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	<title>Vermin Diaries</title>
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	<description>De Gustibus Est Disputandum</description>
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		<title>der mann der immer da war.</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 16:50:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category>

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		<description><![CDATA[das der mann immer auftauchte wenn sie weinte, fiel ihr an diesem montag auf. sie schloss die tür hinter sich, ging langsam durch das treppenhaus und konnte durch die großen fenster den rest des kalten wintertages erkennen. ihr war bereits kalt als sie aus der haustür trat, wischte sich die träne unter ihrem linken auge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>das der mann immer auftauchte wenn sie weinte, fiel ihr an diesem montag auf. sie schloss die tür hinter sich, ging langsam durch das treppenhaus und konnte durch die großen fenster den rest des kalten wintertages erkennen. ihr war bereits kalt als sie aus der haustür trat, wischte sich die träne unter ihrem linken auge weg und konnte ihn etwas verschwommen auf der gegenüberliegenden straßenseite erkennen.</p>
<p><span id="more-335"></span>mit hochgeschlagenem kragen und den händen in den manteltaschen, schaute er kurz zu ihr herüber und ging langsam in richtung hauptbahnhof. nach ein paar metern zündete er sich eine zigarette an, steckte die hände wieder in die taschen und blies den rauch zur seite. sie schmiss das taschentuch fort und folge ihm. er hielt kurz an einem schaufenster, schaute sich die ausgestellten hochzeitskleider an und setzte seinen weg ruhigen schrittes fort. eine ältere dame sprach ihn an und nickte kurz darauf freundlich. er wich einem kleinen mädchen auf einem fahrrad mit stützrädern aus. er schnippte seine zigarette auf den gehweg und pustete warme luft in seine hände, als ihr handy plötzlich klingelte. sie hielt an, nahm ab und schwieg. nach einer weile sagte sie mit belegter stimme &#8220;ich hab keine lust mehr mich zu streiten&#8221; legte auf und fing wieder zu weinen an. als sie geistesabwesende in ihrer handtasche kramte stand er auf einmal vor ihr und hielt ihr eine packung taschtücher hin.</p>
<p>&#8220;sind dir runtergefallen&#8221;, sagte er freundlich.<br />
&#8220;aber.. sag mal, kann es sein das&#8230;&#8221;, fragte sie verdutzt.<br />
er lächelte sie an. &#8220;ja klar. einer muss ja aufpassen, hmm?&#8221;</p>
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		<title>die moral von der geschicht</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 23:20:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category>
		<category><![CDATA[diazepam]]></category>
		<category><![CDATA[spiegelgespräche]]></category>
		<category><![CDATA[the jim yoshi pile-up]]></category>

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		<description><![CDATA[da ist er wieder! garbor, unser held. unser freund und unser bruder. unser spiegelbild der schlechten eigenschaften und der schönsten momente.
ein romantiker wie er im buche steht, ein draufgängerischer athlet, ein charismatischer poet und trinkfester charmeur wie ihn das schlimmste hollywood-drama nicht besser zeichnen könnte. und gut sieht er aus, manchmal fast ein bisschen zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>da ist er wieder! garbor, unser held. unser freund und unser bruder. unser spiegelbild der schlechten eigenschaften und der schönsten momente.<br />
ein romantiker wie er im buche steht, ein draufgängerischer athlet, ein charismatischer poet und trinkfester charmeur wie ihn das schlimmste hollywood-drama nicht besser zeichnen könnte. und gut sieht er aus, manchmal fast ein bisschen zu gut. aber heute? heute wacht garbor mit faden geschmack auf der zunge und einem dunklen schimmern unter seinen augen auf. so steht er, halb bekleidet, vor dem kühlschrank und versucht mit zittriger hand die eiskalte milch zu trinken. nickt mit dem kopf, verschüttet die hälfte und trottet mit schlurfendem gang ins bad, wo er sich mit fiebrigem blick ins bleiche gesicht starrt.<span id="more-313"></span></p>
