm zu und stand auf einmal direkt hinter ihm.</p><p>&#8220;Was erfindest Du wirklich, Garbor?&#8221;<br
/> &#8220;Mich.&#8221;</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.210879.com/2011/12/mut-in-seiner-reinsten-form/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Der Nibbler überlistet das Wochenende</title><link>http://www.210879.com/2011/10/der-nibbler-uberlistet-das-wochenende/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=der-nibbler-uberlistet-das-wochenende</link> <comments>http://www.210879.com/2011/10/der-nibbler-uberlistet-das-wochenende/#comments</comments> <pubDate>Thu, 27 Oct 2011 15:30:28 +0000</pubDate> <dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator> <category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.210879.com/?p=710</guid> <description><![CDATA[Ein Führwahr aus Gedanken und Pommes (also irgendwas mit Kartoffel, der Nibbler ist Deutscher) umkreisten den Nibbler.  Er wusste heute schon das er morgen wissen würde, das er übermorgen spüren würde, was er gestern (aus Sicht von überübermorgen) für einen]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Ein Führwahr aus Gedanken und Pommes (also irgendwas mit Kartoffel, der Nibbler ist Deutscher) umkreisten den Nibbler.  Er wusste heute schon das er morgen wissen würde, das er übermorgen spüren würde, was er gestern (aus Sicht von überübermorgen) für einen Kater habenhattewürde. Der Nibbler verwirrte sich selbst am liebsten und dazu noch unangekündigt. Es musste daher auf steilem Wege nach Wochenende gehen, so viel war klar. Denn ansonsten war er nicht so nebulös, nicht so unglaublich aufgedreht von seiner Müdigkeit und nicht so sehr er selbst. Er nestelte (was für ein schönes Wort, obschon (was für ein schönes Wort) es nichts mit einem Vogel zu tun hatte) eine Zigarette aus seinem Turnbeutel und machte die neue Hiob Platte an. Es lief der Anis-Kryptonit-Part und er (der Nibbler, nicht der Part) zündete sich die Flasche Ouzo an. Der Rauch vernebelte die Gorillas, der Nibbler warf sich auf den Boden und tat in untertäniger Geste als würde er Blätter essen. Mit einem lauten Knall war es Montag und das Konto war wieder ratzekahl getrunken. Erfolg kann man eben auch in Dioptrien messen. Ich meine Promille. Danke Mikko!</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.210879.com/2011/10/der-nibbler-uberlistet-das-wochenende/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Der Dünne am Strand</title><link>http://www.210879.com/2011/10/der-dunne-am-strand/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=der-dunne-am-strand</link> <comments>http://www.210879.com/2011/10/der-dunne-am-strand/#comments</comments> <pubDate>Wed, 19 Oct 2011 16:13:52 +0000</pubDate> <dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator> <category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category> <guid
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id="more-700"></span></p><p>&#8220;Warum machste das, Garb?&#8221;, fragte der Dünne.<br
/> &#8220;Das knarzen des Balkens beruhigt mich&#8221;, antwortete dieser nach kurzem Zögern.<br
/> &#8220;Ja, und mich macht es wahnsinnig&#8221;, murmelte der Dünne.<br
/> &#8220;Ab an den Strand mit Dir, Du Schwachmat.&#8221;, brüllte Garbor diesen an.<br
/> &#8220;Kann ich noch ne Seven-Up?&#8221;, fragte der Dünne.<br
