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> <channel><title>Fanstasien in Absynth</title> <atom:link href="http://www.210879.com/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.210879.com</link> <description>De Gustibus Est Disputandum</description> <lastBuildDate>Tue, 24 Jan 2012 22:09:04 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator> <item><title>Komm gut heim</title><link>http://www.210879.com/2012/01/komm-gut-heim/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=komm-gut-heim</link> <comments>http://www.210879.com/2012/01/komm-gut-heim/#comments</comments> <pubDate>Tue, 24 Jan 2012 22:07:32 +0000</pubDate> <dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator> <category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.210879.com/?p=1091</guid> <description><![CDATA[&#8220;Wenn ich doch nur Zigaretten hätte&#8221;, dachte sich Garbor. Er spuckte aus und ging über die Straße, trat in ein paar Pfützen und sah nach links auf die Anzeige: &#8220;15 Minuten? Sind doch nicht in Bielefeld!&#8221; Er ging weiter, über]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Wenn ich doch nur Zigaretten hätte&#8221;, dachte sich Garbor. Er spuckte aus und ging über die Straße, trat in ein paar Pfützen und sah nach links auf die Anzeige: &#8220;15 Minuten? Sind doch nicht in Bielefeld!&#8221; Er ging weiter, über die nächste Kreuzung, am Rossmann und am Blumenladen vorbei, am Fischladen und dem Spielcasino, die nächste Kreuzung und die nächsten Pfützen, vereinzelt Menschen, die alle vor dem Regen davonliefen. Garbor ging so gemächlich wie es nur ging, Tua auf den Ohren, die Lautstärke auf Maximum.</p><p>Vor einer Viertelstunde hatte der Dünne angerufen &#8220;Auf in die Bar, auf die Bar, Du verlorener Sohn, ich ertrage das alles nicht mehr ohne Dich&#8221;, hatte er ihn angeplärrt. Kurz noch im Impala vorbei und einen Kaffee holen? Auf nüchternen Magen schmeckt Grasovka einfach zu krass. Komischerweise hatte der Laden noch offen, obwohl es bereits weit nach 27 Uhr unter der Woche war. Er war der einzige Gast im Café und das blondbrünnetschwarzhaarige Mädchen sah ihn verwundert an.</p><p>&#8220;Garb, warum brauchst Du ein Hirngespinnst als Ausrede, wo Du doch selber schon eins bist?&#8221;<br
/> &#8220;Ein Hirngespinnst oder eine Ausrede?&#8221;<br
/> &#8220;Beides.&#8221;<br
/> &#8220;Ja, gerne.&#8221;<br
/> &#8220;Zucker ist da v&#8230;&#8221;<br
/> &#8220;Vorne, ich weiß, danke.&#8221;<br
/> &#8220;Komm gut heim, Garb, komm gut heim.&#8221;<br
/> &#8220;Ich geh gar nicht heim, i&#8230;&#8221;<br
/> &#8220;Treff mich noch mit dem Dünnen?&#8221;</p><p>Plötzlich war das Mädchen der Dünne, das Café war die Bar, Garbor war das Mädchen, der Zucker war im Kaffeepulver und beide prosteten Garbor zu, der hinter der Bar stand und Gläser putzen wollte. Jetzt musste er mit den beiden Russisch Koks trinken, das hatte er davon. Er konnte dem Dünnen keinen Gefallen ausschlagen. Jedenfalls keinen, der mit Grasovka zu tun hatte. Wo gabelte dieser Kerl nur immer die Mädchen auf. Und keines von denen hatte er jemals einen Satz mit mehr als fünf Wörtern sprechen hören. Nur so freundliche Floskelscheiße wie &#8220;Ja, gerne.&#8221; und &#8220;Quatsch!&#8221; oder &#8220;Hahaha, Du bist aber witzig.&#8221;</p><p>Garbor schlug dem Dünnen mit der Flasche mitten ins Gesicht und fiel vom Tresen. Er kippte zur Seite und schlug mit dem Kopf sanft auf das Kissen auf. Er blutete aus der Nase und fuhr sich mit dem Handrücken über die schweißnasse Stirn, stand auf und setzte sich vor den geöffneten Eisschrank. Er buddelte die Erbsen zur Seite, die Kartoffelsuppe und Shrimps, bis er die Flasche mit dem Kaffee fand. Er nahm einen großen Schluck, zog sich den Bademantel über und ging auf den Balkon. Der Dünne legte seinen Arm um ihn und flüsterte ihm ins Ohr:</p><p>&#8220;Du musst jetzt wirklich los, Garbor, es wird Zeit.&#8221;<br