<p>&#8220;diese scheisse&#8230; jetzt sitze ich wieder die halbe nacht wach! winde mich von einer seite auf die andere und steh doch wieder auf. licht an, licht aus, licht an, licht gedimmt. baldrian, warme milch, kalt duschen, warm duschen, diazepam und beruhigungstee. lese gedichtsbäääähäände, maxi, pixibücher und beipackzettel. sortiere katzenfutter nach farbe. geh mitten in der nacht joggen, tagsüber fühle ich dann aus wie das letzte schwein. nur durch intensive verwendung von teuren kosmetika sehe ich noch halbwegs aus wie ich selbst. ich höre die anderen menschen kaum noch, wenn sich ihre münder bewegen und an sie mir rütteln. antworte nur mit &#8220;es ist <em>wirklich </em>alles okay&#8221; und &#8220;nächste woche, ja?&#8221; auf diese penetrant fragenden blicke.<br />
seit 81 stunden bin ich jetzt wach. keinen huuuunger! getränke wvveuuuuhaaaagg krrrrrrr haaach, hahahaha. wuiiii&#8230; mir ist die ganze nur so&#8230;ab-ab-abartig schwindelig und schlecht. was? hallooo-hoo? nein!<br />
naaa-hein. danke, nein. keine hilfe. jaaaaa! toller tipp, denk doch an was schönes. these days, theeeese days. i wake up&#8230; with silver sparklers in my eyes. buuuurning in my eyes. was? wer spricht da? ja, iiiich ich komme ja gleich. pssst&#8230; ich muss schluss machen hier. kann nicht mehr reden, muss ins bett.&#8221;</p>
<p>wenn du so aussiehst und mit dem denken nicht umgehen kannst, solltest du auf keinen fall mit dem trinken aufhören.</p>
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		<title>die gewittermaschine</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 02:14:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category>
		<category><![CDATA[Gewittermaschine]]></category>

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		<description><![CDATA[garbor stand, den parka bis zum kinn geschlossen und mit vom wind zerzaustem haar, auf dem balkon und warf die schachtel geistesabwesend hinunter. das kleine fallschirmchen daran öffnete sich und er beobachtete, wie sie langsam hin und her getragen driftete und sogar kurz nach oben geweht wurde, als wollte sie sagen &#8220;so einfach wirst du [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>garbor stand, den parka bis zum kinn geschlossen und mit vom wind zerzaustem haar, auf dem balkon und warf die schachtel geistesabwesend hinunter. das kleine fallschirmchen daran öffnete sich und er beobachtete, wie sie langsam hin und her getragen driftete und sogar kurz nach oben geweht wurde, als wollte sie sagen &#8220;so einfach wirst du mich nicht los, garb! eine gewittermaschine kann man nicht kaufen und auch nicht einfach so wieder weggeben. eine gewittermaschine bekommt man, weil es an der zeit ist&#8221;.<span id="more-307"></span></p>
<p>erschrocken hob er die hände zum schutz, doch die schachtel – nicht größer als eine zigarettenpackung – driftete von einer böhe getragen fort. ein kalter novemeberwind nahm sich ihrer an, der helle fallschirm bäumte sich auf und zog die schachtel bald um die häuserecke und aus garbors blickfeld. doch auch noch stunden später stand dieser mit starren blick auf seinem balkon, eine tasse chinesischen tees in der linken, die rechte hand tief im parka vergraben. als es schließlich dunkel wurde ging er zurück in die wohnung und in das warme bad, wusch sich die hände und betrachtete die dunklen ränder unter seinen augen. &#8220;vielleicht sollte ich mit dem trinken aufhören, vielleicht&#8230;&#8221;, nuschelte er seinem spiegelbild zu, zog sich dabei aus und nahm anschließend ein seit langem fälliges bad.</p>