/> &#8220;Pffff.&#8221;</p><p>Am Strand stand der Dünne seit keiner Viertelstunde, als das Wasser auf einmal aufhörte sich zu bewegen. Die Gedanken hatten den Southern Comfort träge gemacht, der Southern Comfort hatte ihn träge gemacht, er hatte die Gedanken in eine Seven-Up verwandelt, der Nibbler war sicherlich schon kalt. Garbor war eh immer kalt und er konnte kalten Southern Comfort nicht ausstehen. Alkohol musste lauwarm sein, dann schmeckte er wenigstens nicht. Wenn er zu gut schmeckete trank der Dünne zu viel und das brachte das Wasser immer zum Aufhören. Das konnte unterschiedliche Ausprägungen haben. Meistens hörte es aber einfach auf. Und dann stand es unmotiviert in der Gegend rum. Nur dazu waren ja eigentlich Menschen gemacht und nicht Wasser. Er goß die Seven-Up ins Wasser, das sich schlagartig wieder anfing zu bewegen. Kurz darauf tauchte der Nibbler aus dem Wasser auf, Garbor auf den Schultern, beide mit einem seltsamen Grinsen im Gesicht.</p><p>&#8220;Ey, Dünner&#8221;, sagten sie unisono, &#8220;lass was trinken gehen.&#8221;<br
/> &#8220;Pfff.&#8221;</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.210879.com/2011/10/der-dunne-am-strand/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Präludium zu: Neues vom Nibbler</title><link>http://www.210879.com/2011/10/praludium-zu-neues-vom-nibbler/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=praludium-zu-neues-vom-nibbler</link> <comments>http://www.210879.com/2011/10/praludium-zu-neues-vom-nibbler/#comments</comments> <pubDate>Tue, 11 Oct 2011 12:56:36 +0000</pubDate> <dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator> <category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.210879.com/?p=690</guid> <description><![CDATA[Der Nibbler stand auf den Stufen des Hotels, zog eine Zigarette aus dem Softpack, die er seit kurzem immer in seiner linken Westentasche hatte und zündete sie sich an. Er konnte sich nicht daran erinnern, wann oder warum er wieder]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Der Nibbler stand auf den Stufen des Hotels, zog eine Zigarette aus dem Softpack, die er seit kurzem immer in seiner linken Westentasche hatte und zündete sie sich an. Er konnte sich nicht daran erinnern, wann oder warum er wieder mit dem rauchen angefangen hatte — aber er hatte es. Er dachte daran, wie er früher geraucht hatte, immer und überall. Dieses Mal hatte es den Anschein, als würde sich jedes Mal, wenn er sich eine Zigarette anzündete die Welt verändern. Oder die Welt ihn verändern. Oder eine veränderte Welt ihn zum rauchen zwingen. Jedenfalls rauchte er wieder. Nie wenn es zu warm war. Niemals vor dem Mittag. Immer wenn er trank oder Karten spielte. Und immer, wenn er jemanden Observierte. Er war dem Dünnen seit vier Tagen gefolgt. Seit dem Zeitpunkt als sich der Dünne in das Flugzeug in Berlin gesetzt hatte und schließlich hier, auf dieser kleinen Insel, von der er noch niemals vorher gehört hatte, gelandet war. Das Taxi zum Hotel Pingouin folgte dem des Dünnen auf exakt 23 Metern Entfernung.</p><p><span
id="more-690"></span>Das Hemd, was er heute morgen aus seiner Tasche gezogen hatte, war das einzige weiße Hemd was er bei sich hatte. Eigentlich war es das einzige was er überhaupt bei sich hatte. Außer dem Softpack, dem Telefon, dem Geld, dem Miniaturgeländewagen, den er als 21-jähriger geschenkt bekommen hatte, und dem was er noch am Körper trug. Aber er hatte es sich angewöhnt, immer ein frisches, weißes Hemd bei sich zu tragen. Man konnte nie wissen. Eines Tages wird man auf einen Empfang eingeladen und muß absagen, weil man kein Hemd bei sich hat. So etwas würde sich der Nibbler niemals verzeihen. Er fragte sich, ob er Dünne auch so dachte. Ob der Dünne überhautpt dachte, ob der Dünne nur von seinem Instinkt geleitet war. War das nicht aber auch denken? Der Nibbler lachte in sich hinein, leise genug, so dass die dicke Frau neben ihm, mit dem abscheulichen Blumenkleid und den viel zu kleinen Socken, die ihre Stummelbeine einschnitten, es nicht hören konnte. Oder hören können wollte. Denn, wer den Nibbler kannte (von Fotos, zum Beispiel), der wusste, dass der Nibbler beim lachen ein so unendlich ernstes Gesicht aufesetzte, dass noch niemand auf die Idee gekommen wäre ihn zu fragen, was denn so witzig sei. Das Lachen des Nibblers zwang auch die Menschen in seiner näheren Umgebung dazu, leise in sich hinein zu lachen. Obwohl sie unmöglich das Lachen hätten vernehmen können. Oder auch nur an lachen gedacht haben konnten — bei dem eiskalten Blick des Nibblers? Völlig fehl am Platz!