/> &#8220;Ich weiß nicht, ob ich das schaffe&#8230; ich&#8221;</p><p>Doch da stand der Dünne bereits in der Gondel des Heißluftballons und winkte ihm. Er trank die Flasche Grasovka aus und wischte sich die restlichen Scherben aus dem Haar, während der Ballon langsam an Höhe gewann. Garbor lächelte leise vor sich hin, während er sich größte Mühe gab, sich nicht an morgen zu erinnern.</p> <audio
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/> &#8220;Ach, Erfinder? Ich bin Annalenamarieluise. Was erfindest Du denn so?&#8221;<br
/> &#8220;Dich.&#8221;</p><p>Garbor saß auf seinem Stuhl unter der Brücke und las die nächste Seite in seinem selbstverfassten Ratgeber &#8220;Wie man vollkommen normal erscheint&#8221; und schüttelte die Mandarinenschalen von seinem Parka. &#8220;Auf nach Mitte, Garbor, auf nach Mitte, es gibt so viel zu entdecken&#8221;, wollte er gerade denken, aber dann kam das Mädchen aus der Tram um die Ecke, winkte ihm zu und stand auf einmal direkt hinter ihm.</p><p>&#8220;Was erfindest Du wirklich, Garbor?&#8221;<br
/> &#8220;Mich.&#8221;</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.210879.com/2011/12/mut-in-seiner-reinsten-form/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Der Nibbler überlistet das Wochenende</title><link>http://www.210879.com/2011/10/der-nibbler-uberlistet-das-wochenende/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=der-nibbler-uberlistet-das-wochenende</link> <comments>http://www.210879.com/2011/10/der-nibbler-uberlistet-das-wochenende/#comments</comments> <pubDate>Thu, 27 Oct 2011 15:30:28 +0000</pubDate> <dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator> <category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.210879.com/?p=710</guid> <description><![CDATA[Ein Führwahr aus Gedanken und Pommes (also irgendwas mit Kartoffel, der Nibbler ist Deutscher) umkreisten den Nibbler.  Er wusste heute schon das er morgen wissen würde, das er übermorgen spüren würde, was er gestern (aus Sicht von überübermorgen) für einen]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Ein Führwahr aus Gedanken und Pommes (also irgendwas mit Kartoffel, der Nibbler ist Deutscher) umkreisten den Nibbler.  Er wusste heute schon das er morgen wissen würde, das er übermorgen spüren würde, was er gestern (aus Sicht von überübermorgen) für einen Kater habenhattewürde. Der Nibbler verwirrte sich selbst am liebsten und dazu noch unangekündigt. Es musste daher auf steilem Wege nach Wochenende gehen, so viel war klar. Denn ansonsten war er nicht so nebulös, nicht so unglaublich aufgedreht von seiner Müdigkeit und nicht so sehr er selbst. Er nestelte (was für ein schönes Wort, obschon (was für ein schönes Wort) es nichts mit einem Vogel zu tun hatte) eine Zigarette aus seinem Turnbeutel und machte die neue Hiob Platte an. Es lief der Anis-Kryptonit-Part und er (der Nibbler, nicht der Part) zündete sich die Flasche Ouzo an. Der Rauch vernebelte die Gorillas, der Nibbler warf sich auf den Boden und tat in untertäniger Geste als würde er Blätter essen. Mit einem lauten Knall war es Montag und das Konto war wieder ratzekahl getrunken. Erfolg kann man eben auch in Dioptrien messen. Ich meine Promille. Danke Mikko!</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.210879.com/2011/10/der-nibbler-uberlistet-das-wochenende/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Der Dünne am Strand</title><link>http://www.210879.com/2011/10/der-dunne-am-strand/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=der-dunne-am-strand</link> <comments>http://www.210879.com/2011/10/der-dunne-am-strand/#comments</comments> <pubDate>Wed, 19 Oct 2011 16:13:52 +0000</pubDate> <dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator> <category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.210879.com/?p=700</guid> <description><![CDATA[Der Dünne stand am Strand. Sicherlich drei Tage. Eventuell auch drei Wochen, jedenfalls hatte er einen immensen Bart bekommen. Er hatte eine kalte Dose Seven-Up in der Hand, die einfach nicht alle werden wollte. Die Wellen kamen langsam daher und]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Der Dünne stand am Strand. Sicherlich drei Tage. Eventuell auch drei Wochen, jedenfalls hatte er einen immensen Bart bekommen. Er hatte eine kalte Dose