<p>als er 30 minuten später in sein viel zu kaltes schlafzimmer kam, vefluchte er sich, weil er viel zu lange gelüftet hatte. grade wollte er das fenster schließen, als er die kleine schachtel bemerkte die vor seinen füßen lag. der wind musste es um das haus herum und geradewegs durch das offene fenster zu ihm zurückgebracht haben. er schüttelte den kopf. garbor entfernte die reste des fallschirmchens, öffnete die schachtel und nahm die kleine gewittermaschine in seine hände. &#8220;nun gut, dann bleibst du eben hier&#8221;, sagte er grinsend, er schloss die augen und schluckte sie in einem stück herunter, spülte mit etwas wasser nach und legte sich in sein bett.</p>
<p>eine gewittermaschine bekommt man, weil es an der zeit ist.</p>
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		<title>Joaõ</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 22:29:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category>

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		<description><![CDATA[Garbor stand am Fenster, rauchte und hörte eine blecherne Version von L.A. Woman aus dem staubigen Radio, das auf dem Küchentisch stand. Er wollte sich beruhigen aber das verdammte Geklimper lenkte ihn ab. Motel, money, murder, madness — Turn the mood from glad to sadness.  &#8220;Pff, Morrison, Du Arsch. Ich bin schon nervös genug. Halt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Garbor stand am Fenster, rauchte und hörte eine blecherne Version von L.A. Woman aus dem staubigen Radio, das auf dem Küchentisch stand. Er wollte sich beruhigen aber das verdammte Geklimper lenkte ihn ab. <em>Motel, money, murder, madness — Turn the mood from glad to sadness</em>.  &#8220;Pff, Morrison, Du Arsch. Ich bin schon nervös genug. Halt deine Klappe&#8221;, lamentierte er gelangweilt ohne seinen Blick von der Einöde die vor ihm lag zu nehmen. Ihm taten die Augen weh vom stundenlangen starren aus dem Fenster. Staub, Wind, Sand, Sonne. Sonst nichts. In dieser verfickten Einöde passierte nichts und genau das machte ihm Sorgen.<span id="more-300"></span></p>
<p>Eigentlich war es Angst, Sorgen hätte er verschieben können, mit Angst ging das nicht so einfach. Joaõ Guzman Fernandez machte ihm Angst. Also eigentlich nicht Joaõ selbst, sondern das er noch immer nicht da war. Er hätte gestern Nachmittag bereits wieder aus Flagstaff zurück sein sollen. Mit dem Geld, mit einer Antwort, mit einem &#8220;Lass uns endlich aus diesem Loch verschwinden, Garb!&#8221; auf den Lippen.<br />
&#8220;Hurensohn, verdammter&#8221;, murmelte er gegen die traurig wippenden Stimmen, die aus dem Lautsprecher krochen, trank einen kleinen Schluck Whiskey und zündete sich die nächste Zigarette an. &#8220;Wenn Du mich hier sitzen lässt, verdammter&#8230;&#8221; — doch Garbor konnte den Satz nicht beenden, weil seine Augen am Horizont einen kleinen dunklen Punkt ausgemacht hatten und sein Mund halb geöffnet aufhörte zu funktionieren.</p>
<p>Der Punkt kam näher, wurde zu einem mitternachtsblauen Auto, das eine Tonne Staub nach sich zog der gesamten Hintergrund vollständig ausfüllte. Garbor nahm seine Krücken und humpelte langsam zur Tür, stieß sie auf und schlurfte über den schattigen Vorplatz dem näher kommenden Auto entgegen. Sein verschwitztes Hemd wurde augenblicklich steif von der umher wirbelnden Erde und er musste eine Hand vor sein Gesicht halten um den anschwellenden Hustenreiz zu unterdrücken.</p>
<p>Das Auto war ein schwarzes Oldsmobile 442, ein unrasierter, lateinamerikanisch aussehender Mann Ende zwanzig, in einem blütenweißen kurzärmligen Hemd saß am Steuer, der versuchte die Schwingungen des riesigen hölzernen Kreuzes am Rückspiegel mit seinen Händen zu beruhigen. Dann stieg er aus und kam langsam auf Garbor zu. Er hatte einen beachtlichen dunkelroten Fleck in der Höhe seiner linken Niere.</p>
<p>&#8220;Hola pendecho… du lebst ja immer noch&#8221;, sagte er in einem leisen, aber freundlichen Ton, während sich sein Gesicht zu einer grinsenden Geste verzog, die ihn offensichtlich große Mühe kostete, &#8220;Ich dachte, du wärst längst weg?&#8221;</p>
<p>&#8220;Du hast unser einziges Auto, falls es Dir entfallen sein sollte… Und ich hatte grade angefangen den Skorpionen Kunststückchen beizubringen – was man halt macht, wenn man auf eine Viertelmillion wartet.&#8221;</p>