</p><p>Der Nibbler setzte sich in Bewegung. Der Dünne hatte sich gerade zwei Kugeln Eiscreme gekauft (wahrscheinlich Mango und Schokolade, wie immer) und macht sich auf den Weg zum Strand.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.210879.com/2011/10/praludium-zu-neues-vom-nibbler/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Das Gurkenmasken Massaker</title><link>http://www.210879.com/2011/04/das-gurkenmaskenmassaker/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=das-gurkenmaskenmassaker</link> <comments>http://www.210879.com/2011/04/das-gurkenmaskenmassaker/#comments</comments> <pubDate>Mon, 25 Apr 2011 21:28:12 +0000</pubDate> <dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator> <category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.210879.com/?p=611</guid> <description><![CDATA[Garbor saß auf seiner Veranda, trank ein kühles Bier und versuchte sich an den vergangenen Abend zu erinnern. Als der Dünne spät Nachts sich auf den Weg in seine Hochhaussiedlung machte, konnte er selbst schon kaum noch lesen. Oder sprechen.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Garbor saß auf seiner Veranda, trank ein kühles Bier und versuchte sich an den vergangenen Abend zu erinnern. Als der Dünne spät Nachts sich auf den Weg in seine Hochhaussiedlung machte, konnte er selbst schon kaum noch lesen. Oder sprechen. Oder laufen. Oder schreiben. Jedenfalls beinahe. Denn er setzte sich offensichtlich noch in seine Badewanne, um sich eine Gruedbsfsdhfiasfvorfotzenmaske aufsdsjdiüsdzumalen. Und dann doch nicht. Er stand auf und vergaß die letzte Nacht. &#8220;Alles Vergangenhedshdffheit und eh alles und so. Hahaha! Behinderter, Du, pass bloß auf, die Schwuuuuu&#8230; Mein Gott, wie ich ich mich &#8230; wuiii! Nein, nein, geh weg. Jaaa, ich will keine Tablotten und ich will kein Koks. Ich will nichts. Nein&#8230;. Nein, nein. Fick dich mal schön, du brauchst nicht so zu tun. Ich habe, &#8230; nein, schick den Dünnen weg. Ich brauche heute nichts. Wieso? Ja, ja, sag Mama das. Haaach, ich bin&#8230; so&#8230;. müde&#8230; geh&#8230;. weg.&#8221;</p><p><span
id="more-611"></span></p><p>Manche Geschichten klingen in den ersten paar Sätzen einfach scheiße. Aber ich habe dann und wann keine Lust sie zu löschen. Gerade nicht, wenn ich betrunken bin und einen Muskelfaserriss mit mir rumtrage. Oder deine Mutter. Dann erinnere ich mich lieber an die Zeit, in der Garbor gedankenverloren auf meinem Balkon saß und sich für viele Stunden, in die Dunkelheit starrend, mit seinem Dingensda, Gewissen, beschäftige. Dann atmete er schwer und grinste von Zeit zu Zeit. Er spuckte über die Brüstung und nestellte eine weitere Zigarette aus seiner Brusttasche hervor, nickte kurzzeitig ein, während er leise murmelnd Vergangenes passieren lies und wachte anschließend um sich schlagend wieder auf. So verbrachte er Stunden, fing an wirres Zeug auf Papierservietten zu krizteln, g0ß sich neuen Wodka ein, hustete leise und lehnte sich wieder in den alten Angelstuhl zurück.</p><p>Der Dünne bin ich, der Dünne bist Du.</p><p>Steckenbleiben, in seinem Schuh.<br
/> Meilen gehen, schlafen nicht.<br
/> Atmen braucht man heute nicht.<br
/> Des Waldes Dunkel rührt mich kaum,<br
/> will nicht erwachen aus diesem Traum.<br
/> Neben mir, da stehst du stets<br
/> gehst mit mir, nen Teil des Wegs.<br