Seven-Up in der Hand, die einfach nicht alle werden wollte. Die Wellen kamen langsam daher und umspülten seine Gelenke mit allerlei grünbraunem Gestrüpp und von Kodein eingelullten Gedanken. Die Dose Seven-Up hatte sich in eine Flasche Southern Comfort verwandelt und der Dünne saß auf einem hellgrauen Sofa. Das Sofa Stand in einem Zimmer. Das Zimmer hatte sehr hohe Decken, einen quer durch das Zimmer laufenden Balken von dem ein wunderschöner, filigraner Leuchter hing. Von diesem Leuchter baumelte, mit ganz seichten Bewegungen, der Nibbler. Garbor konnte mit dem reich verzierten Gehstock, den er in seiner mit Siegelringen verzierten rechten Hand hielt, den Nibbler immer wieder ein bisschen anstuppsen.</p><p><span
id="more-700"></span></p><p>&#8220;Warum machste das, Garb?&#8221;, fragte der Dünne.<br
/> &#8220;Das knarzen des Balkens beruhigt mich&#8221;, antwortete dieser nach kurzem Zögern.<br
/> &#8220;Ja, und mich macht es wahnsinnig&#8221;, murmelte der Dünne.<br
/> &#8220;Ab an den Strand mit Dir, Du Schwachmat.&#8221;, brüllte Garbor diesen an.<br
/> &#8220;Kann ich noch ne Seven-Up?&#8221;, fragte der Dünne.<br
/> &#8220;Pffff.&#8221;</p><p>Am Strand stand der Dünne seit keiner Viertelstunde, als das Wasser auf einmal aufhörte sich zu bewegen. Die Gedanken hatten den Southern Comfort träge gemacht, der Southern Comfort hatte ihn träge gemacht, er hatte die Gedanken in eine Seven-Up verwandelt, der Nibbler war sicherlich schon kalt. Garbor war eh immer kalt und er konnte kalten Southern Comfort nicht ausstehen. Alkohol musste lauwarm sein, dann schmeckte er wenigstens nicht. Wenn er zu gut schmeckete trank der Dünne zu viel und das brachte das Wasser immer zum Aufhören. Das konnte unterschiedliche Ausprägungen haben. Meistens hörte es aber einfach auf. Und dann stand es unmotiviert in der Gegend rum. Nur dazu waren ja eigentlich Menschen gemacht und nicht Wasser. Er goß die Seven-Up ins Wasser, das sich schlagartig wieder anfing zu bewegen. Kurz darauf tauchte der Nibbler aus dem Wasser auf, Garbor auf den Schultern, beide mit einem seltsamen Grinsen im Gesicht.</p><p>&#8220;Ey, Dünner&#8221;, sagten sie unisono, &#8220;lass was trinken gehen.&#8221;<br
/> &#8220;Pfff.&#8221;</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.210879.com/2011/10/der-dunne-am-strand/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Präludium zu: Neues vom Nibbler</title><link>http://www.210879.com/2011/10/praludium-zu-neues-vom-nibbler/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=praludium-zu-neues-vom-nibbler</link> <comments>http://www.210879.com/2011/10/praludium-zu-neues-vom-nibbler/#comments</comments> <pubDate>Tue, 11 Oct 2011 12:56:36 +0000</pubDate> <dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator> <category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.210879.com/?p=690</guid> <description><![CDATA[Der Nibbler stand auf den Stufen des Hotels, zog eine Zigarette aus dem Softpack, die er seit kurzem immer in seiner linken Westentasche hatte und zündete sie sich an. Er konnte sich nicht daran erinnern, wann oder warum er wieder]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Der Nibbler stand auf den Stufen des Hotels, zog eine Zigarette aus dem Softpack, die er seit kurzem immer in seiner linken Westentasche hatte und zündete sie sich an. Er konnte sich nicht daran erinnern, wann oder warum er wieder mit dem rauchen angefangen hatte — aber er hatte es. Er dachte daran, wie er früher geraucht hatte, immer und überall. Dieses Mal hatte es den Anschein, als würde sich jedes Mal, wenn er sich eine Zigarette anzündete die Welt verändern. Oder die Welt ihn verändern. Oder eine veränderte Welt ihn zum rauchen zwingen. Jedenfalls rauchte er wieder. Nie wenn es zu warm war. Niemals vor dem Mittag. Immer wenn er trank oder Karten spielte. Und immer, wenn er jemanden Observierte. Er war dem Dünnen seit vier Tagen gefolgt. Seit dem Zeitpunkt als sich der Dünne in das Flugzeug in Berlin gesetzt hatte und schließlich hier, auf dieser kleinen Insel, von der er noch niemals vorher gehört hatte, gelandet war. Das Taxi zum Hotel Pingouin folgte dem des Dünnen auf exakt 23 Metern Entfernung.</p><p><span