<p>&#8220;Braune oder weiße Skorpione?&#8221;</p>
<p>&#8220;Weiße. <em>Hadrurus arizonensis</em> wenn ich mich nicht irre. Und wer hat auf Dich geschossen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Die Reichen. Ich hab ihnen auch Kunststückchen beigebracht, aber die fanden sie blöde. Kannst Du fahren?&#8221;</p>
<p>&#8220;Kein Problem, Robin of Loxley, lass uns machen das wir hier wegkommen.&#8221;</p>
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		<title>dermo und der spaten des glücks</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Jul 2009 13:50:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category>

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		<description><![CDATA[ein titel wie ein orkan. das dachte sich auch dermo, als er im vorgarten seines schwippschwagers mit seinem fimo ein gewagtes experiment lostrat. ein titel wie ein wiegenlied für eine leiche, ein gedicht von robert frost, ein versprechen von einer solch gewaltigen tragweite, dass sich die menschheit danach sehnen würde. wer kam eigentlich immer auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ein titel wie ein orkan. das dachte sich auch dermo, als er im vorgarten seines schwippschwagers mit seinem fimo ein gewagtes experiment lostrat. ein titel wie ein wiegenlied für eine leiche, ein gedicht von robert frost, ein versprechen von einer solch gewaltigen tragweite, dass sich die menschheit danach <em>sehnen </em>würde. wer kam eigentlich immer auf die ideen? die ideen zu allem möglichen müssten doch einen ursprung haben, überlegte dermo.<br />
er trat die billigen fimo-figuren um, zog seinen lederwams über das ungebügelte hemd und machte sich schnurstracks auf den weg zu gott.<span id="more-277"></span></p>
<p>über den billigen, künstlich angelegten fischteich und durch den wald im norden, den gebirgspass zum kleinen holz-häuschen brauchte dermo nicht viel länger als 30 minuten. da sah er den lieben gott auf der veranda sitzen, seine alte pfeife in der linken, die rechte hielt er zum schutz gegen die tief stehende sonne an die stirn.</p>
<p><em>&#8220;dermo, dermo. solltest du nicht bei der arbeit sein?&#8221;</em><br />
&#8220;von der arbeit bekomme ich bauchweh und schwindelig ist mir auch noch.&#8221;<br />
<em>&#8220;und deswegen bist du hier?&#8221;</em><br />
&#8220;hmm nee, ich wollte mal was fragen&#8230; gott, wie ist das mit den ideen? hast du die alle?&#8221;<br />
<em>&#8220;hah, dermo, was meinst du denn? glaubst du wirklich ich hab mir das alles selber ausgedacht? schau doch um dich! nimm doch zum beispiel die rapper. die haben doch auch alle ghostwriter. oder anke engelke. die schreibt doch ihr furchtbaren witze auch nicht selbst. deswegen kann man der auch nicht so böse sein, wie man gerne wäre.&#8221;</em><br />
&#8220;hmm, du meinst also&#8230; du hast das alles garnicht selber ausgedacht? das mit dem hunger, dem krieg, welche männchen ich in fimo basteln will?<br />
<em>&#8220;nee, hab ich nicht. ich hab doch auch noch den haushalt. was soll ich denn noch alles machen?&#8221;</em><br />
&#8220;na, und wer denkt sich das alles aus?&#8221;<br />
<em>&#8220;werbeagenturen, dermo. werbeagenturen.&#8221;</em></p>
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		<title>holunderkrieg</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Jul 2009 12:12:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category>