/> Und doch wünscht ich,  ich wär bei dir.<br
/> Lieber noch: Du wärst bei mir.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.210879.com/2011/04/das-gurkenmaskenmassaker/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Bones</title><link>http://www.210879.com/2011/04/bones/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=bones</link> <comments>http://www.210879.com/2011/04/bones/#comments</comments> <pubDate>Mon, 25 Apr 2011 20:10:15 +0000</pubDate> <dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator> <category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category> <guid
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id="more-612"></span></p><p>Bei aller Liebe. Der Dünne? Ein Sprücheklopfer und Gernegroß. Nachts kam er heim und eilte schnellen Schrittes die tiefen Hochhauschluchten herab, immer mit einem Auge am Hinterkopf, mit einer Hand am Messer oder der Schreckschusswaffe. Immer bereit seiner eigenen Brutstätte den Rücken zu kehren, den dunkelhaarigen Schaben der Nacht mit bibberndem Antlitz zu entfliehen. Der Dünne.  Der Dünne.<br
/> Nachts lag er wach und sobald die Amseln ihr morgendliches Lied verkündeten stand er am Fenster seines Hochhauses und starrte in die Ferne. Fühlte sich eingeengt und zugleich zutiefst verbunden mit den hochgeschossenen Wänden seiner Jugend. Die Kindheit im Viertel machte den Dünnen zu dem was er war: Ein ängstlichen und dennoch entschlossenen Mann, der sich schwor niemals an diesen Ort zurückzukehren, an dem er noch immer zu Hause war. Das Viertel, das mit zunehmendem Alter immer kleiner und dreckiger, immer weniger bedrohlich und arm, immer ferner und vertrauter wirkte. Das Viertel, das dem Dünnen bei seinem letzen Besuch Tränen der Seltsamkeit abrang.  Das Viertel an das er sich kaum erinnern und das er doch niemals vergessen konnte.</p><p>P.S.: Ich bin ziemlich besoffen. Also Du. Also der Dünne. Altern–Antenne, ey.</p> <audio
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isPermaLink="false">http://www.210879.com/?p=604</guid> <description><![CDATA[&#8220;Der Dünne kam aus einer armen Familie, die am Waldrand wohnte&#8230;&#8221;, so begann Garbors Geschichte, die er an einem lausig kalten Abend auf der kleinen, hölzernen Veranda zu erzählen begann. Er rieb sich die Hände und hielt seine schwieligen Hände]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Der Dünne kam aus einer armen Familie, die am Waldrand wohnte&#8230;&#8221;, so begann Garbors Geschichte, die er an einem lausig kalten Abend auf der kleinen, hölzernen Veranda zu erzählen begann. Er rieb sich die Hände und hielt seine schwieligen Hände über dem Feuer, das in dem neuen Kugelgrill brannte. Die beiden Männer, die ihm Gegenüber saßen waren in ihren Vierzigern, hatten feine Gesichtszüge und froren offensichtlich. Sie verzogen nicht eine Miene, obwohl sie schon seit mehr als einer Stunde der detailreichen und reich geschmückten Geschichte lauschten, die ihnen Garbor zum Besten gab. Der Linke, nennen wir ihn der Einfachhalt halber Terrence, rauchte und sah ab und zu drängend zu seinem Kollegen hinüber.</p><p><span
id="more-604"></span>Der Rechte, ein dicker, trotz der Kälte schwitzender Mann, nennen wir ihn Philipp, hob dann beschwichtigend seine linke Hand, an der ein aufdringlicher Siegelring protzte, und bedeutete Terrence sich ruhig zu verhalten. Garbor fuhr fort: &#8220;Er war ein Einzelkind, seine Mutter wollte nach seiner Geburt nie wieder die Strapazen der Namenswahl erleben müssen und brachte ihm früh bei mit den Unsichtbaren der Umgebung Kontakt aufzunehmen. Die Unsichtbaren bestanden aus vier Kindern: Schnabou, Dabou, Fnibou und Pitz. Die Mutter des Dünnen brachte sie immer durcheinander, worüber sich ihr Sohn und die Unsichtbaren immer köstlich amüsieren konnten. Sie lief dann mit hochrotem Kopf in die Küche und schrie: »Das habe ich nun davon, dass ich euch miteinander bekannt gemacht habe. Ihr undankbaren Bengels. Wie damals, als ich Marcy den Job als Sekräterin bei uns verschafft habe. Nichts als Ärger habe ich mit ihr gehabt. Und jetzt? Jetzt ist sie meine Vorgesetzte.