Da ist ein bisschen Hölle in jedem von uns

Die Realität ist nicht das Problem.

Das Problem sind die Träume. Oder eher: die Zeit. Sowohl die abgelaufene, als auch die zukünftige. Zeit heilt keine Wunden. Sie schafft sie. Jedenfalls, wenn zu viel, oder zu wenig davon da ist. Wenn man genau das richtige Maß an Zeit hat, dann, ja dann geht alles gut.

Aber wann hat man schon mal genau richtig viel Zeit? Wann ist mal alles  richtig im Jetzt, ohne dass man denkt ‚Dieser Moment sollte ewig gehen‘ oder ‚Ich wünschte, es wäre endlich morgen‘?

Und atmend nun
klafft die Wunde tiefer 
in dir und dann:
Schlaf.
Endlich Schlaf.
Aber nein, wie eine ewige Laterne, immer wach.
Atmend nun, atmend doch,
lacht sie dich aus, stellt sich vor und sagt:
‚Hallo, guten Tag. Ich bin die Zeit. Das hast du dir wohl anders vorgstellt.
Aber nein, nein, so läuft das hier nicht.‘ 
Und immer tiefer klafft die Wunde

in dir und dann:
Wach.
Für immer wach. 

Keine Nacht ohne Regen und Menschen, die vorbeirauschen. Immer auf dem Weg die eigenen Gedanken zu verfolgen, ohne zu wissen welche die Richtigen sind. Also anziehen und rausgehen, in den Regen. Renne ihr hinterher und tippe der Zeit auf die Schulter.

„Bleib noch, bitte geh weg und komm bald wieder. Alles ist so wundervoll, ich möchte dich nie wieder sehen — da ist ein bisschen Hölle in jedem von uns. Und du bist meine.“

Die Zeit aber gibt ihm nur einen Abholschein auf dem steht „Ein Paket, Paris.“

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