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		<description><![CDATA[fips hindenburg war im meeting, den konnten wir nicht fragen. er hätte uns sicher weitergeholfen, aber es war vollkommen illusorisch ihn da vor 1600h rauszubekommen. alles mal wieder &#8220;on hold&#8221; wie die tussi aus der produktion kaugummikauend bemerkte, als sie mit ihrem holundersaft an uns vorbeischlurfte. also weiterschlafen. 1355h und mir ist schwindelig. keine drei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>fips hindenburg war im meeting, den konnten wir nicht fragen. er hätte uns sicher weitergeholfen, aber es war vollkommen illusorisch ihn da vor 1600h rauszubekommen. alles mal wieder &#8220;on hold&#8221; wie die tussi aus der produktion kaugummikauend bemerkte, als sie mit ihrem holundersaft an uns vorbeischlurfte. also weiterschlafen. 1355h und mir ist schwindelig. keine drei wochen mehr zeit bis zur abgabe und bis ich wieder mit trinken anfange. nicht so schwul ein bier und hahahahaha – paar erdnüsschen dazu. richtig halt. wir gehen in den keller, wo es entsetzlich kalt ist, und kramen in den grauen boxen rum, in denen die aufnahmen vom letzten wochenende eigentlich sein sollten. sindse aber nicht.<span id="more-272"></span></p>
<p>&#8220;sag mal, keyboards bei hardcore sind doch einfach echt nicht okay, oder?&#8221;<br />
<em>&#8220;nein, ist nicht okay. stell dir mal vor, die hätten bei joshua fit for battle n keyboarder gehabt&#8230; wie bei&#8230; nena oder so.&#8221; </em><br />
&#8220;asozial.&#8221;<br />
<em>&#8220;voll.&#8221;</em></p>
<p>wieder hoch, auf fips warten. die kampagne muss weitergehen. amerika wurde schließlich auch nicht an einem nachmittag erobert.<br />
das sich die eingeborenen aber auch immer so wehren müssen, wenn man ihnen zivilisation und glückseligkeit bringt. fast wie inne werbung, wa? mit dit konsumenten-pack.</p>
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		<title>ein mensch und seine vorstellung vom krieg</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 08:59:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category>

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		<description><![CDATA[lardo, jahrgang 1926, erinnert sich der verbrechen die er nicht begangen, aber gedacht hat. ein ausflug in gedankenpolizei-esque wahnvorstellungen eines kriegverweigerers und vollzeit-alkoholikers. begleiten sie lardo auf seinen wegen in seine traum-vergangenheit, ein abyssisches theaterspiel voller lallender monologe, ein querverweis auf opiatmissbrauch und die farbe himbeer. schauen sie zu, wie lardo allein den zweiten weltkrieg [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>lardo, jahrgang 1926, erinnert sich der verbrechen die er nicht begangen, aber gedacht hat. ein ausflug in gedankenpolizei-esque wahnvorstellungen eines kriegverweigerers und vollzeit-alkoholikers. begleiten sie lardo auf seinen wegen in seine traum-vergangenheit, ein abyssisches theaterspiel voller lallender monologe, ein querverweis auf opiatmissbrauch und die farbe himbeer. <span id="more-266"></span>schauen sie zu, wie lardo allein den zweiten weltkrieg beendet und seine karriere als profi an den nagel hängt, um seiner schroffen jugendliebe dem alkohol all seine aufmerksamkeit zu schenken.feinde sind überall anzutreffen, nur lardo weiß nocht nicht, wo genau sie auszumachen sind. durch eine behinderung, die sich lardo während eines sommerurlaubs auf den malediven bei einem autoerotischen unfall mit einer hebebühne selbst und wissentlich zugefügt hat, ist es zunehmend schwieriger vfür ihn geworden, das gleichgewicht auf den eisigen stahlträgern beim hochhausbau in rio de janeiro zu behalten. es ist ein nebenjob wie jeder andere. nur die anderen wissen es noch nicht.</p>
<p>&#8220;die beste deutsche literatur seit <em>ghostchasers </em>von doktor focks und klaus feratu (ebenfalls im hasenpharm verlag erschienen).&#8221; &#8211; fips ungarn, verleger und rapper</p>
<p>nur 10 mark, du hurenkind.</p>
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		<title>bis wir bluten</title>
		<link>http://www.210879.com/2009/04/bis-wir-bluten/</link>
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		<pubDate>Wed, 29 Apr 2009 23:24:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.210879.com/?p=259</guid>