« Alle wussten das es eine Marcy nie gegeben hatte und dann mussten sie lachen. Meist gab es dann Kuchen mit Schlagsahne und sie spielten Mensch-ärgere-dich-nicht oder Canasta.&#8221;</p><p>&#8220;Ja, Herr Garbor, das ist eine wirklich interessante Geschichte, die Sie uns da erzählen&#8230; und wir würden sicherlich gerne noch ein bisschen bleiben, nicht wahr, Terrence? Aber wir müssen wirklich los, es ist schon dunkel und sie hatten jetzt doch ausreichend Zeit, sich von der Qualität unseres neuen Kugelgrills zu überzeugen. Ich kann ihnen auch mit dem Preis noch ein wenig entgegenkommen, wenn&#8230;&#8221;, sprach der dicke Philipp ihn ruhig an.</p><p>Garbor starrte in die Ferne und lächelte. &#8220;Ja, ja, natürlich, sie müssen los. Den Grill behalte ich gerne. Also, wenn er mir nicht gefällt&#8230; dann kann ich ihn doch innerhalb der nächsten 14 Tage zurückbringen, oder?&#8221;</p><p>&#8220;Natürlich können Sie das, Sie sind doch einer unserer besten Kunden, nicht wahr, Terrence?&#8221; preschte Philipp vor und pellte sich behäbig aus seiner Decke. Terrence stand bereits und hielt einen kleinen Rechnungsblock mit Kohlepapier in seiner perfekt manikürten Hand und reichte Philipp den soeben ausgefüllten Schrieb.</p><p>&#8220;Hier, Herr Garbor, die Rechnung, bewahren Sie sie gut auf. Wenn sie innerhalb der zweijährigen Garantiezeit mal Probleme haben sollten — wovon wir natürlich nicht ausgehen — brauchen Sie die noch.&#8221; sagte dieser.</p><p>&#8220;Danke, Philipp, vielen Dank. Hier ist das Geld. Der Rest ist für Sie und Terrence. Kaufen Sie dem armen mal ein Comic oder so. Der lacht ja nie. Und grüßen Sie Rita von mir. Gute Nacht&#8230; gute Nacht.&#8221;, antwortete Garbor, während er über die Veranda hinweg in den Sonnenuntergang blickte. Die beiden stiegen in ihren Wagen, einen schwarzen Oldsmobile 442, und fuhren langsam vom Hof. Garbor konnte erkennen, wie sich Philipp noch umdrehte und ihm winkte.</p><p>&#8220;Zeit für Shigeru Umebayashi&#8221;, sagte Garbor leise und legte den Tonarm auf die Platte.</p> <audio
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isPermaLink="false">http://www.210879.com/?p=429</guid> <description><![CDATA[Lieber Garbor, mein Hirn löst sich auf. Ich bin absolut unfähig nach der Arbeit auch nur ein Gespräch zu führen. Gereizt, kaputt, uninspiriert und klebrig. Eventuell wachsen mir sogar zum Abend hin die Lippen zu. Nee, hier, geht nicht. Ich]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Garbor, mein Hirn löst sich auf. Ich bin absolut unfähig nach der Arbeit auch nur ein Gespräch zu führen. Gereizt, kaputt, uninspiriert und klebrig. Eventuell wachsen mir sogar zum Abend hin die Lippen zu. Nee, hier, geht nicht. Ich trinke ja noch! Aaaah, guter Anfang für ne Story. Jedenfalls ist das nur sinnbildlich gemeint. Was ich ja so ein bisschen sehr hasse, sind Insekten die sich an meinem Monitor kaputt quetschen lassen. Fliegt halt nicht her oder was auch immer. Fliegt zu den Nachbarn, die sind alt. Da könnt ihr dann auch gleich bleiben. Die trinken ja auch immer! Also so nicht wie ich: unkontrolliert und lange und am Wochenende. Eher so ständig. Immer.</p><p><span
