Schlecht temperierte Armut

Schlecht temperierte Armut

Garbor betrachtet das Glas, das vor ihm steht. Es ist leider noch immer da. Puh. Nichts vergeht langsamer als Zeit, wenn man sie hat und nichs mit ihr anzufangen weis.

„Fahr uns nach Hause. Du bist betr unkener als ich.“

Eine wundervolle Kombination aus ausgedachter Tristesse und kultivierter Hefekultur. Eine zauberhafte Idee von dem was sein kann und sein müsste, sollte. Ich wünsche, du wärst eine akkurate Beschreibung der Situation. Was fehlt eigentlich? Nichts. Das ist ja das schlimme.

Du bist die beste Idee von dem was ich mir wünschen könnte, wenn ich wollte. Ich denk an dich und ich rede mit dir und du bist immer da und, ach. Ach ja, Du bist da. Alles ist gut. Nichts ist da. Du am allerwenigsten.

Denn Monate fehlen und das Leben fühlt sich an wie Nachrichten in Emoji-Qualität. Dein Geruch fehlt und das ist da s w a s du n i cht herzauber n kannst, weil es nicht ersetzr barrrrrrrrr ist. Nicht. Nein. 

Dein Hals.
Näher als.
Aber seit Wochen nicht, Nicht.

Nichts was man mit Yoga und gutem Atmen, nicht was du durch Dankbarkeit und Selbstwahrnehmung finden kannst. Nicht durch Chenin Blanc. Nicht durch rausgehen und Fomo killen und je-doller-desto-besser, Entfernung ist nichts, was du wegtrinken kannst. Es ist die Idee von Dir, die mich fertigmacht und es ist der einzige Gedanke, der mich am Leben erhält. Ich kann es kaum erwarten dich endlich wieder in den Armen zu halten. Ich kann es kaum erwarten deinen Atem endlich wieder hören, spüren zu können. Das du wieder du bist und nicht ein Bild auf ein paar Zentimeter auf nem iPhone.

Das besondere am Dasein ist, das es fragil ist. Du hältst es vorsichtiger und fester, als du dich selbst Abschied hältst. Mehr noch als die Idee von „Alles ist gut, alles wird gut, wenn’s noch nicht ist.“ Weils so flüchtig ist.  Flüchtiger noch als ein Ausatmen, als ein „kann ich noch ein Wodkabull, bitte“ nach 3 Uhr und 37 Minuten. Wacher als ein gute Portion Em-de, Cousin. Die Idee dieser Wärme ist eben nur das: Eine Ideeeeeeee. e ee.e.e… Wacher als wach, müder als der Teil von Bipolar, den einer feiern kann, der noch feiern kann. Der unerfüllte Wunsch dich zu berühren ist wie die Müdigkeit, die du nicht mit nem doppelten Espresso abschütteln kannst. Da kannst du noch so viel duschen, die Wärme kannst du dir nicht einprügeln, Cousin. 

„Was soll schon passiern?“

„Nichts. Alles.“

„Das ist ja das schlimme daran.“

Und auf einmal sind 2 Jahre um.

Das Problem mit dem dasein: Du kannst es nicht aufhalten, weil du die Zeit nicht aufhalten kannst, Egal wieviel du erlebst, wie sehr du bist. Fahr uns nach Hause.


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