		<description><![CDATA[krieg? das war gar kein ausdruck. alles war vollgestellt, töpfe in töpfe gestapelt, bis zur decke und unter den schränken, im kühlschrank, in der spüle und auf getränkekästen. als garbor seinen weiten kapuzenpulli auszog, fiel ihm ein topf direkt aus der kapuze vor die füße. er sackte zusammen, fiel auf den boden und schob mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>krieg? das war gar kein ausdruck. alles war vollgestellt, töpfe in töpfe gestapelt, bis zur decke und unter den schränken, im kühlschrank, in der spüle und auf getränkekästen. als garbor seinen weiten kapuzenpulli auszog, fiel ihm ein topf direkt aus der kapuze vor die füße. er sackte zusammen, fiel auf den boden und schob mit seinen armen und beinen die töpfe von sich, stieß einige um, die dann sofort auf ihn fielen. er ruderte noch stärker mit den armen – versuchte sich krampfhaft aus dem chaos zu befreien.<span id="more-259"></span></p>
<p>vor dem fenster saß ein eichhörnchen mit einem kleinen cello auf dem rücken.</p>
<p>garbor atmete flach. er zog sich aus und war sehr, sehr müde. er lächelte das eichhörnchen an, aber das schüttelte langsam den kopf. er zeigte mit dem finger auf sich und das unnatürlich große tier nickte ihn jetzt an.<br />
garbor lief langsam zum küchenfenster um es zu öffnen – er wollte das eichhörnchen etwas fragen, aber aus seinem mund kamen nur schüchterne krächzlaute. &#8220;tu es, garb, tu es.&#8221; sprach ihn der eichhormann leise und ruhig an. garbor sprang aus dem fenster. langsam, wie in wackelpudding gehült, die arme umschlossen seinen körper und mit geschlossenen augen.</p>
<p>&#8220;du bist nur solange hier, wie ich es dir befehle. du stummer, einfacher tölpel. beschäftigst dich mit atmen und laufen und ruhen und machst aus deinem gehirn einen klumpen lehm, der langsam in der sonne trocknet. du bist ängstlich, du zitterst dir die ideen vom leib, du bist sogar zu feige zum wegrennen und malst dir die lippen grell, um dich selber zu irritieren. ach was, garbor, du bist mein liebster freund. der einzige dem ich je getraut habe, seitdem der andere mann gegangen ist und ich keine lust habe mehr mit jemandem ernsthaft zu reden. wozu auch? bis wir bluten, aus nase und mund und dein atem versiegt, weil mein atem versiegt sind wir freunde.&#8221;</p>
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		<title>aufräumen muss sein</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 21:07:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category>

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		<description><![CDATA[am morgen nach dem vorfall mit frau dingenskirchen fühlte sich garbor schuldig. er zog sich eine frische boxershorts an, ging in die blitzblank geputze küche und schaute aus seinem großen fenster. im vorgarten war nichts zu sehen. hatte er nicht gestern abend in einem wahnsinnigen anfall alle töpfe aus dem fenster katapultiert? er ging ins [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>am morgen nach dem vorfall mit frau dingenskirchen fühlte sich garbor schuldig. er zog sich eine frische boxershorts an, ging in die blitzblank geputze küche und schaute aus seinem großen fenster. im vorgarten war nichts zu sehen. hatte er nicht gestern abend in einem wahnsinnigen anfall alle töpfe aus dem fenster katapultiert? er ging ins wohnzimmer, von da auf den balkon und rutschte von der dort montierten rutsche in den garten. alles war &#8220;pikobello&#8221;, genau wie die gedrungene dame es gewünschte hatte. er setzte sich inmitten des erdbeerfeldes und schloss die augen. garbor versuchte sich krampfhaft zu erinnern. er fiel sanft zur seite und schlief in der sengenden mittagssonne ein.<span id="more-253"></span></p>
<p>er stand auf einem kleinen, grasbewachsenen hügel und blickte über ein über eine lange, unebene wiese in richtung eines kleinen hofes am rande des horizontes. eine packung zigaretten in der hand, das hemd halb aufgeknöpft, die hose etwas zu eng und komische stoffschuhe an seinen brennend heißen füßen. &#8220;alter, ich seh ja aus wie so ein mitte-hero, was&#8217;n hier los?&#8221; er öffnete den obersten knopf seiner hose, zog die schuhe aus, nestelte eine der filterlosen kippen aus dem softpack, zündete sie an und lief über das saftige gras in richtung des hofs. &#8220;und dabei rauche ich in echt gar nicht mehr&#8230; riecht aber auch so verdammt gut. gefällt mir hier — gestern habe ich noch auf dem wohnzimmerboden gesessen und geweint.&#8221;</p>