id="more-429"></span>Wir haben so Container im Innenhof zu stehen und wenn der Wertstoff-Gelbe-Tonne-Dingens noch nicht mal halb gefüllt ist — mit ausgeschleckten Joghurtbechern, fein gefaltetet Milchkartons und bis zur Unkenntlichkeit ausgedrückten Shampooflaschen — dann sind die beiden Flaschen-Container schon randvoll. Wein, Weinbrand, Eierlikörchen, Omas Schokogeheimnis. Machen alles meine Nachbarn. Und diese Wertstoffnazis, die trinken ja selber kaum. Die meckern dich nur behindert an, wenn du alles in eins wirfst. Fahren aber selber über jede rote Ampel mit ihren Öko-Klapprad, der coole Manager im Auto muss dann ausweichen, damit Dörte nicht umgerotzt wird. Puh, gerade noch geklappt, leider aber frontal in die Frau mit Zwillingskinderwagen reingeballert. Sofort tot. Alle drei. Fahrerflucht. Der Mann/ Vater erfährt davon, bekommt Depressionen, kündigt seinen Job, Schlafstörungen, fängt an zu trinken und labert mich dann mit seinem Elend in meiner hippen Szenekneipe voll. Und da haben wir das Problem wieder: Ich bin aktuell, in meiner jetzigen Situation, absolut nicht dazu in der Verfassung nach meinem Arbeitstag noch ein sinnvolles Gespräch zu führen.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.210879.com/2010/07/nachbarschaft/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>423</title><link>http://www.210879.com/2010/07/423/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=423</link> <comments>http://www.210879.com/2010/07/423/#comments</comments> <pubDate>Wed, 21 Jul 2010 21:43:13 +0000</pubDate> <dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator> <category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.210879.com/?p=423</guid> <description><![CDATA[Garbor schlängelt sich durch die bassdurchflutete Flachdachkonstruktion entlang der klirrenden Nebelwände in Richtung Bar. Und immer schön dabei ins Glas gucken. Nur noch ekelig warme Limette drin. Bah! Wann und warum — und ist der Dünne nicht auch gerade wieder]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Garbor schlängelt sich durch die bassdurchflutete Flachdachkonstruktion entlang der klirrenden Nebelwände in Richtung Bar. Und immer schön dabei ins Glas gucken. Nur noch ekelig warme Limette drin. Bah! Wann und warum — und ist der Dünne nicht auch gerade wieder da gewesen? Hat er nicht ne Kippe in der Hand gehabt und mit dieser Blonden getanzt? Der Dünne, das ist Einer! Sicher ne Menthol-Zigarette, dieser Schlawiner. Haha. Ha. Wieder mit der Bärenmaske unterwegs und so. Verteilt diese kleinen Dinger und grinst dabei, wie so ein Zurückgebliebener. Also, kann man ja nicht sehen, weil der die Mas&#8230; schon klar, Garb. Schon klar.</p><p><span
id="more-423"></span>Bengt hat immer gesagt, das wäre ein Hütchenspieler, der Dünne. Aber für mich sah der Anfangs aus wie einer der studiert hat. Davon gibt&#8217;s ja heute so unendlich viele. Also fast so viele, wie es damals Dumme gab. Und Bengt sagt auch, Studierte, das sind die Dummen von heute. Die kommen absolut nicht klar, die Beiden. Mir kann das voll egal sein, mir kommt es nur auf&#8217;s Geld an. Ich bin nur noch hier, weil ich feige bin. Der Dünne ist wegen der Frauen hier. Dem ist Geld egal. So ein neumodischer Lebemann. Da! Da isser wieder. Und klar tanzt der mit der Blonden, reden tun se, die.</p><p>&#8220;Hey Dünner, was machste denn so?&#8221;<br
/> &#8220;Ich? Ich bin im Import/ Export&#8230; und du?&#8221;<br
/> &#8220;Ich studier noch, aber ich model nebenbei so n bisschen und wollte später was mit Mode oder Medien machen, vielleicht gehe ich auch zum Fernsehen&#8230; was meinste? Mein Freund sagt, ich würde voll gut ins TV passen, weil&#8230;&#8221;<br
/> &#8220;Wie, dein Freund? Tschüssikowski!&#8221;</p><p>Manchmal laufen die Sachen ganz generell einfach nicht so, wie man sie sich vorstellt.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.210879.com/2010/07/423/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> </channel> </rss>