id="more-690"></span>Das Hemd, was er heute morgen aus seiner Tasche gezogen hatte, war das einzige weiße Hemd was er bei sich hatte. Eigentlich war es das einzige was er überhaupt bei sich hatte. Außer dem Softpack, dem Telefon, dem Geld, dem Miniaturgeländewagen, den er als 21-jähriger geschenkt bekommen hatte, und dem was er noch am Körper trug. Aber er hatte es sich angewöhnt, immer ein frisches, weißes Hemd bei sich zu tragen. Man konnte nie wissen. Eines Tages wird man auf einen Empfang eingeladen und muß absagen, weil man kein Hemd bei sich hat. So etwas würde sich der Nibbler niemals verzeihen. Er fragte sich, ob er Dünne auch so dachte. Ob der Dünne überhautpt dachte, ob der Dünne nur von seinem Instinkt geleitet war. War das nicht aber auch denken? Der Nibbler lachte in sich hinein, leise genug, so dass die dicke Frau neben ihm, mit dem abscheulichen Blumenkleid und den viel zu kleinen Socken, die ihre Stummelbeine einschnitten, es nicht hören konnte. Oder hören können wollte. Denn, wer den Nibbler kannte (von Fotos, zum Beispiel), der wusste, dass der Nibbler beim lachen ein so unendlich ernstes Gesicht aufesetzte, dass noch niemand auf die Idee gekommen wäre ihn zu fragen, was denn so witzig sei. Das Lachen des Nibblers zwang auch die Menschen in seiner näheren Umgebung dazu, leise in sich hinein zu lachen. Obwohl sie unmöglich das Lachen hätten vernehmen können. Oder auch nur an lachen gedacht haben konnten — bei dem eiskalten Blick des Nibblers? Völlig fehl am Platz!</p><p>Der Nibbler setzte sich in Bewegung. Der Dünne hatte sich gerade zwei Kugeln Eiscreme gekauft (wahrscheinlich Mango und Schokolade, wie immer) und macht sich auf den Weg zum Strand.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.210879.com/2011/10/praludium-zu-neues-vom-nibbler/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Das Gurkenmasken Massaker</title><link>http://www.210879.com/2011/04/das-gurkenmaskenmassaker/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=das-gurkenmaskenmassaker</link> <comments>http://www.210879.com/2011/04/das-gurkenmaskenmassaker/#comments</comments> <pubDate>Mon, 25 Apr 2011 21:28:12 +0000</pubDate> <dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator> <category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.210879.com/?p=611</guid> <description><![CDATA[Garbor saß auf seiner Veranda, trank ein kühles Bier und versuchte sich an den vergangenen Abend zu erinnern. Als der Dünne spät Nachts sich auf den Weg in seine Hochhaussiedlung machte, konnte er selbst schon kaum noch lesen. Oder sprechen.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Garbor saß auf seiner Veranda, trank ein kühles Bier und versuchte sich an den vergangenen Abend zu erinnern. Als der Dünne spät Nachts sich auf den Weg in seine Hochhaussiedlung machte, konnte er selbst schon kaum noch lesen. Oder sprechen. Oder laufen. Oder schreiben. Jedenfalls beinahe. Denn er setzte sich offensichtlich noch in seine Badewanne, um sich eine Gruedbsfsdhfiasfvorfotzenmaske aufsdsjdiüsdzumalen. Und dann doch nicht. Er stand auf und vergaß die letzte Nacht. &#8220;Alles Vergangenhedshdffheit und eh alles und so. Hahaha! Behinderter, Du, pass bloß auf, die Schwuuuuu&#8230; Mein Gott, wie ich ich mich &#8230; wuiii! Nein, nein, geh weg. Jaaa, ich will keine Tablotten und ich will kein Koks. Ich will nichts. Nein&#8230;. Nein, nein. Fick dich mal schön, du brauchst nicht so zu tun. Ich habe, &#8230; nein, schick den Dünnen weg. Ich brauche heute nichts. Wieso? Ja, ja, sag Mama das. Haaach, ich bin&#8230; so&#8230;. müde&#8230; geh&#8230;. weg.&#8221;</p><p><span