<p>als garbor wieder erwachte brannte seine rechte gesichtshälfte und sein mund war staubtrocken. er stand langsam vom erdigen boden im innenhof auf, klopfte sich ab und ging zurück in seine wohnung. heute war aufräumen dran, die küche sah schon seit tagen aus wie nach &#8216;nem krieg.</p>
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		<title>das fängt ja gut an</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 19:35:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Feratu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermin Diaries]]></category>

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		<description><![CDATA[das gesicht gezerrt mit einem kurzen seufzer suchte garbor das verflixte ding namens messer. einen apfel schneiden wollte er nur fix und dann hatte er die gesamte küche umgegraben. letzter jahr wahr es das selbe: müsli wollte er und dann putzte er fenster bis nach mitternacht, dann noch auflauf vorbereiten und staubsaugerbeutel austauschen. er war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>das gesicht gezerrt mit einem kurzen seufzer suchte garbor das verflixte ding namens messer. einen apfel schneiden wollte er nur fix und dann hatte er die gesamte küche umgegraben. letzter jahr wahr es das selbe: müsli wollte er und dann putzte er fenster bis nach mitternacht, dann noch auflauf vorbereiten und staubsaugerbeutel austauschen. er war nach sicherlich kein besonders fanatischer putzteufel oder ein pedantischer sauberling, aber er hatte diese macken. manchmal ging es einfach nicht anders.<span id="more-245"></span></p>
<p>hinter und vor ihm, um ihn herum und überall wo man hintreten konnte standen nun töpfe, auf der arbeitsplatte ein halb geschnittener apfel. garbor stand auf und riss das fenster auf. er nahm einen topf nach dem anderen und pfefferte ihn auf den innenhof. &#8220;verfickte scheisse&#8221;, brüllte er den töpfen hinterher, &#8220;alter, wer braucht denn bitte drei verschiedene suppentöpfe?&#8221;. es klingelte an der tür.</p>
<p>&#8220;nabend frau dingenskirchen, wo brennt&#8217;s denn?&#8221;, fragte er die ältere, belanglos gekleidete frau, die mit hochrotem kopf auf seiner fußmatte herumtrappste.<br />
&#8220;herr garbor, wo es brennt? bei ihnen offensichtlich! es ist 21:24 uhr am sonntag und SIE werfen ihren ganzen hausstand auf mein sauber angelegtes beet!&#8221;, keuchte die dickliche dame ihm entgegen.<br />
garbor musste leise rülpsen, gestern abend hatte er bei seinem vater leckere bouletten gehabt, die zum leidwesen von frau dingenskirchen ordentlich mit knoblauch angereichert waren.<br />
&#8220;achsooo, das meinen sie! ja, also, ich habe ja nur einen apfel schneiden wollen und dann habe ich diese unordnung in meiner küche bemerkt. ich wollte die ganzen sachen nur eben rausstellen, damit ich in allen ecken klarschiffmachen kann. ich hoffe sie nehmen mir das nicht übel, aber das beet habe ich von hier oben in der dunkelheit garnicht sehen können. tut mir leid! echt!&#8221;, versuchte er in bester schwiegersohn-manier auszudrücken, doch seine nachbarin schien das nur bedingt zu beruhigen: &#8220;hören sie, morgen früh ist das alles wieder pikobello-superduper-ordentlich da unten, sonst können sie was erleben!&#8221;, schnaufte sie.</p>
<p>&#8220;jaokaykeindingschönenabendnoch&#8221;, brubbelte garbor, während er bereits die tür schloss und mit den gedanken wieder am rechner saß und das nächste spiel startete. &#8220;ich kann mich einfach nich ernsthaft länger als eine halbe stunde mit irgendwas beschäftigen. ein glück.&#8221; er ging ins bad und putzte sich die zähne.</p>
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