id="more-611"></span></p><p>Manche Geschichten klingen in den ersten paar Sätzen einfach scheiße. Aber ich habe dann und wann keine Lust sie zu löschen. Gerade nicht, wenn ich betrunken bin und einen Muskelfaserriss mit mir rumtrage. Oder deine Mutter. Dann erinnere ich mich lieber an die Zeit, in der Garbor gedankenverloren auf meinem Balkon saß und sich für viele Stunden, in die Dunkelheit starrend, mit seinem Dingensda, Gewissen, beschäftige. Dann atmete er schwer und grinste von Zeit zu Zeit. Er spuckte über die Brüstung und nestellte eine weitere Zigarette aus seiner Brusttasche hervor, nickte kurzzeitig ein, während er leise murmelnd Vergangenes passieren lies und wachte anschließend um sich schlagend wieder auf. So verbrachte er Stunden, fing an wirres Zeug auf Papierservietten zu krizteln, g0ß sich neuen Wodka ein, hustete leise und lehnte sich wieder in den alten Angelstuhl zurück.</p><p>Der Dünne bin ich, der Dünne bist Du.</p><p>Steckenbleiben, in seinem Schuh.<br
/> Meilen gehen, schlafen nicht.<br
/> Atmen braucht man heute nicht.<br
/> Des Waldes Dunkel rührt mich kaum,<br
/> will nicht erwachen aus diesem Traum.<br
/> Neben mir, da stehst du stets<br
/> gehst mit mir, nen Teil des Wegs.<br
/> Und doch wünscht ich,  ich wär bei dir.<br
/> Lieber noch: Du wärst bei mir.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.210879.com/2011/04/das-gurkenmaskenmassaker/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Bones</title><link>http://www.210879.com/2011/04/bones/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=bones</link> <comments>http://www.210879.com/2011/04/bones/#comments</comments> <pubDate>Mon, 25 Apr 2011 20:10:15 +0000</pubDate> <dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator> <category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.210879.com/?p=612</guid> <description><![CDATA[Der Dünne starrte in den Schatten als er sich langsam um die Ecke wund. Er atmete tief ein, blinzelte stark und vergrub seine Fäuste in der Weste, die er an dem kühlen Frühlingstag trug. Es war ein nichtsnutziger Nachmittag, ein]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Der Dünne starrte in den Schatten als er sich langsam um die Ecke wund. Er atmete tief ein, blinzelte stark und vergrub seine Fäuste in der Weste, die er an dem kühlen Frühlingstag trug. Es war ein nichtsnutziger Nachmittag, ein Ostermontag an dem man bereits am Nachmittag anfing zu trinken, an dem man über Freundinnen von Freunden lästerte, die europäische Politik, über sozialgesellschaftliche  Themen und den nächsten Rotwein sinnierte, bevor die Sonne sich erdreistete unterzugehen. Bevor der Wodka anfing sich in den den Körpern der Beisitzer zu manifestieren wurden Versprechen abgegeben, Treuschwüre erneuert und Gelächter über den Innenhof getreten. Der Dünne atmete schwer bevor er den Hochhauskomplex erreichte und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Er dachte an damals und die Art wie seine Mutter ihn am frühen Abend vom Balkon der Siedlung nach Hause rief und er die Mahnungen ignorierte. Wie er ihn die dunkle Nacht hinabglitt und sich dem Leben der &#8230; ach komm.</p><p><span
id="more-612"></span></p><p>Bei aller Liebe. Der Dünne? Ein Sprücheklopfer und Gernegroß. Nachts kam er heim und eilte schnellen Schrittes die tiefen Hochhauschluchten herab, immer mit einem Auge am Hinterkopf, mit einer Hand am Messer oder der Schreckschusswaffe. Immer bereit seiner eigenen Brutstätte den Rücken zu kehren, den dunkelhaarigen Schaben der Nacht mit bibberndem Antlitz zu entfliehen. Der Dünne.  Der Dünne.<br
/> Nachts lag er wach und sobald die Amseln ihr morgendliches Lied verkündeten stand er am Fenster seines Hochhauses und starrte in die Ferne. Fühlte sich eingeengt und zugleich zutiefst verbunden mit den hochgeschossenen Wänden seiner Jugend. Die Kindheit im Viertel machte den Dünnen zu dem was er war: Ein ängstlichen und dennoch entschlossenen Mann, der sich schwor niemals an diesen Ort zurückzukehren, an dem er noch immer zu Hause war. Das Viertel, das mit zunehmendem Alter immer kleiner und dreckiger, immer weniger bedrohlich und arm, immer ferner und vertrauter wirkte. Das Viertel, das dem Dünnen bei seinem letzen Besuch Tränen der Seltsamkeit abrang.  Das Viertel an das er sich kaum erinnern und das er doch niemals vergessen konnte.</p><p>P.S.: Ich bin ziemlich besoffen. Also Du. Also der Dünne. Altern–Antenne, ey.</p> <audio
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